Montag, 13. Februar 2012
Ein einfaches Ja genügt...
...und der Oberbürgermeister ist weg.
Wenn man doch jeden bescheuerten CDU Politiker so leicht abwählen könnte...

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Mittwoch, 4. Januar 2012
Die beste Serie "ever" und nebenbei ein (verkanntes?) wichtiges Kulturgut
Die deutsche Krimilandschaft ist eine Wüste, sodass man sogar die Tatort Reihe als Oase bezeichnen muss, obwohl diese nicht nur langweilig und einfallslos daherkommt, sondern auch noch markante Schwächen in schlechten Dialogen aufweist und nebenbei noch gesellschaftliche Themen (mindestens 3 in einer Folge) auf RTL Niveau verwurstet.

Keine Frage, der Tatort ist meist grottenschlecht und ich schaue ihn mir eher aus Gewohnheit (früher waren die ja noch besser) und der Hoffnung auf einen Guten an, aber er ist trotzdem noch besser (ja es geht noch schlimmer) als andere Formate in Deutschland.

Bei den Krimiserien haben eh die Amerikaner die Nase vorn. Und mit einer Serie haben sie wirklich ein Kunstwerk geschaffen, welches auf lange Zeit unerreicht bleiben wird: Dexter

Hinter dem schlichten Namen versteckt sich ein geniales Meisterwerk, welches den Tatort im Vergleich dazu wie ein amateurhaftes Bühnenstück mit Laiendarstellern erscheinen lässt.

Warum die Serie in Deutschland nur ein Schattendasein fristet und nur auf dem Idiotensender RTL2 läuft, frage ich mich schon seit längerem. Ich habe noch nie so eine gute, intelligente und trotzdem wahnsinnig spannende Serie gesehen. Wer einmal mit Dexter anfängt, kann nicht so schnell wieder aufhören und ich versuche auch mal zu erklären, warum das so ist:

Es fängt schon bei der musikalischen Untermalung an. Man benutzt immer wiederkehrende Motive wie in einer Oper. Für die ganze Serie gibt es erstaunlich wenige Musiksequenzen und die Motive werden nur an wichtigen Stellen zu Hervorhebung eingesetzt. Es gibt jazzlastige Partymusik für das Nachtleben in Miami, schaurige, gruslige Musik (die übrigens mit echten Knochen eingespielt wurde) für die Serienkiller und hektische Musik, wenn Dexter in Aktion ist.
Die Musik ist auf hohem Niveau, ist sehr gut komponiert und mit Bedacht eingesetzt. Hier gibt es Qualität statt Quantität. Auch wenn die Musik sich bis zur letzten Staffel dauernd wiederholt, wirkt es nicht eintönig, sondern stellt eher Kontinuität und auch Routine (des Tötens usw.) dar.

Die Darsteller wirken bis auf wenige Ausnahmen (der klischeehaft perverse Asiate nervt) sehr glaubhaft. Die Hauptfigur Dexter, gespielt von Michael C. Hall, ist dabei die Komplizierteste und verlangt dem Schauspieler einiges ab. Ich bin begeistert, wie er es schafft auf der einen Seite den harmlosen Laboranten zu spielen und dann wenig später einen eiskalten, muskelbepackten Killer.

Die Handlung grob umrissen: Dexter arbeitet als Blutanalyst bei der Polizei und zusätzlich ist er noch ein Serienkiller. Was im ersten Moment äußerst schwachsinnig und typisch amerikanisch klingt, ist in Wirklichkeit ein komplexes Thema philosophischer Natur. Dexter kann man am besten mit der Romanfigur Harry Haller aus Hermann Hesses Werk Der Steppenwolf vergleichen. In der Person leben 2 Seelen: Eine bürgerlich angepasste Seite und die Seite des Wolfes; einsam, sozialkritisch und mörderisch (wobei letzteres nicht auf Haller zutrifft).
Hermann Hesse vertritt die These, dass das Gute und Böse einander bedingen. Und auch Dexter kann ohne seine bösen Taten, das Töten von Menschen, nicht leben (und damit Gutes tun. Er kümmerst sich um seinen Sohn, klärt Mordfälle auf und verhindert durch die Tötung von "bösen" Menschen, weitere "böse" Taten).

Es ist erstaunlich, wie die Serie es schafft, dass man sich als Zuschauer mit einem Serienkiller identifizieren kann, ja ihn sogar sympathisch findet und die Eigenschaft des „dark passengers“ (den bösen Teil seiner Seele) als normale menschliche Eigenschaft ganz langsam akzeptiert. Dass Dexter nur wirklich böse Menschen tötet, würde ich eher als Kompromiss sehen, weil es dem Zuschauer eine positive Annäherung an die Figur leichter macht. Man erkennt, dass Gutes nicht ohne Böses entstehen kann (und umgekehrt) und stellt damit eigentlich unsere gesamten Moral- und Wertvorstellungen auf den Kopf, kommt aber einer wichtigen Erkenntnis über die menschliche Psyche einen gewaltigen Schritt näher.

Was Goethe schon in seinem Faust thematisierte, lebt äußerst anschaulich in der Serie Dexter weiter und ist somit ein Glanzstück, der westlichen Kultur.

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Dienstag, 29. November 2011
DACKELKORD
Es war ein sonniger Samstagmorgen. Der Postbote klingelte und ich schritt freudig erregt die Treppe hinab zur Eingangstür, um den netten Mann in Gelb zu begrüßen.
„Das können Sie sich aber bald nicht mehr leisten. Hier Post von Ihrer Krankenkasse! Das kann nix Gutes heißen.“, sagte der Mann und spielte auf meine Gesundheit an, die er durch meine Arglosigkeit, völlig nackt im Treppenhaus umher zu wandeln, gefährdet sah.
Recht hatte der Mann. Leider!

Meine Krankenkasse, die sich aufgrund ihrer zahlreichen Fusionen mit anderen Krankenkassen, einen unausprechlichen Namen zugelegt hatte und sich in 10 Minuten in die DAKABKKOKSERBarmer OstWestNordSüd umbenennen wird, schrieb mir:

Lieber Herr Geschichtenerzähler,

Aufgrund von Spaßmaßnahmen...hihi..huch vertippt....bin leider völlig betrunken, weil ich gleich gekündigt werde, aber vorher noch diesen Brief fertig schreiben soll. Alsoooo.
Aufgrund von Sparmaßnahmen sehen wir uns gezwungen sämtliche Leistungen anzumalen...äh... zu streichen. Sie sind lediglich in Notfällen, wie zum Beispiel ein verlorener Kopf oder eine lockere Schraube abgesichert und dürfen eine Grunz huch schon wieder...Grundversorgung in Anspruch nehmen. Normale Krankheiten, wie Schnupfen oder Beinbruch heilen Sie sich bitte selbst ab oder suchen in Ausnahmefällen (Sie alte Memme!!) einen Kleintierarzt auf.

Mit besoffenen Grüßen

Ihre DACKELKORD Krankenkassenhaufengesellschaft

Ein paar Tage später saß ich dann (natürlich erkältet) beim Kleintierarzt (Ich alte Memme!!) neben einem ergrauten Lama und seinem pausbäckigen Besitzer. Eine riesige, schlanke Frau mit Hut hielt in ihren zangenartigen Händen eine grün verschuppte Echse, welche leise vor sich hin röchelte. Dann war da noch eine Katze mit rechtwinkligem Knick im Schwanz, ein völlig kahles Meerschweinchen und ein beutelloser Staubsauger. Wobei der Staubsauger sicherlich nicht krank war, sondern eher die Nagetiere, man kann ihre Art nicht eindeutig von meinem Platz aus spezifizieren, die darin gefangen waren...
„Entschuldigung, aber Ihr Lama hat mich mit Auswurf benetzt.“, sagte die Frau mit der Echse empört.
„Aber doch nur, weil Ihr Legoan gar nicht aus Lego aufgebaut ist.“, antwortete der kleine Dicke neben dem Lama.
„Es handelt sich um einen Leguan mit u. Mit UUUUU!! Spreche ich so undeutlich?“
„Mein Lama hört eben schlecht und fühlt sich schnell verarscht. Deswegen sind wir ja auch hier.“, antwortete der Mann setzte sich ein paar Stühle weiter weg.

„Was haben Sie denn eigentlich für ein Tier?“, fragte mich die Besitzerin des Staubsaugers. Sie war noch sehr jung und neugierig.
„Ich habe Schnupfen und Husten.“
„Wo sind denn Schnupfen und Husten. Haben Sie sie verschluckt, so ähnlich wie bei mir mit dem Staubsauger?“
„Nein, nein ich bin krank...ich habe kein Haustier.“, erklärte ich.
Die Besucher des Warteraumes schauten mich verdutzt an, sagten aber lieber nichts mehr. Man sah ständig Irre im Fernsehen und auf Grund dessen war man es gewohnt, schweigend zu beobachten.

Nach dem kahlen Meerschweinchen war ich endlich an der Reihe und ich betrat das Behandlungszimmer.

„Hallo Herr Doktor!“
„Guten Tag... Herr?“, fragte mich der Tierarzt.
„Geschichtenerzähler mein Name. Hören Sie! Ich habe Schnupfen und Husten und jaaaa ich weiß, eigentlich soll ich ja nur in Notfällen zu Ihnen kommen, aber ich halte dieses ständige Kranksein einfach nicht mehr aus.“
„Sie wissen aber schon, dass ich kein Doktor bin. Ich habe nicht promoviert und außerdem behandele ich nur Tiere bis zu einer gewissen Größe und Lamas eingeschlossen.“
„Aber Sie wurden mir von meiner Krankenkasse empfohlen. Hier schauen Sie! Das steht da...“, ich zeigte meinem neuen Tierarzt den Wisch der Krankenkasse Dackelkord, welche mittlerweile nicht mehr so hieß, es aber eine Website geben soll, wo der neue Name in Echtzeit aktualisiert wird.
„Das ist doch ein Scherz. Der Verfasser dieses Briefes ist offensichtlich alkoholisiert.“, erklärte der Tierarzt.
„Sehen Sie! Sie können ja doch für Menschen Diagnosen erstellen. So dumm sind Sie nämlich gar nicht.“ Ich versuchte den Tierarzt aufzumuntern. Doch der gab nicht nach.
„Bitte gehen Sie jetzt und kommen Sie erst wieder, wenn Sie ein krankes Tier besitzen.“

Mit gesenktem Kopf verließ ich die Praxis. Ich hatte keine Ahnung, wo ich auf die schnelle ein krankes Tier bekommen sollte...

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Mittwoch, 4. Mai 2011
Seltsamigkeiten
Ich war erschöpft. 10 Stunden Zug fahren machen schlapp. Fast so als ob man den Zug selber gezogen hätte.
Ich saß in der Straßenbahn, die mich vom Hauptbahnhof nach Hause fuhr.

Die Großstadt trägt sonderbare Blüten: Mir gegenüber saß eine ältere Frau, welche auf den ersten Blick völlig normal wirkte. Sie saß auf dem Platz, der für Kinderwagen und die dazugehörigen Mütter reserviert ist. Ich will ja nicht behaupten, dass sie da völlig fehl am Platz war, denn sie besaß tatsächlich einen alten Kinderwagen. So noch richtig mit Metallspeichen zwischen den kleinen Gummirädern und einer unteren Gepäckablage unter dem Hauptkörbchen mit Faltdach. Das Körbchen war liebevoll mit alten Decken ausgelegt, damit es die Gans schön weich hatte.

Ja Sie haben richtig gelesen, in dem Kinderwagen saß eine Gans. Ich musste mehrmals hinschauen, so verdutzt war ich. Es war eine ungefähr 5 Kilo schwere, weiße Gans. Die Müdigkeit spielt mir sicher einen Streich, dachte ich mir. Eine Gans in einem Kinderwagen, in der Straßenbahn, mitten in der Großstadt. Sehr witzig Gehirn!!
Die Gans schaute mich mit halb geschlossenen Augen an. Sie war überhaupt nicht aufgeregt. Anscheinend fuhr sie häufiger Straßenbahn.
Unten in der Gepäckablage des Kinderwagens saß noch ein kleiner brauner Dackel.

Ich war mir sicher, dass ich träumte, denn die anderen Passagiere beachteten die Gans überhaupt nicht. Das schien ein völlig normales Ereignis zu sein.

Ich hätte ein Foto machen sollen, habe mich aber nicht getraut. Aber wenn ich die Frau mit der Gans und dem Kinderwagen wiedersehe, werde ich Eins machen. Versprochen.

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