Freitag, 20. Januar 2012
Letztens beim Bäcker
„Ich hätte gerne Wurst.“
„Diese hier?“
„Ja meinetwegen!“
„Wie viel?“
„Ein bisschen schon.“
„Geht es vielleicht ein bisschen genauer?“
„Nur ein bisschen. Einen doppelten Happen.“
„Okay. Was darf es sonst noch sein?“
„2 Stück Fleisch und diese tolle Uhr da.“
„Das ist meine Armbanduhr. Die steht nicht zum Verkauf.“
„Davon hätte ich dann gerne 2 Stunden und 3 Minuten.“
„Das ist meine Uhr! Die können Sie nicht kaufen... Welches Fleisch wollen Sie denn nun?“
„Na gut! Dann will ich aber 3 Watt von der Glühbirne, die da an der Wand hängt.“

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Sonntag, 9. Oktober 2011
Nach oben limitierte Höhenangst

Man kann bis unter die goldene Kugel steigen. (Auf dem Foto sieht man das leider nicht...auf dem Original schon. :) )

Als ich diesen Kirchturm von unten sah, war ich sofort begeistert. Da muss ich hinauf. Ein Turm, der sich in den Himmel schraubt...

Zu finden ist diese Himmelsschraube in Kopenhagen auf der Erlöserkirche.
Der Aufstieg ist eng und mühsam. Man zwängt sich durch den engen Glockenturm, vorbei an anderen Touristen und muss ständig ungeduldig warten.
Als ich dann endlich die Luke zur Plattform öffnen konnte, traf mich der Schlag. Ich bekam einen Höhenangstanfall. Anders kann man das wohl nicht bezeichnen. Wie ein kleines Häufchen Elend stand ich in windiger Höhe über der Stadt. Ich zitterte am ganzen Körper und konnte mich kaum bewegen.

Das Schlimme ist: Es traf mich vollkommen unerwartet. Ich war schon oft in großen Höhen; auf dem Eiffelturm oder sogar an einer Klippe am Grand Canyon, wo es mehrere Kirchturmhöhen in die Tiefe ging. Einfach schon aus Erfahrung rechnet man nicht mit so einer Panik...

Aber wahrscheinlich waren diese Höhen zu abstrakt für meinen Verstand. Die 80 Meter auf dem Kirchturm, auf einem schmalen Brett mit gutem Blick in den Abgrund, sind anscheinend weniger abstrakt...mein Verstand (ja ich habe einen) schickte mir dauernd grausame Bilder. Menschen die aus dem World Trade Center springen und dann diese eine Episode aus Die Olsenbande, wo Egon Olsen vor der großen Turmuhr auf dem Kopenhager Rathaus steht.

Zu allem Übel war es ja auch noch ein Glockenturm und kurz vor um 3. Unter meinen Füßen befand sich ein 32 Tonnen schweres Glockenensemble und ich hatte große Angst mich auch noch auf akustischem Wege zu erschrecken...Zurück konnte ich auch nicht, denn im Glockenturm wäre es bestimmt noch lauter gewesen. (Es gab tatsächlich eine rote Warnlampe für das Glockengeläut.)

Also klammerte ich mich verkrampft an dem goldenen Geländer fest und wartete auf das drohende Unheil.

Passiert ist nicht viel. Das Glockengeräusch war angenehmer als erwartet und ich gewöhnte mich auch langsam an die Höhe. Ich stieg also zitternd die Schnecke hinauf, innerlich einen Kampf Neugierde gegen panische Angst führend und machte dann dieses Foto:

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Dienstag, 30. August 2011
Das konservative Schaf Hubert


"Du Hubert? Warum leben wir eigentlich auf einer Insel?"
"Weil wir Inselschafe sind und sich dein Urgroßvater Hubert der Allererste, damals vor 30 Jahren als Einziger auf diese Insel retten konnte."
"Vor dem bösen Wolf?"
"Ja genau. Er hat sich in Frischhaltefolie eingewickelt und konnte dadurch nicht untergehen."
"Echt? Und warum machen wir nicht dasselbe und schwimmen rüber aufs Festland zu den Festlandschafen. Das sind ja nur 2 Meter.“
„Weil da drüben der Wolf auf uns lauert.“
„Also ich schaue jeden Tag auf das Festland, winke den fröhlichen Festlandschafen zu und konnte bis jetzt noch nie einen Wolf sehen. Außerdem schient das Gras da drüben ein bisschen grüner als hier zu sein.“
„Ja genau das will der Wolf doch. Dass du denkst du bist in Sicherheit! Aber du bist es nicht! Er frisst dich sofort, wenn du drüben ankommst.“
„Und warum lässt er die anderen Schafe in Ruhe?“
„Jetzt hör auf zu Fragen und dreh deinen Kopf wieder Richtung Meeeeeeeer.“

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Montag, 16. Mai 2011
Gedanken zum Tatort
Gestern Abend gab es mal wieder einen Tatort mit dem aufgestülpten Thema Frontex. Anscheinend muss heutzutage eine Tatort Handlung mit einem ,sicherlich wichtigen, Thema vermischt werden, sodass dann am Ende nur noch Kokolores übrig bleibt. Wobei der gestrige Tatort noch einer der besseren Umsetzungen war.

Zurück bleibt dieses, „Schön, dass wir mal darüber geredet haben.“ - Gefühl, mehr aber auch nicht.
Die Vor- und Nachteile von Frontex wurden also erst gar nicht großartig erläutert, schließlich musste man nebenbei noch den Fall lösen. Die Hauptkommisarin übernahm die Rolle der linken Aktivistin, die einfach nur aus Prinzip dagegen ist und auf der anderen Seite stehen böse Konzerne, die einfach nur Geld mit dem Grenzschutz verdienen wollen. Es wurde nix erklärt und auch keine Argumente geliefert, warum das alles so schlimm sein soll. Das ist richtig schade...

Das Thema ist hochaktuell und auch sehr wichtig. Europa diskutiert, wie man mit den Flüchtlingen umgehen soll und droht daran zu zerbrechen.

Ein Herr Sarrazin sagt, dass man die europäischen Außengrenzen unbedingt sichern und keine Flüchtlinge aufnehmen soll, da die dann auch noch ihre Familie und so weiter nachholen und am Ende haben wir dann ganz Afrika in Deutschland. Der Herr Sarrazin hat aber leider noch nicht kapiert, dass Zuwanderung etwas Positives für unser Land ist, da der Herr ein menschenverachtendes Arschloch ist. Der Mann kann zwar gut mit Zahlen umgehen, besitzt aber leider nur die soziale Intelligenz eines Einsiedlerkrebses.

Mein Problem ist, dass der Herr Sarrazin zum Teil recht hat, wenn auch aus völlig bescheuerten Gründen. Es ist völlig richtig, keine Flüchtlinge aus Afrika aufzunehmen. Aber nicht, weil es schlecht für Deutschland ist, sondern weil es schlecht für Afrika ist. Wie soll sich denn ein Staat entwickeln, wenn alle daran interessiert sind, nach Europa zu gelangen oder von dem Geld leben, dass Verwandte (die es geschafft haben) aus Europa schicken? Und es sind logischerweise selten Arme oder Kriminelle, die das viele Geld für ein Flüchtlingsboot aufbringen können, sondern eher gut Ausgebildete. Afrika blutet aus und die ganze Situation verschlimmert sich.
Einwanderer sind also ein Segen für die EU aber leider ein Fluch für Afrika und genau aus diesem Grund muss man das unterbinden.

Unser Innenminister Friedrich hat übrigens eine ganz andere Meinung zu diesem Thema:
"Wir brauchen die, die uns nutzen und nicht die, die uns ausnutzen. Das sollte unser Programmsatz für die Zuwanderungspolitik sein."

Ich weiß ja nicht was schlimmer ist: Ob man eine Festung Europa baut, in die keiner mehr rein darf oder ob man so rassistisch ist und nur die Menschen aufnimmt, die einem was nützen.

Was würden Sie bevorzugen?

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Donnerstag, 12. Mai 2011
Bild von einem kaputten Reifen
Ich weiß ja auch nicht, warum ich ein Foto von diesem kaputten Reifen gemacht habe.


(Bitte klicken! :) )

Aber im Nachhinein betrachtet, finde ich das Bild toll, obwohl es nichts Besonderes zeigt. Ich kann mir nur nicht erklären, warum es mich begeistert. Ich möchte es sogar an die Wand hängen...völlig verrückt.

Sind Sie davon begeistert? Und wenn ja, können Sie es mir erklären?

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Donnerstag, 14. April 2011
Oviskratie
(Das ist nur ein Poetry Slam Text. Ist also nicht so toll zum Lesen geeignet. Sorry!)

Ich möchte mit Ihnen Heute über Politik sprechen. Nun habe ich folgendes Problem: Ich verstehe diese ganze Kacke nicht!! Ich bin wahrscheinlich einfach zu doof für Demokratie.

Heutzutage ist das ja alles so kompliziert. Haben Sie schon mal ernsthaft versucht unserer Bundeskanzlerin im Fernsehen zuzuhören? Nach 30 Sekunden stellt man sich die Frage, ob man heute schon den Müll herunter geschafft hat oder stellt währenddessen eine imaginäre Einkaufsliste auf. Habe ich noch Butter im Kühlschrank? Meine Konzentration auf Merkels Rede bleibt einfach nicht haften. Die gute Frau heißt nicht umsonst Teflon-Merkel.

Ich stelle mir ja des Öfteren die Frage, wie diese Frau in der realen Welt zurecht kommen würde. Zum Beispiel beim Kauf von 2 Brötchen beim Bäcker: Ich plane in den kommenden Sekunden den Erwerb mehrerer Weizenmehlprodukte in ihrer Lokalität zu tätigen. Nach eingehender Überprüfung ihrer feilgebotenen Ware gedenke ich ihre Arbeits- und Materialkosten finanziell, aber auch mit dem nötigen Respekt an Ihrer Tätigkeit, entschieden mit einer von ihnen bestimmten Höhe an Hartgeld auszugleichen. Des weiteren hoffe ich, dass Sie die Ware in ein tragfähiges und nachhaltiges Konstrukt legen, damit ich diese auch noch in naher Zukunft, also nachher im Kanzleramt, unversehrt genießen kann.

Kein Wunder, dass keiner mehr wählen geht. Da muss man schon 5 Semester Merkelistik studiert haben um diesen Nonsens in ein tragfähiges Verständnisgebilde...ach Scheiße jetzt fang ich auch schon an. Den Politikern zuhören, bringt also schon mal gar nichts...

Ich bin ja schon froh, dass man die Parteien wenigstens noch farblich auseinanderhalten kann. Stellen Sie sich mal vor, die würden die Farbe ihren Inhalten anpassen. Die SPD wäre hellgrau, die Grünen auch hellgrau nur ein bisschen dunkler und die CDU dann noch ein bisschen dunkler.
Wobei die Grünen dann natürlich Bündnis 90 die nicht ganz so hellgrauen, heißen müssten.
Die unterschiedlichen Farben geben dem Laien das trügerische Gefühl eine Auswahl zu haben. Wenn ich zum Beispiel Lust auf eine Regierung habe, die keine Soldaten in ein anderes Land schickt, dann wähle ich die Grünen, weil die ja Pazifistisch sind. Ha ha! Wir wissen alle, dass dieser Ausflug in den grünen Pazifismus in einen erneuten Einmarsch nach Osten endete. Die haben nicht mal so lange warten können, bis die Großväter der letzten Kriegsgeneration unter der Erde sind, um denen die erneute Scham zu ersparen.
Vielleicht haben die sich bei pazifistisch auch nur um ein „st“ vertippt und die meinen pazifisch? Wer weiß das schon? Macht ja eh alles keinen Sinn.




Natürlich bin ich mir im Klaren, dass man sich auch politisch informieren kann. Der Spiegel zum Beispiel. Früher ein linkes Kampfblatt und eisernes Bollwerk der Demokratie und Pressefreiheit. Heute kann ich darin lesen, dass Sigmar Gabriel gerne Schokoflocken mit Milch zum Frühstück isst und das Renate Künast, jahrelang ein Vogelnest auf dem Kopf trug. Kritische, politische Berichterstattung ist einer schleichenden Boulevardisierung der Politik zum Opfer gefallen. Wie ein Huhn die Erde nach einem leckerem Wurm, muss man sich die relevanten Informationen aus einem riesigen Haufen Informationsmüll, picken. Dann muss man diese nur noch auf Plausibilität und Wahrheitsgehalt prüfen und schon weiß man Bescheid. Ganz einfach, oder?

Wenn ich der Einzige Idiot wäre, der nichts von Politik versteht, dann wäre das ja noch Okay. Ich bin wenigstens einer der wenigen Idioten, die wissen, dass sie nix von Politik verstehen. Dann gibt es noch die große Masse, die sich erst gar nicht für Politik interessiert und dann gibt es noch die, die glauben, dass sie die Politik verstehen, aber eigentlich auch nur auf die politische Meinungsmache der Medien hereinfallen und denen alles ungeprüft nachplappern.

Wenn man das dann alles zusammenwirft und in einen bunten Kessel schmeißt, haben wir die politische Macht einer dummen Schafherde, die von einer kleinen Anzahl Wölfe im Schafspelz gelenkt wird und zwar ins sichere Verderben.

Nur ein Zyniker würde das noch als Demokratie bezeichnen. Ich finde, es muss ein völlig neuer Begriff für diese neue Staatsform her. Ich nenne es Oviskratie: die Schafherrschafft.
Damit will ich aber nicht sagen, dass die Mehrheit der Bevölkerung zu dumm für Demokratie ist. Sie ist lediglich naiv und ungebildet. Das ist aber nicht schlimm. Das kriegen wir wieder hin...

Ich bin dafür, dass wir die Politik in die Köpfe der Menschen schlagen. Nein nicht mit Hammer und Sichel, so wie bei den Kommunisten!!
Ich stelle mir das so vor: Mario Barth ersetzt sein Hauptthema Freundin durch Politik und nennt sein neues Bühnenprogramm: Nichts reimt sich auf Merkel!!
Till Schweiger kümmert sich um die cineastische Umsetzung mit dem Film Keinparteiensystem. In der Hauptrolle spielt Alexandra Neldel eine Prostituierte, die Kanzlerin werden will.
Günther Jauch moderiert Wer wird Politiker? Eine Show, in der die Kandidaten politische Fragen beantworten müssen. Als Hauptpreis winkt ein Bundestagsmandat.

Ja ich weiß! Wie sie sehen habe ich auch keine brauchbaren Ideen um das Problem zu lösen. Habe ich nicht anfangs gesagt, dass ich diese ganze Kacke nicht verstehe?

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Montag, 21. März 2011
Schweben Sie weiter! Hier gibt es nix zu sehn!!
Ordnung ist das halbe Schweben! Dieser komische Satz stammt nicht von mir, sondern von der Betreibergesellschaft der Wuppertaler Schwebebahn. Und nicht dass Sie denken, ich verarsche Sie hier. Beweisfoto 1:



Nun ist das Wort Schweben natürlich nur ein Marketingtrick, um möglichst viele Menschen in dieses Höllengefährt und nach Wuppertal zu locken. Mit der sachlich richtigen Betitlung Einschienenhängebahn lassen sich weder bekloppte Wortwitze machen noch Touristen anziehen.



Die Bahn hängt 12 Meter über der Wupper, schaukelt wie ein Schiff und legt sich wie ein Motorrad in die Kurven.
Sie existiert ja schon mehr als 100 Jahre und sie ist tatsächlich nur ein einziges Mal in die Wupper gefallen. Man kann also ruhig alle Sicherheitsbedenken über Bord werfen und mitfahren.
Die Schwebebahn ist Beförderungsmittel und Highlight in einem und ich beneide die Wuppertaler ein bisschen. Es macht Spaß, man hat einen tollen Ausblick und man ist extravagant unterwegs. „Schatz, ich schweb dann mal rüber in die Innenstadt.“, könnte man sagen und es würde ein bisschen nach Zukunft klingen.


Futuristisch sehen übrigens einige Haltestellen der Schwebebahn aus. Diese hier heißt Ohligsmühle und ist wirklich sehenswert.

Wir sind übrigens vom Bahnhof zum Zoo geschwebt.
Ich bin bestimmt schon seit 10 Jahren in keinem Zoo mehr gewesen und diesmal wollte ich eigentlich auch nur hinein, weil ich das Teleobjektiv meiner Kamera austesten wollte. So ein Teleobjektiv lohnt sich immer dann, wenn man nicht nah genug an ein Objekt heran kann. Tiere im Zoo sind da ein gutes Beispiel.
Auch wenn das vielleicht komisch klingen mag, aber es ist verdammt schwierig kein langweiliges Foto in einem Zoo oder Tierpark zu machen. Einfach mal so das Tier ablichten sieht zwar gut aus, ist aber nichts Ungewöhnliches und langweilt das Auge schneller als man gucken kann.
Der Papagei ist natürlich eine Ausnahme:



Nicht langweilig, sind solche Bilder mit eingefrorenen Bewegungen:


Es tut richtig weh, dieses tolle Bild auf diese Größe einzudampfen.

Oder Löwen in Aktion:


Löwen beim Liebesspiel. Doch die Löwin wollte, zum Glück der anwesenden Eltern, nicht mitspielen. :)

Und noch ein Funfact zum Schluss: Im Zoo kann man auch super Eltern und ihre Kinder beobachten. Zum Beispiel das eine Mädchen, welches tatsächlich mit einem Nintendo DS (oder so :) ) vor der Nase gelangweilt an den Terrarien der Schlangen entlanglief. Sie hat immer nur mal kurz das Tier angeschaut und sich dann wieder ihrem Spiel hingegeben. Ich war schon ein bisschen verwundert, dass die Eltern das zulassen.

So! Das war dann der Bilderbeitrag vom Wochenende.

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Dienstag, 8. März 2011
Neue Ufer


„Ich bin in 20 Minuten bei Dir!“, sagte sie zu mir, dabei war sie ja noch in einer ganz anderen Stadt und auch nur mit dem Fahrrad unterwegs. Dass man im Ruhrgebiet in relativ kurzer Zeit von einer Großstadt in die andere fahren kann, daran habe ich mich noch immer nicht gewöhnt. Gewöhnt bin ich, dass große Städte weit auseinander liegen. In meiner Heimat ist die nächste große Stadt Chemnitz. Man fährt nicht mal so eben mit dem Fahrrad nach Chemnitz. Das muss man planen, vorbereiten (und vor allen Dingen genug Essen mitnehmen). :)
Im Ruhrgebiet kann man nicht mal sehen, wo die eine Stadt aufhört und die andere anfängt. Das fasziniert mich, vielleicht bin ich aber auch einfach nur leicht zu faszinieren.

Natürlich war es eine Frau, die mich in den tiefen Westen ziehen ließ. Da habe ich, den gerade erst frisch renovierten, Osten doch glatt gegen den, schon etwas in die Jahre gekommen, Westen eingetauscht. So etwas kann man doch nur für eine Frau tun...

Weil es nämlich egal ist, ob man in einer kleinen Hütte irgendwo in Rumänien hockt oder im Kongo mit einer wilden Affenherde sein Brot teilt: Wenn man glücklich ist, dann ist es für einen der schönste Ort der Welt.

Und so sitze ich mit ihr auf einer Bank am Rhein und wir beobachten die großen Schiffe, die vorbeiziehen. Es ist kalt und ungemütlich. Der eisige Wind weht einem die letzte Wärme aus dem Gesicht und trotzdem kann man nicht aufhören zu grinsen.

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Donnerstag, 3. März 2011
Steile These oder wie der Geschichtenerzähler zum linken Spinner wurde
Bevor ich hier meine steile These präsentiere, möchte ich euch eine kleine Anekdote aus meinem Leben erzählen.

Es geht um einen Job, den ich gemacht habe und der wirklich interessant war für einen neugierigen Menschen wie mich. Ich war im Auftrag einer Firma in einer fremden Stadt unterwegs und durfte bei den Leuten klingeln. Dann wurde ich hereingelassen, vervollständigte meinen Auftrag und klingelte beim nächsten Haus. Was ich da gemacht habe, spielt eigentlich gar keine Rolle und unterliegt auch der Geheimhaltung. Viel wichtiger ist, dass man bei dieser Tätigkeit ganz nebenbei einen interessanten Einblick in unsere Gesellschaft (geschenkt) bekommt, den wahrscheinlich nur wenige Menschen erfahren dürfen.
Man hat den kompletten Schnitt durch alle Bevölkerungsschichten: Vom armen Schlucker, der in einer kaputten Holzbude irgendwo im Nirgendwo am Rande einer Schrebergartensiedlung haust bis zur riesigen Protzvilla an einem malerischen Felshang, wo einem der Portier die Türe öffnet und einen verächtlich anschaut, weil man es gewagt hat, mit schlammigen Turnschuhen das großzügig gestaltete Eingangsportal zu betreten. Die schlammigen Turnschuhe hatte ich mir auf dem Feldweg geholt, der zur kaputten Holzbude des armen Schluckers gehörte. Aber das nur am Rande.

Für so einen Job braucht man ein verdammt dickes Fell, da man eben manchmal auf Widerstand stößt in Form von grundlosem Anschreien, Beleidigungen oder „Ich hetz den Hund auf dich!!“-Drohungen. Natürlich passiert das nur selten, aber solche Fälle brennen sich eben ins Gedächtnis ein. Ich bin immer wieder von mir selbst erstaunt, wie schnell man sich daran gewöhnen kann, angeschrien oder beleidigt zu werden. Andererseits wäre es auch fatal, wenn einen das nicht kalt lassen würde.
Ich bin sowieso ein ruhiger und geduldiger Mensch. Als mir mal ein Kunde gesagt hat: „Ich hole meinen Vorschlaghammer und schlage Ihnen den Schädel ein.“ habe ich ihm ernsthaft erwidert, dass er das gerne tun kann, aber erst nachdem ich meine Arbeit gemacht habe.
Für Sie mag das ganz schlagfertig klingen, ich habe mich später gewundert, dass mir so eine Antwort herausgerutscht ist. Es ist ein Zeichen dafür, dass man wahrlich schnell abstumpft.

Jetzt fragen Sie sich doch bestimmt schon die ganze Zeit, warum ich Ihnen diesen ganzen Nonsens erzähle? Raten Sie mal, bei welcher Bevölkerungsschicht man auf den größten Widerstand trifft?

Bei den ganz reichen Leuten und bei den Bitterarmen. Die ganz oben in der Gesellschaft und die ganz unten verhalten sich statistisch (Ich habe ungefähr 10000 Haushalte besucht) gesehen am unsozialsten. Natürlich ist das keine raketenwissenschaftliche Erkenntnis und niemanden wird mein Ergebnis, aus meiner ganz persönlichen Studie, überraschen.

Trotzdem ist es allgemein anerkannt, dass es einer Gesellschaft schlecht gehen muss, je mehr arme Menschen darin hausen müssen. Ich bin der Meinung man müsste die Charakterisierung einer Gesellschaft um einen wichtigen Punkt erweitern. Es ist nämlich auch schlecht für eine Gesellschaft, wenn es viele reiche Menschen gibt. In den Medien kann man immer wieder von einem Kampf gegen Armut lesen, warum nicht auch ein Kampf gegen Reichtum?

Viele Menschen reden davon, dass uns faule Hartz4 Individuen auf der Tasche liegen, aber wenn man mal sagt, dass einem auch millionenschwere Topmanager auf der Tasche liegen, wird man ganz schnell als linker Spinner hingestellt. Dabei ist das schon längst Realität geworden. (Siehe staatliche Bankenrettung)

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob man unsoziales Verhalten beider Schichten mir gegenüber so einfach auf ein unsoziales Verhalten der Gesellschaft gegenüber ummünzen kann.

Deswegen ist es ja auch nur eine steile These.

Ich möchte gerne eine Regierung in Deutschland, die sich dafür einsetzt, dass es weniger arme Menschen und weniger reiche Menschen gibt. Denn die momentane Regierung fördert genau das Gegenteil.

Ich danke Ihnen, für Ihre Aufmerksamkeit!!

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Sonntag, 27. Februar 2011
Neuer Beitrag
Dachte ja es ist schwer. Aber so schwer scheinbar doch nicht. Ich schreibe ja schon am 3. Satz. Hat man da noch Worte?

Jetzt erstmal ausruhen und das Bild anschauen.



Da steigt man einfach so in ein fremdes Haus ein... Ich hätte ja auch geklingelt, wenn es eine Klingel gegeben hätte. Oder geklopft, wenn es eine Türe gegeben hätte. Oder gerufen, wenn es einen Adressaten gegeben hätte. Gab es aber alles nicht...trotzdem hat es sich ein bisschen angefühlt wie Einbrechen.



Einbrechen konnte man übrigens auch super durch die Decke des Hauses. Verputzte Schilfpflanzen halten nicht gerade ewig. Aber die Leute, die dort gewohnt haben, wollten vielleicht gar nicht für immer bleiben. Schauen Sie sich die mal an:



Grimmiger Blick, die Augen auf irgendeine nackte Frau gerichtet. Was sonst sollte man so verdammt konzentriert anschauen?
Diese Leute lebten spontan, bauten nicht auf Stein, sondern nur auf Schilf. Schon das Vordach über dem Eingang war aus lebensgefährlichem Asbest. Man lebte am Limit, immer bereit sich zu Tode zu langweilen. Den eiskalten Krieg im Nacken.

Künstlerisch gesehen, ist das natürlich völlig irrelevant. Es geht um Resultate, Leute!! Bilder von abgeblätterten Wänden, schummriges Zwielicht und ganz viel Dreck!! Nicht um Geschichte!!





Und jetzt machen wir mal wieder den Schwenk zurück in die Restrealität. Heute wird dort nämlich, genauso wie damals bei den Russen, reichlich geflogen, geschwirrt, geloopingt, Motor abgestellt und zum Schein abgestürzt, gedreht, gekurbelt, gezwirbelt und herumgespiralt...mir wurde schon schlecht beim zusehen. Wobei das Ding wirklich weit weg war...dank der famosen Technik aber immerhin herangezoomt (Ich mag das Wort ja nicht...aber eh man "Bildauschnitt verkleinern" schreibt :) ) auf ein erkennbares Maß.

Ich hoffe es hat ihnen trotzdem gefallen. Wir lesen uns bestimmt bald wieder...

Ich drücke jetzt auf veröffentlichen. Es ist ein komisches Gefühl. Kribbelt sogar leicht. Wahnsinn!!

[Edit] Die Bilder sind natürlich alle krass nachgeschärft. Muss noch die richtige Mischung zwischen eindampfen und schärfen finden.

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