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Ausgebuddelt:
dergeschichtenerzaehler, Montag, 5. Dezember 2011, 17:42
Dein Freund und Helfer
Schon das ganze Haus auf das Dach gestellt
Vielleicht ist sie wieder unters Sofa geschnellt
oder ist an ihrem Lieblingsplatz unterm Tisch
Oh großer Gott der Unterhaltung; ich find sie nich.
Soll ich dich etwa, wie früher, manuell anfassen
oder wollen wir uns auf einen Deal einlassen
Du hörst auf mein Kommando, hier vom Sessel aus
Jetzt komm doch, bei ihr tatest du es doch auch.
Nichts liegt ihr ferner als mir zu dienen.
Oh ja vielleicht liegt sie hinter diesen Gardinen?
Oder aber der Hund hat sie wieder gefressen
und dann hat er ihr Ausscheiden vergessen.
Oh je! Oh je! Ich find sie nicht! Was soll ich tun?
Wo bist du nur, du von allen geliebte, Fernbedienung?
Schon das ganze Haus auf das Dach gestellt
Vielleicht ist sie wieder unters Sofa geschnellt
oder ist an ihrem Lieblingsplatz unterm Tisch
Oh großer Gott der Unterhaltung; ich find sie nich.
Soll ich dich etwa, wie früher, manuell anfassen
oder wollen wir uns auf einen Deal einlassen
Du hörst auf mein Kommando, hier vom Sessel aus
Jetzt komm doch, bei ihr tatest du es doch auch.
Nichts liegt ihr ferner als mir zu dienen.
Oh ja vielleicht liegt sie hinter diesen Gardinen?
Oder aber der Hund hat sie wieder gefressen
und dann hat er ihr Ausscheiden vergessen.
Oh je! Oh je! Ich find sie nicht! Was soll ich tun?
Wo bist du nur, du von allen geliebte, Fernbedienung?
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DACKELKORD
dergeschichtenerzaehler, Dienstag, 29. November 2011, 22:32
Es war ein sonniger Samstagmorgen. Der Postbote klingelte und ich schritt freudig erregt die Treppe hinab zur Eingangstür, um den netten Mann in Gelb zu begrüßen.
„Das können Sie sich aber bald nicht mehr leisten. Hier Post von Ihrer Krankenkasse! Das kann nix Gutes heißen.“, sagte der Mann und spielte auf meine Gesundheit an, die er durch meine Arglosigkeit, völlig nackt im Treppenhaus umher zu wandeln, gefährdet sah.
Recht hatte der Mann. Leider!
Meine Krankenkasse, die sich aufgrund ihrer zahlreichen Fusionen mit anderen Krankenkassen, einen unausprechlichen Namen zugelegt hatte und sich in 10 Minuten in die DAKABKKOKSERBarmer OstWestNordSüd umbenennen wird, schrieb mir:
Lieber Herr Geschichtenerzähler,
Aufgrund von Spaßmaßnahmen...hihi..huch vertippt....bin leider völlig betrunken, weil ich gleich gekündigt werde, aber vorher noch diesen Brief fertig schreiben soll. Alsoooo.
Aufgrund von Sparmaßnahmen sehen wir uns gezwungen sämtliche Leistungen anzumalen...äh... zu streichen. Sie sind lediglich in Notfällen, wie zum Beispiel ein verlorener Kopf oder eine lockere Schraube abgesichert und dürfen eine Grunz huch schon wieder...Grundversorgung in Anspruch nehmen. Normale Krankheiten, wie Schnupfen oder Beinbruch heilen Sie sich bitte selbst ab oder suchen in Ausnahmefällen (Sie alte Memme!!) einen Kleintierarzt auf.
Mit besoffenen Grüßen
Ihre DACKELKORD Krankenkassenhaufengesellschaft
Ein paar Tage später saß ich dann (natürlich erkältet) beim Kleintierarzt (Ich alte Memme!!) neben einem ergrauten Lama und seinem pausbäckigen Besitzer. Eine riesige, schlanke Frau mit Hut hielt in ihren zangenartigen Händen eine grün verschuppte Echse, welche leise vor sich hin röchelte. Dann war da noch eine Katze mit rechtwinkligem Knick im Schwanz, ein völlig kahles Meerschweinchen und ein beutelloser Staubsauger. Wobei der Staubsauger sicherlich nicht krank war, sondern eher die Nagetiere, man kann ihre Art nicht eindeutig von meinem Platz aus spezifizieren, die darin gefangen waren...
„Entschuldigung, aber Ihr Lama hat mich mit Auswurf benetzt.“, sagte die Frau mit der Echse empört.
„Aber doch nur, weil Ihr Legoan gar nicht aus Lego aufgebaut ist.“, antwortete der kleine Dicke neben dem Lama.
„Es handelt sich um einen Leguan mit u. Mit UUUUU!! Spreche ich so undeutlich?“
„Mein Lama hört eben schlecht und fühlt sich schnell verarscht. Deswegen sind wir ja auch hier.“, antwortete der Mann setzte sich ein paar Stühle weiter weg.
„Was haben Sie denn eigentlich für ein Tier?“, fragte mich die Besitzerin des Staubsaugers. Sie war noch sehr jung und neugierig.
„Ich habe Schnupfen und Husten.“
„Wo sind denn Schnupfen und Husten. Haben Sie sie verschluckt, so ähnlich wie bei mir mit dem Staubsauger?“
„Nein, nein ich bin krank...ich habe kein Haustier.“, erklärte ich.
Die Besucher des Warteraumes schauten mich verdutzt an, sagten aber lieber nichts mehr. Man sah ständig Irre im Fernsehen und auf Grund dessen war man es gewohnt, schweigend zu beobachten.
Nach dem kahlen Meerschweinchen war ich endlich an der Reihe und ich betrat das Behandlungszimmer.
„Hallo Herr Doktor!“
„Guten Tag... Herr?“, fragte mich der Tierarzt.
„Geschichtenerzähler mein Name. Hören Sie! Ich habe Schnupfen und Husten und jaaaa ich weiß, eigentlich soll ich ja nur in Notfällen zu Ihnen kommen, aber ich halte dieses ständige Kranksein einfach nicht mehr aus.“
„Sie wissen aber schon, dass ich kein Doktor bin. Ich habe nicht promoviert und außerdem behandele ich nur Tiere bis zu einer gewissen Größe und Lamas eingeschlossen.“
„Aber Sie wurden mir von meiner Krankenkasse empfohlen. Hier schauen Sie! Das steht da...“, ich zeigte meinem neuen Tierarzt den Wisch der Krankenkasse Dackelkord, welche mittlerweile nicht mehr so hieß, es aber eine Website geben soll, wo der neue Name in Echtzeit aktualisiert wird.
„Das ist doch ein Scherz. Der Verfasser dieses Briefes ist offensichtlich alkoholisiert.“, erklärte der Tierarzt.
„Sehen Sie! Sie können ja doch für Menschen Diagnosen erstellen. So dumm sind Sie nämlich gar nicht.“ Ich versuchte den Tierarzt aufzumuntern. Doch der gab nicht nach.
„Bitte gehen Sie jetzt und kommen Sie erst wieder, wenn Sie ein krankes Tier besitzen.“
Mit gesenktem Kopf verließ ich die Praxis. Ich hatte keine Ahnung, wo ich auf die schnelle ein krankes Tier bekommen sollte...
„Das können Sie sich aber bald nicht mehr leisten. Hier Post von Ihrer Krankenkasse! Das kann nix Gutes heißen.“, sagte der Mann und spielte auf meine Gesundheit an, die er durch meine Arglosigkeit, völlig nackt im Treppenhaus umher zu wandeln, gefährdet sah.
Recht hatte der Mann. Leider!
Meine Krankenkasse, die sich aufgrund ihrer zahlreichen Fusionen mit anderen Krankenkassen, einen unausprechlichen Namen zugelegt hatte und sich in 10 Minuten in die DAKABKKOKSERBarmer OstWestNordSüd umbenennen wird, schrieb mir:
Lieber Herr Geschichtenerzähler,
Aufgrund von Spaßmaßnahmen...hihi..huch vertippt....bin leider völlig betrunken, weil ich gleich gekündigt werde, aber vorher noch diesen Brief fertig schreiben soll. Alsoooo.
Aufgrund von Sparmaßnahmen sehen wir uns gezwungen sämtliche Leistungen anzumalen...äh... zu streichen. Sie sind lediglich in Notfällen, wie zum Beispiel ein verlorener Kopf oder eine lockere Schraube abgesichert und dürfen eine Grunz huch schon wieder...Grundversorgung in Anspruch nehmen. Normale Krankheiten, wie Schnupfen oder Beinbruch heilen Sie sich bitte selbst ab oder suchen in Ausnahmefällen (Sie alte Memme!!) einen Kleintierarzt auf.
Mit besoffenen Grüßen
Ihre DACKELKORD Krankenkassenhaufengesellschaft
Ein paar Tage später saß ich dann (natürlich erkältet) beim Kleintierarzt (Ich alte Memme!!) neben einem ergrauten Lama und seinem pausbäckigen Besitzer. Eine riesige, schlanke Frau mit Hut hielt in ihren zangenartigen Händen eine grün verschuppte Echse, welche leise vor sich hin röchelte. Dann war da noch eine Katze mit rechtwinkligem Knick im Schwanz, ein völlig kahles Meerschweinchen und ein beutelloser Staubsauger. Wobei der Staubsauger sicherlich nicht krank war, sondern eher die Nagetiere, man kann ihre Art nicht eindeutig von meinem Platz aus spezifizieren, die darin gefangen waren...
„Entschuldigung, aber Ihr Lama hat mich mit Auswurf benetzt.“, sagte die Frau mit der Echse empört.
„Aber doch nur, weil Ihr Legoan gar nicht aus Lego aufgebaut ist.“, antwortete der kleine Dicke neben dem Lama.
„Es handelt sich um einen Leguan mit u. Mit UUUUU!! Spreche ich so undeutlich?“
„Mein Lama hört eben schlecht und fühlt sich schnell verarscht. Deswegen sind wir ja auch hier.“, antwortete der Mann setzte sich ein paar Stühle weiter weg.
„Was haben Sie denn eigentlich für ein Tier?“, fragte mich die Besitzerin des Staubsaugers. Sie war noch sehr jung und neugierig.
„Ich habe Schnupfen und Husten.“
„Wo sind denn Schnupfen und Husten. Haben Sie sie verschluckt, so ähnlich wie bei mir mit dem Staubsauger?“
„Nein, nein ich bin krank...ich habe kein Haustier.“, erklärte ich.
Die Besucher des Warteraumes schauten mich verdutzt an, sagten aber lieber nichts mehr. Man sah ständig Irre im Fernsehen und auf Grund dessen war man es gewohnt, schweigend zu beobachten.
Nach dem kahlen Meerschweinchen war ich endlich an der Reihe und ich betrat das Behandlungszimmer.
„Hallo Herr Doktor!“
„Guten Tag... Herr?“, fragte mich der Tierarzt.
„Geschichtenerzähler mein Name. Hören Sie! Ich habe Schnupfen und Husten und jaaaa ich weiß, eigentlich soll ich ja nur in Notfällen zu Ihnen kommen, aber ich halte dieses ständige Kranksein einfach nicht mehr aus.“
„Sie wissen aber schon, dass ich kein Doktor bin. Ich habe nicht promoviert und außerdem behandele ich nur Tiere bis zu einer gewissen Größe und Lamas eingeschlossen.“
„Aber Sie wurden mir von meiner Krankenkasse empfohlen. Hier schauen Sie! Das steht da...“, ich zeigte meinem neuen Tierarzt den Wisch der Krankenkasse Dackelkord, welche mittlerweile nicht mehr so hieß, es aber eine Website geben soll, wo der neue Name in Echtzeit aktualisiert wird.
„Das ist doch ein Scherz. Der Verfasser dieses Briefes ist offensichtlich alkoholisiert.“, erklärte der Tierarzt.
„Sehen Sie! Sie können ja doch für Menschen Diagnosen erstellen. So dumm sind Sie nämlich gar nicht.“ Ich versuchte den Tierarzt aufzumuntern. Doch der gab nicht nach.
„Bitte gehen Sie jetzt und kommen Sie erst wieder, wenn Sie ein krankes Tier besitzen.“
Mit gesenktem Kopf verließ ich die Praxis. Ich hatte keine Ahnung, wo ich auf die schnelle ein krankes Tier bekommen sollte...
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Der Geschichtenerzähler entdeckt die weite Welt
dergeschichtenerzaehler, Mittwoch, 26. Oktober 2011, 20:26
Am Wochenende konnte ich mal mein neues Weitwinkelobjektiv ausführen.
Man kann zum Beispiel den Rheinturm aus 10 Meter Entfernung auf das Bild bannen. Nur so zum Vergleich: Aus dieser Entfernung schafft es nicht mal das Auge den Boden und die Spitze gleichzeitig zu sehen. Ich habe es probiert und so sehr herum geschielt, bis ich Kopfschmerzen bekam.

Herzlichen Glückwunsch! Sie haben sich bis zum Ende des Bildes gescrollt und bekommen nun weiterführende Ausführungen...
Außerdem kann man mit einem Weitwinkel die Größe des Rheins so stark vervielfachen, dass er eher wie der Amazonas wirkt und nicht wie ein kleines, braves Flüsschen.

Das ist sicherlich alles schön und toll am Anfang. Und man läuft wie ein kleiner Junge durch die Gegend und knippst alles mit freudiger Erregung.
Nur ergibt das bei der postknippsenden Bildbetrachtung am heimischen Computer ein Problem. Solche Bilder wirken entweder langweilig, da durch die Weite nicht viel zu sehen ist oder eben, wie im Falle des Rheinturms, total amateurhaft, weil es so aussieht, als ob der Turm nach hinten kippt.
Wozu dann der weite Winkel?
Weitwinkel ermöglicht eine plastischere Bildwirkung. Das Bild bekommt mehr Raumtiefe, zumindest wenn man einen Vorder- und Hintergrund einsetzt. Man muss sich viel mehr auf die Gestaltung eines Bildes konzentrieren. Man muss auf die Linien in einem Bild achten, damit diese nicht völlig aus dem Ruder laufen und damit im Endeffekt Häuser, Bäume oder ein Verwandter irgendwohin kippen.
Wenn man diese Spielregeln berücksichtigt, dann hat man eine wirkliche Wunderwaffe in der Hand, die einen enormen kreativen Spielraum eröffnet und interessante Bilder zaubert.

Man kann zum Beispiel den Rheinturm aus 10 Meter Entfernung auf das Bild bannen. Nur so zum Vergleich: Aus dieser Entfernung schafft es nicht mal das Auge den Boden und die Spitze gleichzeitig zu sehen. Ich habe es probiert und so sehr herum geschielt, bis ich Kopfschmerzen bekam.

Herzlichen Glückwunsch! Sie haben sich bis zum Ende des Bildes gescrollt und bekommen nun weiterführende Ausführungen...
Außerdem kann man mit einem Weitwinkel die Größe des Rheins so stark vervielfachen, dass er eher wie der Amazonas wirkt und nicht wie ein kleines, braves Flüsschen.

Das ist sicherlich alles schön und toll am Anfang. Und man läuft wie ein kleiner Junge durch die Gegend und knippst alles mit freudiger Erregung.
Nur ergibt das bei der postknippsenden Bildbetrachtung am heimischen Computer ein Problem. Solche Bilder wirken entweder langweilig, da durch die Weite nicht viel zu sehen ist oder eben, wie im Falle des Rheinturms, total amateurhaft, weil es so aussieht, als ob der Turm nach hinten kippt.
Wozu dann der weite Winkel?
Weitwinkel ermöglicht eine plastischere Bildwirkung. Das Bild bekommt mehr Raumtiefe, zumindest wenn man einen Vorder- und Hintergrund einsetzt. Man muss sich viel mehr auf die Gestaltung eines Bildes konzentrieren. Man muss auf die Linien in einem Bild achten, damit diese nicht völlig aus dem Ruder laufen und damit im Endeffekt Häuser, Bäume oder ein Verwandter irgendwohin kippen.
Wenn man diese Spielregeln berücksichtigt, dann hat man eine wirkliche Wunderwaffe in der Hand, die einen enormen kreativen Spielraum eröffnet und interessante Bilder zaubert.

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Captain Aldi - Der Gegendemonstrant
dergeschichtenerzaehler, Freitag, 21. Oktober 2011, 17:49
Wenn du den Leuten kein Vorbild sein kannst, dann musst du eben als schreckliches Beispiel herhalten.
Das war schon immer Captain Aldis Maxime. Na gut eigentlich erst, seitdem er seinen Job und obendrein einen riesigen Haufen Geld verloren hatte. Der Teufel scheißt eben immer auf den größten Haufen. So ist das im Leben.
Das hatte ihm auch sein Bankberater gesagt. Manchmal hat man einfach Pech. So ist das im Leben. Erst hat man 20 Prozent risikofreie Rendite. Dann hat man nur noch 20 Prozent Lebensqualität.
Dafür hat man dann aber nichts mehr, was sich zum Verlieren lohnt. Keine Frau mehr, keine Kinder mehr und alles völlig risikofrei.
Captain Aldi ist völlig frei.
Er kann jetzt Montags 10 Uhr mit einer Hose und einer knappen Alditüte bekleidet durch die Fußgängerzone stolzieren. Sein Begleiter ist ein kleines, borstiges Wildschwein, welches er vor ein paar Wochen sauseelenallein im Wald fand und bei sich aufnahm. Seitdem arbeiten beide daran ihre Körpergerüche gegenläufig anzugleichen und haben nebenbei eine Menge asozialen Spaß. (Wobei „asozial“ in diesem Kontext eindeutig als positive Wertung gedacht ist.)
Doch es kam, wie es kommen musste und dann auch noch an einem schönen sonnigen Samstag.
Es standen mindestens 1000 Leute vor seiner Lieblingsbank und hielten Schilder in die Luft. Sogar Eltern mit Kinderwagen und ihre nach Gerechtigkeit schreienden Kleinkinder.

Ein Bankenprotest!
Captain Aldi rieb sich verwundert die schmutzigen Augen.
Er protestierte schon seit Jahren gegen diese Bank. Am Anfang zündete er immer eine Kerze an, tat so als ob er ein heiliger Priester wäre und betete für die verlorenen Bankerseelen. Dann ging er dazu über Schweineblut an die weiße Fassade der Bank zu werfen und schrie dazu passend: "Blut an Euren Händen! Blut an Euren Außenwänden!". Dann später, als er ein eigenes Schwein besaß, brachte er es nicht mehr übers Herz Schweineblut zu verschwenden und ließ sein Schwein einfach vor das Eingangsportal kacken. Manchmal kackte er auch selbst, wenn das Schwein nicht konnte. Man kennt das ja... Man muss flexibel sein, wenn es ans Protestieren geht.
Doch nun standen da mehrere Menschen.
Captain Aldi schaute sich erst ein wenig unsicher um, wollte sich dann aber doch nicht von seiner Routine abbringen lassen. Er nahm das Schwein in die Luft und kämpfte sich durch die Menge. Dann setzte er das Schwein auf die Eingangstreppe und ließ es sein protestantisches Geschäft verrichten.
Die Menge johlte. Die Masse gierte nach Symbolen und Captain Aldi gab sie ihnen.
Man gab ihm sogar ein Megaphon. Doch die erwartete Rede kam nicht:
„Liebe Leute! Ihr kotzt mich an! An einem so schönen Wetter steht ihr hier im Schatten der Bank und haltet bescheuerte Schilder in die Luft. Ihr verplempert eure Zeit! Die da oben lachen über euch. Freuen sich sogar, dass ihr eure eigenen Demokratiefestspiele organisiert, damit die Politiker dann wieder behaupten können: Jucheee! Wir leben in einer Demokratie! Entscheiden könnt ihr aber trotzdem nix! Schon seit Jahrzehnten gibt es Antiatom Demonstrationen und was hat man erreicht? Nichts! Es musste erst eine Horrorkatastrophe passieren, bis sich was änderte. Und genauso ist es bei den Banken. Erst wenn der Deutsche auf der Straße sitzt, geht er demonstrieren...“, schrie Captain Aldi und dann entnahm man ihm das Megafon wieder.
Er war sauer! Er wollte alleine gegen die Banken protestieren. Er wollte nicht einer von Vielen sein. Dort standen Eltern mit Kindern, Studenten und ein paar verrückte Spinner. Also ganz normale Leute!!
Er wollte nicht dazu gehören. Er wollte nicht etwas, was man ihm wieder nehmen konnte. Und wenn es nur eine kleine Portion Stolz ist.
Das war schon immer Captain Aldis Maxime. Na gut eigentlich erst, seitdem er seinen Job und obendrein einen riesigen Haufen Geld verloren hatte. Der Teufel scheißt eben immer auf den größten Haufen. So ist das im Leben.
Das hatte ihm auch sein Bankberater gesagt. Manchmal hat man einfach Pech. So ist das im Leben. Erst hat man 20 Prozent risikofreie Rendite. Dann hat man nur noch 20 Prozent Lebensqualität.
Dafür hat man dann aber nichts mehr, was sich zum Verlieren lohnt. Keine Frau mehr, keine Kinder mehr und alles völlig risikofrei.
Captain Aldi ist völlig frei.
Er kann jetzt Montags 10 Uhr mit einer Hose und einer knappen Alditüte bekleidet durch die Fußgängerzone stolzieren. Sein Begleiter ist ein kleines, borstiges Wildschwein, welches er vor ein paar Wochen sauseelenallein im Wald fand und bei sich aufnahm. Seitdem arbeiten beide daran ihre Körpergerüche gegenläufig anzugleichen und haben nebenbei eine Menge asozialen Spaß. (Wobei „asozial“ in diesem Kontext eindeutig als positive Wertung gedacht ist.)
Doch es kam, wie es kommen musste und dann auch noch an einem schönen sonnigen Samstag.
Es standen mindestens 1000 Leute vor seiner Lieblingsbank und hielten Schilder in die Luft. Sogar Eltern mit Kinderwagen und ihre nach Gerechtigkeit schreienden Kleinkinder.

Ein Bankenprotest!
Captain Aldi rieb sich verwundert die schmutzigen Augen.
Er protestierte schon seit Jahren gegen diese Bank. Am Anfang zündete er immer eine Kerze an, tat so als ob er ein heiliger Priester wäre und betete für die verlorenen Bankerseelen. Dann ging er dazu über Schweineblut an die weiße Fassade der Bank zu werfen und schrie dazu passend: "Blut an Euren Händen! Blut an Euren Außenwänden!". Dann später, als er ein eigenes Schwein besaß, brachte er es nicht mehr übers Herz Schweineblut zu verschwenden und ließ sein Schwein einfach vor das Eingangsportal kacken. Manchmal kackte er auch selbst, wenn das Schwein nicht konnte. Man kennt das ja... Man muss flexibel sein, wenn es ans Protestieren geht.
Doch nun standen da mehrere Menschen.
Captain Aldi schaute sich erst ein wenig unsicher um, wollte sich dann aber doch nicht von seiner Routine abbringen lassen. Er nahm das Schwein in die Luft und kämpfte sich durch die Menge. Dann setzte er das Schwein auf die Eingangstreppe und ließ es sein protestantisches Geschäft verrichten.
Die Menge johlte. Die Masse gierte nach Symbolen und Captain Aldi gab sie ihnen.
Man gab ihm sogar ein Megaphon. Doch die erwartete Rede kam nicht:
„Liebe Leute! Ihr kotzt mich an! An einem so schönen Wetter steht ihr hier im Schatten der Bank und haltet bescheuerte Schilder in die Luft. Ihr verplempert eure Zeit! Die da oben lachen über euch. Freuen sich sogar, dass ihr eure eigenen Demokratiefestspiele organisiert, damit die Politiker dann wieder behaupten können: Jucheee! Wir leben in einer Demokratie! Entscheiden könnt ihr aber trotzdem nix! Schon seit Jahrzehnten gibt es Antiatom Demonstrationen und was hat man erreicht? Nichts! Es musste erst eine Horrorkatastrophe passieren, bis sich was änderte. Und genauso ist es bei den Banken. Erst wenn der Deutsche auf der Straße sitzt, geht er demonstrieren...“, schrie Captain Aldi und dann entnahm man ihm das Megafon wieder.
Er war sauer! Er wollte alleine gegen die Banken protestieren. Er wollte nicht einer von Vielen sein. Dort standen Eltern mit Kindern, Studenten und ein paar verrückte Spinner. Also ganz normale Leute!!
Er wollte nicht dazu gehören. Er wollte nicht etwas, was man ihm wieder nehmen konnte. Und wenn es nur eine kleine Portion Stolz ist.
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Nach oben limitierte Höhenangst
dergeschichtenerzaehler, Sonntag, 9. Oktober 2011, 18:51

Man kann bis unter die goldene Kugel steigen. (Auf dem Foto sieht man das leider nicht...auf dem Original schon. :) )
Als ich diesen Kirchturm von unten sah, war ich sofort begeistert. Da muss ich hinauf. Ein Turm, der sich in den Himmel schraubt...
Zu finden ist diese Himmelsschraube in Kopenhagen auf der Erlöserkirche.
Der Aufstieg ist eng und mühsam. Man zwängt sich durch den engen Glockenturm, vorbei an anderen Touristen und muss ständig ungeduldig warten.
Als ich dann endlich die Luke zur Plattform öffnen konnte, traf mich der Schlag. Ich bekam einen Höhenangstanfall. Anders kann man das wohl nicht bezeichnen. Wie ein kleines Häufchen Elend stand ich in windiger Höhe über der Stadt. Ich zitterte am ganzen Körper und konnte mich kaum bewegen.
Das Schlimme ist: Es traf mich vollkommen unerwartet. Ich war schon oft in großen Höhen; auf dem Eiffelturm oder sogar an einer Klippe am Grand Canyon, wo es mehrere Kirchturmhöhen in die Tiefe ging. Einfach schon aus Erfahrung rechnet man nicht mit so einer Panik...
Aber wahrscheinlich waren diese Höhen zu abstrakt für meinen Verstand. Die 80 Meter auf dem Kirchturm, auf einem schmalen Brett mit gutem Blick in den Abgrund, sind anscheinend weniger abstrakt...mein Verstand (ja ich habe einen) schickte mir dauernd grausame Bilder. Menschen die aus dem World Trade Center springen und dann diese eine Episode aus Die Olsenbande, wo Egon Olsen vor der großen Turmuhr auf dem Kopenhager Rathaus steht.
Zu allem Übel war es ja auch noch ein Glockenturm und kurz vor um 3. Unter meinen Füßen befand sich ein 32 Tonnen schweres Glockenensemble und ich hatte große Angst mich auch noch auf akustischem Wege zu erschrecken...Zurück konnte ich auch nicht, denn im Glockenturm wäre es bestimmt noch lauter gewesen. (Es gab tatsächlich eine rote Warnlampe für das Glockengeläut.)
Also klammerte ich mich verkrampft an dem goldenen Geländer fest und wartete auf das drohende Unheil.
Passiert ist nicht viel. Das Glockengeräusch war angenehmer als erwartet und ich gewöhnte mich auch langsam an die Höhe. Ich stieg also zitternd die Schnecke hinauf, innerlich einen Kampf Neugierde gegen panische Angst führend und machte dann dieses Foto:

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Ganze 7 Cent fürs Bullshit Bingo!!
dergeschichtenerzaehler, Dienstag, 27. September 2011, 17:26

Ach was waren das noch für schöne Zeiten, als Günther Jauch und ein paar Suffnasen gemeinsam den Regenwald retteten.
Günther Jauch ist wahrlich ein Held und auch seine Sendung: Wer wird Millionär? war doch immer wieder unterhaltsam.
Es ging sogar so weit, dass man sich diesen Herrn als Kanzler wünschte. Wer nichts wird, wird Wirt und wer nichts kann, der kann Kanzler. So ist das eben in Deutschland. Damit haben wir uns arrangiert; schon längst.
Nun probiert sich Jauch aber in der Rolle des Journalisten. Üben konnte er diese Rolle bei Stern TV, wo er schon das ein oder andere Vogelgrippe Huhn ausfragen durfte oder eine Polizistin, die gleichzeitig Diebin ist, interviewen konnte.
Seine Leistungen waren so ausgezeichnet schlecht, dass er mittlerweile sogar die Kanzlerin exklusiv und gebührenfinanziert interviewen musste.
Das war am Sonntag und ich bin erst jetzt aus dem Koma erwacht, welches diese Sendung bei mir hinterließ.
Aber nun erst mal die reinen Fakten: Dieses Gespräch kostete dem ehrlichen Gebührenzahler ungefähr 270000 Euro und das sind pro Haushalt immerhin 7 Cent, die man unfreiwillig für diese PR Aktion der Kanzlerin zahlen musste.
Dafür bekam man dann auch einiges an Schwachsinn geboten. 5 mal den Satz: Ich bin zuversichtlich (manchmal auch optimistisch. Das soll anscheinend die Märkte beruhigen, die unglaublich scheu auf Wahrheiten reagieren.). 1 mal: Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt. (Schwäbischer Ghetto Hausfrauen Slang) 1 mal: Der Wirtschaft geht es gut und wir haben Aufschwung. (Aus der Abteilung: Lügen ohne Rotwerden)
Jauchs Aufgabe ist dabei vielfältig und anstrengend zugleich, obwohl doch alles fein säuberlich auf seinen Kärtchen steht, guckt er immer wieder dumm aus der Wäsche, bis ihm zum Glück einfällt, dass er den ganzen Kram ja gar nicht verstehen muss, sondern einfach nur die von Angela Merkel vorbereiteten Fragen ablesen bzw. ihr Stichworte geben muss.
Merkel konnte also ihre heiße Luft ablassen und Jauch hakte, so gut es eben ging, nicht nach. Als Zuschauer fühlte man sich ein bisschen an Fussball erinnert. Ich habe immer wieder den Fernseher angebrüllt: JETZT FRAG DOCH DIE ALTE MAL WAS NUN KONKRET DIE NACHTEILE VON EUROBONDS SIND!! oder DAS STIMMT DOCH GAR NICHT. JEDER DEPP KANN IHR DAS GEGENTEIL BEWEIßEN!!!
Dann kam aber doch noch etwas Interessantes: Jauch wollte wissen, wie man die Sparforderungen in Griechenland durchsetzen will, wenn dort dauernd demonstriert (das Parlament handlungsunfähig ist usw.) wird und die einfach nicht ihr Land für Deutschland kaputt sparen wollen.
Merkel hat auch schon die Lösung parat: Sie redet von Durchgriffsrechten, die dann anscheinend von Deutschland aus in Athen einmarschieren und die Leute zum sparen zwingen.
Die Idee vom Durchgriffsrechten, der in fremde europäische Länder marschiert ist, ist sicherlich nicht neu. Das gab es doch schon mal irgendwann? Hab es leider wieder vergessen...Aber na ja ist halt ein öffentlich-rechter Sender, die ARD. Da darf man so was schon mal sagen...Hat man ja auch gesehen, wie das erstaunlich gut gecastete Publikum an den richtigen Stellen klatschte und auch das mit den Durchgriffsrechten super toll fand.
Und das alles für nur 7 Cent. Billiger geht es kaum!!
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Das konservative Schaf Hubert
dergeschichtenerzaehler, Dienstag, 30. August 2011, 17:25

"Du Hubert? Warum leben wir eigentlich auf einer Insel?"
"Weil wir Inselschafe sind und sich dein Urgroßvater Hubert der Allererste, damals vor 30 Jahren als Einziger auf diese Insel retten konnte."
"Vor dem bösen Wolf?"
"Ja genau. Er hat sich in Frischhaltefolie eingewickelt und konnte dadurch nicht untergehen."
"Echt? Und warum machen wir nicht dasselbe und schwimmen rüber aufs Festland zu den Festlandschafen. Das sind ja nur 2 Meter.“
„Weil da drüben der Wolf auf uns lauert.“
„Also ich schaue jeden Tag auf das Festland, winke den fröhlichen Festlandschafen zu und konnte bis jetzt noch nie einen Wolf sehen. Außerdem schient das Gras da drüben ein bisschen grüner als hier zu sein.“
„Ja genau das will der Wolf doch. Dass du denkst du bist in Sicherheit! Aber du bist es nicht! Er frisst dich sofort, wenn du drüben ankommst.“
„Und warum lässt er die anderen Schafe in Ruhe?“
„Jetzt hör auf zu Fragen und dreh deinen Kopf wieder Richtung Meeeeeeeer.“
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