Warum wir alle an etwas glauben und nichts wissen
Es gibt immer mehr Leute, die behaupten, diese ganze virtuelle Welt bestehend aus Internet, Computerspielen oder Fernsehen, sei gefährlich. Weil sie nicht die echte Welt ist. Die sogenannte Realität.

Wer so etwas behauptet ist natürlich dümmer als die Polizei es jemals erlauben würde, denn eine virtuelle Welt gibt es doch schon immer. Wir leben darin, jeden Tag, jede Sekunde.

Nehmen wir doch mal unseren Hauptsinn her, das Sehen. Ich schaue zum Beispiel auf ein Glas Wasser welches halb voll ist. Das Glas kann ich nur sehen weil ein paar weit gereiste Lichtstrahlen (immerhin kommen die von der Sonne) auf mein Glas treffen, dort reflektiert werden und dann weiter in mein Auge fliegen. Wenn sie dann einmal im Auge angelangt sind, wird es erst richtig spannend. Die Lichtstrahlen gehen durch das Auge durch und treffen hinten auf die Netzhaut. Der Lichtstrahl enthält nur eine einzige Information und zwar welche Farbe er hat. Den Rest, also Entfernung, Farbe oder die Geometrie unseres halbvollen Wasserglases spinnt sich unser Gehirn, aus den Milliarden von Lichtstrahlen, die permanent unser Auge erreichen, zusammen. Die Netzhaut wandelt die Lichtinformationen in elektrische Signale um und schickt sie ins Gehirn, wo dann das Bild berechnet wird. Das Bild was wir dann zu sehen bekommen ist aber auch nur virtuell.

Eigentlich kann ihnen niemand garantieren, dass das echt ist was Sie sehen, riechen oder schmecken. Schließlich ist es alles nur eine Interpretation unseres Gehirns. Wer diese Tatsache schon akzeptiert hat, der kommt nicht umhin sich zu fragen, wer uns garantieren kann, dass es nicht noch andere Wesen um uns herum gibt, die wir aber einfach nicht detektieren können? Es gibt ja schon bekannte Formen von Energie, welche wir nicht direkt spüren können, sondern nur ihre Auswirkungen, wie zum Beispiel Magnetismus. Der ist für uns unsichtbar, obwohl das Wort unsichtbar in diesem Zusammenhang völlig falsch ist, weil wir mit unserem Auge sowieso nur Lichtinformationen aufnehmen können. Magnetismus ist nicht wahrnehmbar. Warum soll es dann nicht noch andere Dinge geben, die wir nicht wahrnehmen?

Am lustigsten finde ich die Leute die jeglichen Glauben völlig ablehnen und nicht verstehen können, wie Menschen an etwas glauben können, was unsichtbar ist. Dabei glauben diese Leute auch an etwas. Nämlich an das was sie sehen. Doch es wird ihnen nie jemand beweisen können, dass es die Dinge wirklich gibt, die sie mit ihren 5 popligen Sinnen wahrnehmen. Schon wenn ihnen das ein Wissenschaftler erklärt, dass die Welt real ist, ist die Information die der Wissenschaftler erklärt, alles andere als real. Sie kommt ja von ihrem Hirn und ist nur virtuell.

Wenn mir also in Zukunft jemand weismachen will, es ist dumm an einen Gott zu glauben, dann erkläre ich ihm, dass es noch viel dümmer ist, nur an das zu glauben, was uns unser Gehirn vorgaukelt. Nur weil in einem Glas Wasser keine Fische schwimmen, kann man ja nicht darauf schließen, dass es im Ozean auch keine Fische gibt.

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Sehr richtig oder auch falsch. Was bestätigt Ihre Theorie mehr, Herr Geschichtenerzähler? Ist ihr Beitrag schließlich auch ein Produkt Ihres Gehirns, so können Sie sich ebenso irren...
Eigentlich ist mir nur nichts Passendes eingefallen und ich wollte in diesem netten Blog mal kommentieren.

Meine Theorie bestätigt gar nichts... Ich will auch nichts bestätigen. Das ist doch die Kernaussage. Man kann nichts hundertprozentig wissen oder bestätigen. Irren ist menschlich und gehört dazu. Man kann nur hundertprozentig glauben!! Ich hoffe Sie verstehen das.

Ich finde es schön wenn Sie hier kommentieren. Eine rege Debatte zu diesem Thema könnte sehr interessant sein.

Hebraeer 11,1: "Es ist aber der Glaube eine gewisse Zuversicht des, das man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, das man nicht sieht."

Das erklärt doch einiges. Der Begriff Glauben ist doch heutzutage viel zu pervers interpretiert. Glauben wird oft mit Wissen verwechselt.

Meine Güte... gleich ein Bibelzitat zur Hand. So isser der Herr Bier... Übrigens habe ich Sonntag vormittag den Gottesdienst im Deutschlandfunk gehört und die haben mich auf diese Gedanken gebracht. Goethe hat das ja schon alles in seinem Faust verarbeitet. Warum sollte die Gretchenfrage heute nicht mehr gelten?

Goethe war Freimaurer, der wusste schon Bescheid...

ich bin der meinung, dass jeder mensch an etwas glauben soll, weil glaube zugleich hoffnung ist. und ein leben ohne hoffnung ist fast wertlos...
ich glaube an meinen gott und ich glaube auch zu wissen, dass einige augenblicke des innehaltens auch den glauben an mich enorm stärken...

Ich habe ja schon immer viel von ihnen gehalten, aber jetzt bin ich wirklich beeindruckt... Ihr Wort in Gottes Ohr...