Mein Beitrag zur Erforschung der Menschheit
dergeschichtenerzaehler, Freitag, 5. Juni 2009, 20:33
Letzte Woche hatte ich eine wichtige Aufgabe. Ich nahm an einer Sozialstudie teil.
Nun war diese Sozialstudie keineswegs eine offizielle Studie von irgendeiner renommierten Universität oder Klappsmühle. Nein, nein! Ich habe mir diese Studie selbst ausgedacht um meinen Beitrag zur Erforschung, der ach so komplizierten Psyche der Menschen in einer Großstadt, zu leisten.
Ich wollte mich als Leberwurst verkleiden und dann mit stolz geschwellter Leberwurstbrust durch die Straßen wandeln.
Jetzt werden Sie sicherlich wieder denken, ich sei verrückt und außerdem, ist das nichts Besonderes; einfach als Leberwurst durch die Straßen laufen. Das kann doch jeder ausreichend bekloppte Insasse einer geschlossenen Anstalt!
Ich aber sage, es ist was Besonderes, so wie ich das zu vollstrecken plane, denn ich werde mein gesamtes Schauspieltalent in die Rolle einfließen lassen und der Leberwurst eine menschliche Eigenschaft geben, die sie im Grunde nicht verdient.
Ich werde nicht einfach nur mal eben eine Leberwurst sein. Nein! Ich werde eine beleidigte Leberwurst sein!
Schon Wochen vorher bereitete ich mich mental auf mein Projekt vor. Ich aß sie und cremte mich mit Leberwurst ein. Ich putzte mir damit die Zähne und ging mit der kleinen Kalbsleberwurst im Park spazieren. Ich musste eins sein mit der Leberwurst, so denken wie eine Leberwurst und auch so handeln. Bei kritischen Entscheidungen stellte ich mir immer wieder, die gleichen dämlichen Fragen. Was würde die Leberwurst tun? Wie würde die Leberwust handeln?

Die Leberwurst hängt gerne mit ihren Kumpels auf der Wurstplatte rum.
Dann kam der Tag, welcher gleichzeitig den Schlusspunkt meines Projektes darstellte. Ich konnte endlich in mein Leberwurstkostüm schlüpfen und mich auf den Weg in die Innenstadt machen. Ich hatte mir eine mannshohe Papprolle gebaut und diese außen, mit feiner bis grobkörniger Kalbsleberwurst, verziert. Oben hatte ich eine Art runde Kuppel aus Geflügelleberwurst installiert, welche drehbar gelagert war und so meinen Blicken Folge leisten konnte.
In diesem Aufzug betrat ich den Aufzug unseres Hauses, fuhr herab und präsentierte mich der Menschheit. Die Sonne prasselte hernieder und die Leberwurstoberfläche fing an sich zu verflüssigen und einen komischen Geruch abzusondern. Perfekt!
Ich hatte nicht vor auf die Menschen zu zugehen, so wie das immer andere verkleidete Menschen in den Fußgängerzonen dieser Welt taten, um sie von irgendetwas zu überzeugen. Im Gegenteil, die Passanten sollten eher auf mich zugehen, neugierige Fragen stellen und den Kontakt zur Wurst suchen.
Und ich hatte relativ schnell Erfolg, denn schon bald kam eine junge Frau auf mich zu gestürzt. Hastig versuchte sie ihren viel zu großen Schäferhund namens Rexprotz, davon abzuhalten, sie durch die Gegend zu schleifen. Schlitternd und ihre Plateauschuhe auf ein minimales Profil herunter gebremst, kam sie bei mir zum Stehen und ich war froh, dass der süße Rexprotz einen Maulkorb trug.
Hunde sollte ich als Leberwurst unbedingt meiden, also stieg ich in die Straßenbahn. Eine logische Konsequenz, wenn man bedenkt, dass Hunde in Straßenbahnen nicht erlaubt sind. Für Leberwürste galt das zum Glück nicht und so stieg ich in die überfüllte Bahn und quetschte mich zwischen die Menschen. Hier gab es endlich die ersten Leute, welche den unmittelbaren Kontakt zur Leberwurst suchten und als ich dann zum Glück aller Weiterfahrenden die Bahn verließ, klebte immer noch ein kleiner Junge an meinem Rücken. Wobei eine Leberwurst natürlich keinen Rücken hat, aber wir wollen mal nicht so kleinlich sein, schließlich ist keine Sozialstudie perfekt. Die Mutter des Kleinen folgte mir hysterisch schreiend und ich hatte endlich die Aufmerksamkeit aller im Umkreis von mehreren Metern. Die Mutter entfernte das Kind von meiner runden Oberfläche und beschimpfte mich im Weggehen. Natürlich reagierte ich darauf, wie es das Drehbuch verlangte; ich war beleidigt, wie man es von einer beleidigten Leberwurst gewohnt ist.
Der Vorfall mit dem Kind und der zugehörigen schreienden Frau, hatte nun auch die Ordnungsmacht auf den Plan gerufen. Ein Polizist fragte mich, was ich hier mache, doch ich blieb natürlich stumm. Leberwürste können nicht reden, das weiß mittlerweile jedes Kind. Doch der Polizist blieb stur und nahm mich fest. Ich sah den Zeitungstitel des nächsten Tages schon vor mir, eine Leberwurst in Untersuchungshaft.
Meine Sozialstudie war ein voller Erfolg.
Ich hatte es geschafft, ich hatte die Leberwurst wieder in das Bewusstsein der Menschen gerückt. Sie ist auf der Wurstbeliebtheitsskala weit nach oben gerutscht und ist mittlerweile auf Platz 2 knapp hinter dem arroganten Schinken.
Nun war diese Sozialstudie keineswegs eine offizielle Studie von irgendeiner renommierten Universität oder Klappsmühle. Nein, nein! Ich habe mir diese Studie selbst ausgedacht um meinen Beitrag zur Erforschung, der ach so komplizierten Psyche der Menschen in einer Großstadt, zu leisten.
Ich wollte mich als Leberwurst verkleiden und dann mit stolz geschwellter Leberwurstbrust durch die Straßen wandeln.
Jetzt werden Sie sicherlich wieder denken, ich sei verrückt und außerdem, ist das nichts Besonderes; einfach als Leberwurst durch die Straßen laufen. Das kann doch jeder ausreichend bekloppte Insasse einer geschlossenen Anstalt!
Ich aber sage, es ist was Besonderes, so wie ich das zu vollstrecken plane, denn ich werde mein gesamtes Schauspieltalent in die Rolle einfließen lassen und der Leberwurst eine menschliche Eigenschaft geben, die sie im Grunde nicht verdient.
Ich werde nicht einfach nur mal eben eine Leberwurst sein. Nein! Ich werde eine beleidigte Leberwurst sein!
Schon Wochen vorher bereitete ich mich mental auf mein Projekt vor. Ich aß sie und cremte mich mit Leberwurst ein. Ich putzte mir damit die Zähne und ging mit der kleinen Kalbsleberwurst im Park spazieren. Ich musste eins sein mit der Leberwurst, so denken wie eine Leberwurst und auch so handeln. Bei kritischen Entscheidungen stellte ich mir immer wieder, die gleichen dämlichen Fragen. Was würde die Leberwurst tun? Wie würde die Leberwust handeln?

Die Leberwurst hängt gerne mit ihren Kumpels auf der Wurstplatte rum.
Dann kam der Tag, welcher gleichzeitig den Schlusspunkt meines Projektes darstellte. Ich konnte endlich in mein Leberwurstkostüm schlüpfen und mich auf den Weg in die Innenstadt machen. Ich hatte mir eine mannshohe Papprolle gebaut und diese außen, mit feiner bis grobkörniger Kalbsleberwurst, verziert. Oben hatte ich eine Art runde Kuppel aus Geflügelleberwurst installiert, welche drehbar gelagert war und so meinen Blicken Folge leisten konnte.
In diesem Aufzug betrat ich den Aufzug unseres Hauses, fuhr herab und präsentierte mich der Menschheit. Die Sonne prasselte hernieder und die Leberwurstoberfläche fing an sich zu verflüssigen und einen komischen Geruch abzusondern. Perfekt!
Ich hatte nicht vor auf die Menschen zu zugehen, so wie das immer andere verkleidete Menschen in den Fußgängerzonen dieser Welt taten, um sie von irgendetwas zu überzeugen. Im Gegenteil, die Passanten sollten eher auf mich zugehen, neugierige Fragen stellen und den Kontakt zur Wurst suchen.
Und ich hatte relativ schnell Erfolg, denn schon bald kam eine junge Frau auf mich zu gestürzt. Hastig versuchte sie ihren viel zu großen Schäferhund namens Rexprotz, davon abzuhalten, sie durch die Gegend zu schleifen. Schlitternd und ihre Plateauschuhe auf ein minimales Profil herunter gebremst, kam sie bei mir zum Stehen und ich war froh, dass der süße Rexprotz einen Maulkorb trug.
Hunde sollte ich als Leberwurst unbedingt meiden, also stieg ich in die Straßenbahn. Eine logische Konsequenz, wenn man bedenkt, dass Hunde in Straßenbahnen nicht erlaubt sind. Für Leberwürste galt das zum Glück nicht und so stieg ich in die überfüllte Bahn und quetschte mich zwischen die Menschen. Hier gab es endlich die ersten Leute, welche den unmittelbaren Kontakt zur Leberwurst suchten und als ich dann zum Glück aller Weiterfahrenden die Bahn verließ, klebte immer noch ein kleiner Junge an meinem Rücken. Wobei eine Leberwurst natürlich keinen Rücken hat, aber wir wollen mal nicht so kleinlich sein, schließlich ist keine Sozialstudie perfekt. Die Mutter des Kleinen folgte mir hysterisch schreiend und ich hatte endlich die Aufmerksamkeit aller im Umkreis von mehreren Metern. Die Mutter entfernte das Kind von meiner runden Oberfläche und beschimpfte mich im Weggehen. Natürlich reagierte ich darauf, wie es das Drehbuch verlangte; ich war beleidigt, wie man es von einer beleidigten Leberwurst gewohnt ist.
Der Vorfall mit dem Kind und der zugehörigen schreienden Frau, hatte nun auch die Ordnungsmacht auf den Plan gerufen. Ein Polizist fragte mich, was ich hier mache, doch ich blieb natürlich stumm. Leberwürste können nicht reden, das weiß mittlerweile jedes Kind. Doch der Polizist blieb stur und nahm mich fest. Ich sah den Zeitungstitel des nächsten Tages schon vor mir, eine Leberwurst in Untersuchungshaft.
Meine Sozialstudie war ein voller Erfolg.
Ich hatte es geschafft, ich hatte die Leberwurst wieder in das Bewusstsein der Menschen gerückt. Sie ist auf der Wurstbeliebtheitsskala weit nach oben gerutscht und ist mittlerweile auf Platz 2 knapp hinter dem arroganten Schinken.
sid,
Freitag, 5. Juni 2009, 22:47
und ging mit der kleinen Kalbsleberwurst im Park spazieren - nanana Sie Schlingel.
Ungefragt herzeigen ist nicht - oder Sie zahlen kräftig Strafe... ; P
Ungefragt herzeigen ist nicht - oder Sie zahlen kräftig Strafe... ; P
dergeschichtenerzaehler,
Sonntag, 7. Juni 2009, 03:09
Na wenn Sie es nicht wissen, dann kann ich ihnen auch nicht mehr weiterhelfen! :-)
sid,
Sonntag, 7. Juni 2009, 16:46
Mist, übersehne, daß mir bei Ihnen geholfen worden wäre - arghs....
Was mach ich nu bloß : ))
Was mach ich nu bloß : ))
dergeschichtenerzaehler,
Sonntag, 7. Juni 2009, 20:38
Tut mir leid aber ich mache keine zweideutigen Witze... Das habe ich noch nicht im Repertoire!! :-)
pathologe,
Samstag, 6. Juni 2009, 13:03
Ein wenig mehr essen und Sie koennten als beleibte Leberwurst weitermachen.
Bauchfrei-T-Shirt gefaellig?
Bauchfrei-T-Shirt gefaellig?
dergeschichtenerzaehler,
Samstag, 6. Juni 2009, 14:23
Oh da muss ich noch viel essen, denn dick bin ich wirklich nicht.
guenterkrass,
Samstag, 6. Juni 2009, 14:03
Kann ich Schmerzensgeld fordern? Sie machen mich hungrig. Und das, obwohl der Weg zum Kühlschrank eine halbe Weltreise wäre.
Und die Tiefkühlpizza, die sich selber zubereitet, besitze ich auch noch nicht.
Und die Tiefkühlpizza, die sich selber zubereitet, besitze ich auch noch nicht.
dergeschichtenerzaehler,
Samstag, 6. Juni 2009, 14:23
Ach komm du wehleidige Mimose... :-)
Ich frage mich gerade ob ich das in Jena vorlesen soll. Habe doch heute wieder einen Auftritt vor Publikum...
Ich frage mich gerade ob ich das in Jena vorlesen soll. Habe doch heute wieder einen Auftritt vor Publikum...
guenterkrass,
Samstag, 6. Juni 2009, 14:31
Wehleidige Mimose? Nur um jetzt "beleidigte Leberwurst" zu vermeiden, oder?
Also der Sandkasten und Bin Laden sind dabei?
Eigentlich könnte man auch noch was vom Bonzen vorlesen oder Dave aus der Zukunft.
Wenn dann noch Platz ist, macht sich die Leberwurst sicher auch nicht schlecht.
Aber die anderen Sachen find ich besser.
Also der Sandkasten und Bin Laden sind dabei?
Eigentlich könnte man auch noch was vom Bonzen vorlesen oder Dave aus der Zukunft.
Wenn dann noch Platz ist, macht sich die Leberwurst sicher auch nicht schlecht.
Aber die anderen Sachen find ich besser.
fluechtig,
Samstag, 6. Juni 2009, 14:27
Boah, mir wird schlecht, wenn ich mir alleine den Geruch vorstelle. Pfui Teufel! :)
dergeschichtenerzaehler,
Samstag, 6. Juni 2009, 14:31
Das sind die Reaktionen die ich sehen will!! Jeehaa!
(Bin ja schon froh, dass sie ihre Kalaschnikow daheim gelassen haben. Wenn ich höre wie oft hier den Leuten das Layout zerschossen wird)
(Bin ja schon froh, dass sie ihre Kalaschnikow daheim gelassen haben. Wenn ich höre wie oft hier den Leuten das Layout zerschossen wird)