Ich bin ein guter Terrorist
dergeschichtenerzaehler, Samstag, 24. Oktober 2009, 18:26
Ein staatlich geprüfter Terrorist zu sein, ist auch nicht immer einfach. Viele stellen sich das als einen Traumjob vor. Spannende Arbeit, interessantes Betätigungsfeld und die gute Bezahlung sprechen dafür.
Der Job ist kein Zuckerschlecken, Leute! Und ich weiß wovon ich rede, denn ich war mal staatlich geprüfter Zuckerschlecker in der Zuckerindustrie bis mir das dann alles zu süß wurde und ich kündigen musste.
Mein neuer Job als Terrorist ist nicht mehr so unkompliziert. Gestern war ich zum Beispiel im Park. Ich habe mich als Ente verkleidet. Als terroristische Ente. Eben wie eine Ente süß sauer nur ohne das süß. Ich habe mich in den Ententeich eingeloggt und mich mit einer freundlichen Entenfamilie angefreundet.
Doch das geschah ja nur aus Tarnungsgründen. In Wirklichkeit hatte ich es nämlich auf die Rentner abgesehen, welche den ganzen Tag am Wasser stehen und die Enten füttern. Mein Plan war es, die Rentner zu erschrecken, wobei wir Terroristen nennen das terrorisieren in der Fachsprache, und eine Lektion zu erteilen. Elegant schwamm ich zum Zielobjekt, eine ältere Frau in ihren goldenen Jahren.
Mit einem freundlichen: „Nak nak!“, sprach ich sie an. Instinktiv und beinahe devot schnappte sich die alte Frau einen Brotkrumen und warf ihn mir vor die Füße. Ich kam meinem Ziel nun immer näher. „Nak nak!“, gab ich zum wiederholten Male von mir, jedoch diesmal ein wenig aufdringlicher, fasst schon terroristisch.
Die alte Frau wies mich darauf hin, dass da ein Brotkrumen im Wasser sich seinem Siechtum hingab und ich ihn mir schleunigste besorgen sollte, sonst sei er weg. Dahin in den unerreichbaren Tiefen des Teiches verschwunden. Ich ignorierte jedoch die hektischen Mahnungen der alten Frau und blätterte gelangweilt in meiner schalldichten Koranbibel. Die Frau stand nun auf, denn sie konnte es nicht mehr ertragen, wie der Brotkrumen unverspeister Dinge seinen Abgang antrat.
Das Brot sank und die alte Frau auch, auf den Boden der Tatsachen. Anscheinend war sie sehr nah am Wasser gebaut und konnte meine fiese Attacke nur schwer verkraften.
Irgendwie tat mir die alte Frau leid. Die Garstigkeit floss aus meinem Gesicht und ich setzte eine Trauermiene auf. Ich weinte Ententränen, welche leise in den Teich tropften.
Terrorist zu sein ist kein einfacher Job und in solchen Sekunden, würde ich am liebsten alles hinschmeißen.
Doch die Leute brauchen Menschen wie mich. Menschen die jeden Tag furchtlos hinaus gehen und Panik und Angst verbreiten, damit die Bevölkerung wieder ruhig schlafen kann.
Denn die Menschen haben genau vor den Dingen am meisten Angst, die so gut wie ausgeschlossen sind. Jeden Tag setzen sie sich furchtlos in ihr Auto, fahren zu schnell, und rauchen hunderte Zigaretten. Ich bringe den Terrorismus zu den Leuten, damit sie sich auch noch daran gewöhnen und furchtloser damit umgehen können.
Ich bin eben ein guter Terrorist.
Der Job ist kein Zuckerschlecken, Leute! Und ich weiß wovon ich rede, denn ich war mal staatlich geprüfter Zuckerschlecker in der Zuckerindustrie bis mir das dann alles zu süß wurde und ich kündigen musste.
Mein neuer Job als Terrorist ist nicht mehr so unkompliziert. Gestern war ich zum Beispiel im Park. Ich habe mich als Ente verkleidet. Als terroristische Ente. Eben wie eine Ente süß sauer nur ohne das süß. Ich habe mich in den Ententeich eingeloggt und mich mit einer freundlichen Entenfamilie angefreundet.
Doch das geschah ja nur aus Tarnungsgründen. In Wirklichkeit hatte ich es nämlich auf die Rentner abgesehen, welche den ganzen Tag am Wasser stehen und die Enten füttern. Mein Plan war es, die Rentner zu erschrecken, wobei wir Terroristen nennen das terrorisieren in der Fachsprache, und eine Lektion zu erteilen. Elegant schwamm ich zum Zielobjekt, eine ältere Frau in ihren goldenen Jahren.
Mit einem freundlichen: „Nak nak!“, sprach ich sie an. Instinktiv und beinahe devot schnappte sich die alte Frau einen Brotkrumen und warf ihn mir vor die Füße. Ich kam meinem Ziel nun immer näher. „Nak nak!“, gab ich zum wiederholten Male von mir, jedoch diesmal ein wenig aufdringlicher, fasst schon terroristisch.
Die alte Frau wies mich darauf hin, dass da ein Brotkrumen im Wasser sich seinem Siechtum hingab und ich ihn mir schleunigste besorgen sollte, sonst sei er weg. Dahin in den unerreichbaren Tiefen des Teiches verschwunden. Ich ignorierte jedoch die hektischen Mahnungen der alten Frau und blätterte gelangweilt in meiner schalldichten Koranbibel. Die Frau stand nun auf, denn sie konnte es nicht mehr ertragen, wie der Brotkrumen unverspeister Dinge seinen Abgang antrat.
Das Brot sank und die alte Frau auch, auf den Boden der Tatsachen. Anscheinend war sie sehr nah am Wasser gebaut und konnte meine fiese Attacke nur schwer verkraften.
Irgendwie tat mir die alte Frau leid. Die Garstigkeit floss aus meinem Gesicht und ich setzte eine Trauermiene auf. Ich weinte Ententränen, welche leise in den Teich tropften.
Terrorist zu sein ist kein einfacher Job und in solchen Sekunden, würde ich am liebsten alles hinschmeißen.
Doch die Leute brauchen Menschen wie mich. Menschen die jeden Tag furchtlos hinaus gehen und Panik und Angst verbreiten, damit die Bevölkerung wieder ruhig schlafen kann.
Denn die Menschen haben genau vor den Dingen am meisten Angst, die so gut wie ausgeschlossen sind. Jeden Tag setzen sie sich furchtlos in ihr Auto, fahren zu schnell, und rauchen hunderte Zigaretten. Ich bringe den Terrorismus zu den Leuten, damit sie sich auch noch daran gewöhnen und furchtloser damit umgehen können.
Ich bin eben ein guter Terrorist.
sid,
Samstag, 24. Oktober 2009, 20:12
Poah - die arme alte Dame. Da füttert sich schon keine Tauben (sehr gut erzogen) und dann sowas... also wirklich. Eine Runde Schämen wäre angebracht...
dergeschichtenerzaehler,
Samstag, 24. Oktober 2009, 20:46
Tu ich...Operation Taube ist natürlich das nächste Projekt. Die fliegenden Kotbomber, hat ein weiser Mann namens Karsten Bier mal gesagt, eignen sich optimal zum Terrorisieren
karsten bier,
Sonntag, 25. Oktober 2009, 12:18
Allerdings. Das Leben ist sehr abwechslungsreich, mal bist du Taube, mal Denkmal /Hirschhausen, 2008/.
Desweiteren "finte" ich, sollten sie mal als Zeitungsente anheuern.
Desweiteren "finte" ich, sollten sie mal als Zeitungsente anheuern.