Dienstag, 3. Januar 2012
Darauf hat die Welt sicherlich nicht gewartet und jetzt ist sie leider da: Dergeschichtenerzähler präsentiert: in einer sensationell langen Überschrift: und mit einem grenzwertigen Gebrauch von Doppelpunkten: Die Ridelight Saga: Biss ins Knie: Folge 1
Wir sind in einem winzigen Bergdorf in der rauhen, transilvanischen Berglandschaft. Ein Rostlada mit Lackstellen knatterte den Berg hinauf und rauschte vorbei an Klaus-Sigurlin, der müde lächelte und an einem sauren Lolly lutschte. Klaus-Sigurlin ist ein Geschöpf namens Vampony, welches schon seit Jahrhunderten die rumänische Landschaft mit einem flauschigen Horror überzieht und Angst und Verzückung verbreitet.

Vamponys, eine unsterblich süße Unterart der Ponys, sind wahrscheinlich die niedlichsten Geschöpfe dieser Erde. Klaus-Sigurlin ist mit einem dicken, wollüstigen Flausch von Kopf bis Klauen überzogen. Seine Maulwinkel sind zu einem Jahrtausende währenden Dauergrinsen verzogen und seine riesigen braunen Kulleraugen können auch den allergrößten Macho, in ein vor Entzückung kreischendes Mädchen, verzaubern.
Experten sprechen von einer passiven Niedlichkeit, wenn sie das Äußere des Vamponys beschreiben. Klaus-Sigurlin besitzt jedoch zusätzlich eine sogenannte aktive Niedlichkeit, die er bei Bedarf durch süße Kehllaute, nicht unähnlich dem erbauendem Glucksen eines Babywaschbärs, erzeugt und so seine Opfer in die süße Falle lockt.
Das Ziel seiner süßen Werbung ist nichts anderes als der harte Nahrungserwerb in Form eine Zwangsblutspende. Das Vampony beißt seinem Opfer lediglich in die Beine, da es den Hals aufgrund seiner mangelnden Größe und Hüpffähigkeiten nicht erreicht und daher nur wenig Blut absaugen kann. Ein kleiner Riss in der Hose, eine Bissspur und eine kurze Bewusstlosigkeit von 10 Minuten, sind die einzigen Folgen, welche man als Vamponyopfer zu befürchten hat.

Trotzdem gelten Vamponys in der rumänischen Mythologie als blutrünstige Tiere, als eine Art mörderische Honigfalle, die ihre Opfer auf grausame Weise töten. Dabei scheint sich der Modus Operandi der Vamponys regional stark zu unterscheiden. In dem Dorf Crizbav in der Nähe der Stadt Brasov will man ein Vampony dabei beobachtet haben, wie es völlig betrunken mit einem grünen Dacia eine Person umgefahren und dann einfach Fahrerflucht begangen hatte. Und in dem Ort Vulcan sah man mehrere vermummte Vamponys, wie sie eine Leiche in den See warfen. Außerdem sind es immer Vamponys, die heimlich Vampornos auf männliche Rechner in die zahlreichen Elternhäuser des Landes schleusen.

Über solche Anschuldigen kann Klaus-Sigurlin nur leise den Kopf schütteln, weder können Vamponys Auto fahren, noch sind sie Mitglieder einer internationalen Mafiabande und können mit ihren ungelenken Klauen auch keine Computer bedienen. Vamponys bewegen sich ironischerweise auf echten Ponys durch die garstige Landschaft und scheuen meist die Gesellschaft andere Vamponys.

Klaus-Sigurlin war auf dem Weg in den Süden. Er folgte schon seit Tagen einer Spur, welche zu einem feindlichen Lammpir gehörte. Vamponys hassten Lammpire und umgekehrt. Angeblich weil Lammpire doof sind, aber höchstwahrscheinlich liegt der Streit tiefer oder besser gesagt in einer kuscheligen Form der Urheberrechtsverletzung. Lammpire nutzen die gleiche Art der Verführung, um an Menschenblut zu gelangen. Zwar haben sie für die aktive Niedlichkeit einen betörenden Duft aus Schafskötteln, Olivenöl und Knoblauch, aber dennoch werden sie von den Vamponys des Ideenklaus bezichtigt.


Hier konnten wir extra für Sie ein Lammpir auf die Sensorik bannen. Man erkennt Lammpire an einem falschen Heiligenschein und an dem kläglichen Versuch einen ordentlichen Schatten zu werfen.

Die Lammpire kamen ursprünglich aus Griechenland und man erzählt sich, dass sie schon zu Sokrates Zeiten ihr niedliches Unwesen trieben und nebenbei durch einen äußerst blöden Zufall auch noch die Demokratie erfanden.

„Alles Blödsinn!“, dachte sich Klaus-Sigurlin. Er ist der Meinung, dass Lampire viel zu dumm sind, um eine eigene Verführungsstrategie zu entwickeln.
Nach ein paar Metern fand das Vampony einen weiteren Anhaltspunkt über die Spur seines Feindes. Es war handelsübliche Lammkacke, welche in kleine Kügelchen gepresst, auf dem staubigen Weg verteilt war. Lammpire waren immer auf echten Lämmern unterwegs...und dann gab es noch einen Hinweis, der ihm das Wasser in den Adern gefrieren lies. Ein Teil der Kotkugeln waren alles andere als zufällig angeordnet. Die Kugeln bildeten eine Schrift und es war der Satz: „Aus die Maus, Klaus!!“, zu lesen.
Er wusste nicht recht, was das zu bedeuten habe....

Aber in der nächsten Folge Ridelight „Biss ins Knie“, werden wir sicherlich alles aufklären!!

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Montag, 12. Dezember 2011
Drei Hauptstädte
Im Sommer konnte ich zwei weitere europäische Hauptstädte als besucht und erkundet abhaken. Ein paar fehlen mir noch, darunter solche harten Brocken wie Skopje oder Sarajevo. Wobei ich mich ernsthaft frage, ob mich mein Weg jemals dorthin führen wird. Die Wahrscheinlichkeit ist eher gering...wobei ich ja auch schon mal in Chișinău war. Und wer will denn schon nach Chișinău? Ja richtig, keine Sau!
Nächstes Jahr dann, hoffe ich die dreisten Drei Tallinn, Riga und Vilnius bereisen zu können, die so verflucht weit im Nordosten liegen, aber wenigstens nah beieinander, so dass man die schön der Reihe nach abklappern kann.

Aber nun zu den im ersten Satz angesprochenen Städten. Es handelt sich um Kopenhagen und Stockholm. So weit oben im Norden war ich ja noch nie und es ist sicherlich eine idiotische Glanzleistung, schon so viel von der Welt gesehen zu haben, ohne jemals nördlich von Lübeck gewesen zu sein.

Zuallererst aber eine wichtige Erkenntnis:

Kopenhagen ist eine Mischung aus Stockholm und Amsterdam.

Ist das nicht toll? Man muss sich also gar nicht alle drei Städte antun, sondern es reicht auch nur Kopenhagen oder eben nur Amsterdam und Stockholm. Mit dieser Info kann man doch ne Menge Geld sparen, oder?

Ich war natürlich nicht so schlau. Ich war ernsthaft so blöd und vorher 2 Mal in Amsterdam gewesen und dann in Stockholm und auf dem Rückweg noch in Kopenhagen. Da läuft man also durch Kopenhagen und kennt die ganze Scheiße schon. Das war natürlich äußerst frustrierend.

Hier zum Beispiel das Thema große Meeresengen mit inselartigen Stadtteilen:



So etwas wird in Stockholm an jeder Ecke feilgeboten. Die Stadt biedert sich geradezu ekelhaft schön an. Wenn das Wetter dann noch stimmt, bekommen Sie permanent, kontrastreiche Postkartenmotive vor den Latz geballert, dass Ihnen die Augen tränen...vor Entzückung oder weil Sie einfach nur neidisch sind auf die Leute, die dort wohnen. Nach hässlichen Ecken muss man schon mit großer Anstrengung auf die Suche gehen und irgendwie kriegen die Schweden sogar ghettoartige Verballhornungsräume in „ansehnlich und gemütlich“ hin. Nach kurzer Zeit bekommt man in dieser Stadt Minderwertigkeitskomplexe und bemerkt, dass man Ihr in puncto Perfektion und Schönheit nicht gewachsen ist.



Hier! Ein ähnliches Motiv, aber in Kopenhagen. Hier geht es schon ein bisschen puristischer und rauer zu. Nicht nur weil das Wetter kacke war. Hier vergisst sogar die Königin Margrethe 2.0 ihre Garage abzusperren und man kann einen fotografischen Blick in den royalen Fuhrpark werfen.



Man ist hier eben schon näher am amsterdamschen Alle-Fünf-gerade-sein-lassen-Image dran.



Hier ein schöner Kanal aufgenommen an Silvester in Amsterdam.



Hier ein Kanal in Kopenhagen. Sehen Sie die Unterschiede? Also ich nicht!

Was Amsterdam ja scheinbar so einzigartig macht, ist der legale Konsum von Marihuana. Ich verstehe das ja eher als ein Symbol für Liberalität und nicht als Rauschoption. (Vor ein paar Jahren hätte ich das Gegenteil behauptet höhö)



Christiania ist eine eigene Stadt innerhalb Kopenhagens mit eigenen Gesetzen und dort darf man auch legal Marihuana konsumieren und natürlich vorher einkaufen. Unter dem Schild betritt man wahrlich eine andere Welt, mit bunt bemalten Häusern, komischen Gestalten und Gangs mit Kampfhunden. Auf der Pusher Street reihen sich die Drogenverkäuferstände und überall hängt eine verrauchte Illegalität in der Luft. Die Leute schauen dich grimmig an und irgendwie wirkt alles eher aggressiv und nicht bunt und tolerant. Feindselig und nicht friedlich. Künstler findet man natürlich auch, aber die scheinen eine eher untergeordnete Rolle zu spielen. Trotzdem ist dieser Teil der Stadt einen Besuch wert. Besonders für Skurilitätenfans und Möchtegernkriminelle, wie ich es einer bin und die gerne mal ein bisschen an der Unterwelt schnuppern möchten.

Nun kommen wir zum Ende, endlich. Wenn Sie es überhaupt bis hierhin geschafft haben... Sie sind fast am Ziel. Nur noch ein paar Wörter. Gleich haben Sie es...

Da kommt es...

Ende!

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Samstag, 10. Dezember 2011
Hasel News
Berlin:

Die Ministerin für antiislamische Ressentiments, Kristina Schröder muss sich neuerdings völlig alleine um die Vorurteile der Bevölkerung gegenüber Migranten kümmern. Ihr wissenschaftlicher Beirat sei in ihren Augen „zu nichts zu gebrauchen“, da er zum wiederholten Male auf wissenschaftliche Ergebnisse stieß, die völlig konträr zu ihrer eigenen Meinung standen. „Wenn ich sage, dass Muslime von Natur aus faul und kriminell sind, dann dürfen diese verpickelten Höhlenforscher doch nicht einfach das Gegenteil herausfinden!!“ ,erklärte die Ministerin, welche sich womöglich schon vor Monaten einen ernsthaften Rassismus eingefangen hat.
Alles begann damit, als ihr Mann sie beim Sex „als Deutsche Schlampe“ bezeichnete und sie dadurch „mega geil“ wurde. Ihr gespaltenes Verhältnis zu ihrer eigenen Identität verhärtete sich weiterhin, als sie ihren Mann unter großem familiären Protest mit sich selbst zwangsverheiraten musste. „Wir sind ja nicht die Einzigen, die das machen. Auch bei den Muslimen ist das völlig normal, wenn der Partner einfach nicht will.“, so die Ministerin in einem privaten Gespräch mit dem Geschichtenerzähler.

Krise:

Beim dieswöchigen Krisengipfel in Brüssel kam es zu einem unverhofften Unfall. Anscheinend haben die Briten in letzter Sekunde die franko-germanischen Allmachtsphantasien der Kanzlerpräsidentin Merkozy durchschaut und wollen nun doch nicht in die geplante Fäkalunion einsteigen. „Schön blöd wäre man ja auch gewesen, hätte man sich unserer deutschen Spardiktatur unterworfen.“, erklärte die zweiköpfige Hegemonie-Hydra den Misserfolg und meinte, dass man jetzt wohl auf illegalem Wege Groß Britannien unter Kontrolle bringen muss. Notfalls mit Spekulanteristen, die man über den Eurotunnel ins Pfundland einschleusen kann.
Die neue Fäkalunion ist dennoch toll, schließlich sind wir hier bei der Jubelpresse. Unter der Haube steckt eine kräftige, automatische Schuldenbremse, die den Karren zwar nicht aus dem Dreck aber immerhin völlig zum Stehen bringen wird. Zusätzlich hält der ESM, ein Europäischer Stabilitäts Mechanismus, die Schuldensünder in der Spur. Wir wissen zwar nicht, was das alles bedeutet, werfen aber gerne noch ein paar Wörter wie Rettich-Soßen-Fonds und Schuldenscherenschnitt in die illustre Runde und warten mal ab, wie die Wochenmärkte reagieren werden.

Klimagipfel:

Im beschaulichen Durban versammelten sich ein paar wichtige Menschen zu einem Klimagipfel um mal wieder Nichts zu erreichen. Einen überraschenden Gastauftritt hatte diesmal das Klima selbst und erklärte den Menschen, dass man es eigentlich gar nicht kaputt machen kann. Es sei angeblich unzerstörbar und existierte schon, als die Erde noch ein lavaspuckendes Baby ohne schützende Ozonschicht war und es überall mächtig nach faulen Eiern roch. Der Mensch zerstört lediglich seinen eigenen Lebensraum, meinte das Klima und er soll endlich aufhören immer im Namen des Klimas zu handeln. In Zukunft wird der Klimagipfel nun Der-Mensch-rettet-seinen-Arsch-Gipfel heißen.

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Mittwoch, 7. Dezember 2011
Dave aus der Zukunft: Ein paar Eier für Europa
Hallo hier ist mal wieder Dave aus der Zukunft.

Es ist gerade 485 Jahre und 12 Minuten später. Leider ist es uns immer noch nicht gelungen durch die Zeit zu reisen, aber immerhin kann man über das Internet in die Vergangenheit gelangen und Blogs ahnungsloser Volldeppen kapern. Das ist doch schon mal was...

Ich verbringe gerade auf der Schattenseite des Mondes meinen Urlaub von der Sonne und surfe ein bisschen durch eure Zeit.

Ist ja Einiges los...Krise und so. Und dann bin ich über etwas gestolpert, worüber ich nur noch lachen konnte. Es geht um euren unerschütterlichen Glauben an die USA. Ich weiß ja, Glauben ist wichtig. Auch ich glaube an Etwas, ich bin überzeugter Juslime (Im Jahre 2036 schlossen sich Juden und Muslime aus Kostengründen und wegen 1 bis 2 Atombomben zu einer neuen Religionsgemeinschaft, den Juslimen, zusammen. Gott ist groß und Jesus ist doof, ist unser Mantra.). Aber an die Wirtschaftskraft der USA zu glauben, ist äußerst selten dämlich.

Da lasst ihr euch von ein paar amerikanischen Ratingagenturen herum scheuchen wie mein Haushaltsroboter wenn er zu viel an der Starkstromleitung geschnuppert hat.
Ihr interpretiert das fälschlicherweise als Macht, dabei sind es lediglich die letzten Zuckungen einer sterbenden Großmacht. Die USA sind am Ende. Wirtschaftlich, moralisch und finanziell.

In 10 Jahren werdet ihr die ersten amerikanischen Flüchtlinge aufnehmen müssen, da das Land zunehmend in einem der heftigsten Bürgerkriege, die die Welt jemals gesehen haben wird, gerät.
Überlegt euch doch mal, wenn in einem dritte Welt Land jeder verzweifelte Mensch eine Waffe besäße...Tja...

Na gut. Ich kann die Geschichte eh nicht ändern...

Mist jetzt bin ich wieder in einer Depriphase gefangen. Das passiert mir hier aber ständig. Die Sonne fehlt mir halt ein bisschen und das alles, weil ich mir keine Sonnencreme mehr leisten kann.

Ach okay. Ich gehe euch nicht mehr mit meinen Zukunftsproblemen auf die Nerven. Es ist aber auch zum Marsmenschenmelken...

Tschüß!

Euer verwirrter Kumpel aus der Zukunft.

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Montag, 5. Dezember 2011
Ausgebuddelt:
Dein Freund und Helfer

Schon das ganze Haus auf das Dach gestellt
Vielleicht ist sie wieder unters Sofa geschnellt
oder ist an ihrem Lieblingsplatz unterm Tisch
Oh großer Gott der Unterhaltung; ich find sie nich.
Soll ich dich etwa, wie früher, manuell anfassen
oder wollen wir uns auf einen Deal einlassen
Du hörst auf mein Kommando, hier vom Sessel aus
Jetzt komm doch, bei ihr tatest du es doch auch.

Nichts liegt ihr ferner als mir zu dienen.
Oh ja vielleicht liegt sie hinter diesen Gardinen?
Oder aber der Hund hat sie wieder gefressen
und dann hat er ihr Ausscheiden vergessen.
Oh je! Oh je! Ich find sie nicht! Was soll ich tun?
Wo bist du nur, du von allen geliebte, Fernbedienung?

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Dienstag, 29. November 2011
DACKELKORD
Es war ein sonniger Samstagmorgen. Der Postbote klingelte und ich schritt freudig erregt die Treppe hinab zur Eingangstür, um den netten Mann in Gelb zu begrüßen.
„Das können Sie sich aber bald nicht mehr leisten. Hier Post von Ihrer Krankenkasse! Das kann nix Gutes heißen.“, sagte der Mann und spielte auf meine Gesundheit an, die er durch meine Arglosigkeit, völlig nackt im Treppenhaus umher zu wandeln, gefährdet sah.
Recht hatte der Mann. Leider!

Meine Krankenkasse, die sich aufgrund ihrer zahlreichen Fusionen mit anderen Krankenkassen, einen unausprechlichen Namen zugelegt hatte und sich in 10 Minuten in die DAKABKKOKSERBarmer OstWestNordSüd umbenennen wird, schrieb mir:

Lieber Herr Geschichtenerzähler,

Aufgrund von Spaßmaßnahmen...hihi..huch vertippt....bin leider völlig betrunken, weil ich gleich gekündigt werde, aber vorher noch diesen Brief fertig schreiben soll. Alsoooo.
Aufgrund von Sparmaßnahmen sehen wir uns gezwungen sämtliche Leistungen anzumalen...äh... zu streichen. Sie sind lediglich in Notfällen, wie zum Beispiel ein verlorener Kopf oder eine lockere Schraube abgesichert und dürfen eine Grunz huch schon wieder...Grundversorgung in Anspruch nehmen. Normale Krankheiten, wie Schnupfen oder Beinbruch heilen Sie sich bitte selbst ab oder suchen in Ausnahmefällen (Sie alte Memme!!) einen Kleintierarzt auf.

Mit besoffenen Grüßen

Ihre DACKELKORD Krankenkassenhaufengesellschaft

Ein paar Tage später saß ich dann (natürlich erkältet) beim Kleintierarzt (Ich alte Memme!!) neben einem ergrauten Lama und seinem pausbäckigen Besitzer. Eine riesige, schlanke Frau mit Hut hielt in ihren zangenartigen Händen eine grün verschuppte Echse, welche leise vor sich hin röchelte. Dann war da noch eine Katze mit rechtwinkligem Knick im Schwanz, ein völlig kahles Meerschweinchen und ein beutelloser Staubsauger. Wobei der Staubsauger sicherlich nicht krank war, sondern eher die Nagetiere, man kann ihre Art nicht eindeutig von meinem Platz aus spezifizieren, die darin gefangen waren...
„Entschuldigung, aber Ihr Lama hat mich mit Auswurf benetzt.“, sagte die Frau mit der Echse empört.
„Aber doch nur, weil Ihr Legoan gar nicht aus Lego aufgebaut ist.“, antwortete der kleine Dicke neben dem Lama.
„Es handelt sich um einen Leguan mit u. Mit UUUUU!! Spreche ich so undeutlich?“
„Mein Lama hört eben schlecht und fühlt sich schnell verarscht. Deswegen sind wir ja auch hier.“, antwortete der Mann setzte sich ein paar Stühle weiter weg.

„Was haben Sie denn eigentlich für ein Tier?“, fragte mich die Besitzerin des Staubsaugers. Sie war noch sehr jung und neugierig.
„Ich habe Schnupfen und Husten.“
„Wo sind denn Schnupfen und Husten. Haben Sie sie verschluckt, so ähnlich wie bei mir mit dem Staubsauger?“
„Nein, nein ich bin krank...ich habe kein Haustier.“, erklärte ich.
Die Besucher des Warteraumes schauten mich verdutzt an, sagten aber lieber nichts mehr. Man sah ständig Irre im Fernsehen und auf Grund dessen war man es gewohnt, schweigend zu beobachten.

Nach dem kahlen Meerschweinchen war ich endlich an der Reihe und ich betrat das Behandlungszimmer.

„Hallo Herr Doktor!“
„Guten Tag... Herr?“, fragte mich der Tierarzt.
„Geschichtenerzähler mein Name. Hören Sie! Ich habe Schnupfen und Husten und jaaaa ich weiß, eigentlich soll ich ja nur in Notfällen zu Ihnen kommen, aber ich halte dieses ständige Kranksein einfach nicht mehr aus.“
„Sie wissen aber schon, dass ich kein Doktor bin. Ich habe nicht promoviert und außerdem behandele ich nur Tiere bis zu einer gewissen Größe und Lamas eingeschlossen.“
„Aber Sie wurden mir von meiner Krankenkasse empfohlen. Hier schauen Sie! Das steht da...“, ich zeigte meinem neuen Tierarzt den Wisch der Krankenkasse Dackelkord, welche mittlerweile nicht mehr so hieß, es aber eine Website geben soll, wo der neue Name in Echtzeit aktualisiert wird.
„Das ist doch ein Scherz. Der Verfasser dieses Briefes ist offensichtlich alkoholisiert.“, erklärte der Tierarzt.
„Sehen Sie! Sie können ja doch für Menschen Diagnosen erstellen. So dumm sind Sie nämlich gar nicht.“ Ich versuchte den Tierarzt aufzumuntern. Doch der gab nicht nach.
„Bitte gehen Sie jetzt und kommen Sie erst wieder, wenn Sie ein krankes Tier besitzen.“

Mit gesenktem Kopf verließ ich die Praxis. Ich hatte keine Ahnung, wo ich auf die schnelle ein krankes Tier bekommen sollte...

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Mittwoch, 26. Oktober 2011
Der Geschichtenerzähler entdeckt die weite Welt
Am Wochenende konnte ich mal mein neues Weitwinkelobjektiv ausführen.

Man kann zum Beispiel den Rheinturm aus 10 Meter Entfernung auf das Bild bannen. Nur so zum Vergleich: Aus dieser Entfernung schafft es nicht mal das Auge den Boden und die Spitze gleichzeitig zu sehen. Ich habe es probiert und so sehr herum geschielt, bis ich Kopfschmerzen bekam.


Herzlichen Glückwunsch! Sie haben sich bis zum Ende des Bildes gescrollt und bekommen nun weiterführende Ausführungen...

Außerdem kann man mit einem Weitwinkel die Größe des Rheins so stark vervielfachen, dass er eher wie der Amazonas wirkt und nicht wie ein kleines, braves Flüsschen.



Das ist sicherlich alles schön und toll am Anfang. Und man läuft wie ein kleiner Junge durch die Gegend und knippst alles mit freudiger Erregung.

Nur ergibt das bei der postknippsenden Bildbetrachtung am heimischen Computer ein Problem. Solche Bilder wirken entweder langweilig, da durch die Weite nicht viel zu sehen ist oder eben, wie im Falle des Rheinturms, total amateurhaft, weil es so aussieht, als ob der Turm nach hinten kippt.

Wozu dann der weite Winkel?

Weitwinkel ermöglicht eine plastischere Bildwirkung. Das Bild bekommt mehr Raumtiefe, zumindest wenn man einen Vorder- und Hintergrund einsetzt. Man muss sich viel mehr auf die Gestaltung eines Bildes konzentrieren. Man muss auf die Linien in einem Bild achten, damit diese nicht völlig aus dem Ruder laufen und damit im Endeffekt Häuser, Bäume oder ein Verwandter irgendwohin kippen.

Wenn man diese Spielregeln berücksichtigt, dann hat man eine wirkliche Wunderwaffe in der Hand, die einen enormen kreativen Spielraum eröffnet und interessante Bilder zaubert.

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