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Der SChreibfehler
dergeschichtenerzaehler, Sonntag, 31. Januar 2016, 21:19
Als ich 9 Jahre alt war, wünschte ich mir zum Weihnachtsfest ein Haustier. Meinen Wunsch schrieb ich auf einen Wunschzettel und gab ihn meinen Eltern in Obhut, die einen direkten Draht zum Weihnachtsmann besaßen.
Am Abend des 24. war ich schon völlig aus dem Häuschen. Ich stellte mir vor, welches Haustier ich wohl bekommen möge und fragte mich angstvoll, ob es die Fahrt auf dem Schlitten des Weihnachtsmannes gut überstehe. Als der dickliche Mann im roten Kostüm endlich da war, konnte er mir mein Haustier gar nicht überreichen, weil es zu groß und schwer war und lehnte es vorsichtig an die Wand. Es war 2 Meter hoch und in rotes Geschenkpapier eingepackt. Ich hatte so ein Tier in dieser Form noch nicht gesehen, von der Seite betrachtet war es sehr flach, höchstens 10 Zentimeter. Vielleicht ein Flachdackel, ich hatte ja keine Ahnung.
Doch es war nur eine Haustür, die sich da unter dem Papier herausschälte. Ich hatte geschludert beim Aufschrieb meines Wunsches. Das kleine i und das e zu sehr miteinander verkräuselt. Ich wurde das Opfer meiner eigenen Sauklaue. Jedoch lies ich mir nichts anmerken und freute mich tierisch, war viel zu stolz, um meinen Fehler einzugestehen. Eifrig schleppte ich die Tür in mein Zimmer. Sie wog 20 Kilo und ich benötigte 10 Stunden dafür.
Am nächsten Tag ging ich mir ihr Gassi. Ob die Türe mal musste oder nicht, das wusste ich damals noch nicht und wollte lieber kein Risiko eingehen. Ich zerrte sie an einer Leine hinter mir her und zum Glück lag Schnee, so dass es leichter vonstatten ging als in der Wohnung. An einem Abhang setze ich mich auf meine Haustür und wir rodelten ins Tal hinab. Man glaubt gar nicht wie viel Spaß man damit haben kann.
Die anderen Kinder in meiner Altersgruppe machten sich zwar lustig, aber auch nur so lange bis ich meine schwere Tür auf sie fallen lies. Danach war Ruhe, denn die Kritiker verstummten schlagartig. Alles in allem war es doch ein tolles Geschenk und ich freute mich über meinen Schreibfehler.
Auch heute besitze ich meine Haustür noch. Sie schützt mich vor Einbrechern und nervigen Besuchern.
Ach, ich liebe diese Tür!
Am Abend des 24. war ich schon völlig aus dem Häuschen. Ich stellte mir vor, welches Haustier ich wohl bekommen möge und fragte mich angstvoll, ob es die Fahrt auf dem Schlitten des Weihnachtsmannes gut überstehe. Als der dickliche Mann im roten Kostüm endlich da war, konnte er mir mein Haustier gar nicht überreichen, weil es zu groß und schwer war und lehnte es vorsichtig an die Wand. Es war 2 Meter hoch und in rotes Geschenkpapier eingepackt. Ich hatte so ein Tier in dieser Form noch nicht gesehen, von der Seite betrachtet war es sehr flach, höchstens 10 Zentimeter. Vielleicht ein Flachdackel, ich hatte ja keine Ahnung.
Doch es war nur eine Haustür, die sich da unter dem Papier herausschälte. Ich hatte geschludert beim Aufschrieb meines Wunsches. Das kleine i und das e zu sehr miteinander verkräuselt. Ich wurde das Opfer meiner eigenen Sauklaue. Jedoch lies ich mir nichts anmerken und freute mich tierisch, war viel zu stolz, um meinen Fehler einzugestehen. Eifrig schleppte ich die Tür in mein Zimmer. Sie wog 20 Kilo und ich benötigte 10 Stunden dafür.
Am nächsten Tag ging ich mir ihr Gassi. Ob die Türe mal musste oder nicht, das wusste ich damals noch nicht und wollte lieber kein Risiko eingehen. Ich zerrte sie an einer Leine hinter mir her und zum Glück lag Schnee, so dass es leichter vonstatten ging als in der Wohnung. An einem Abhang setze ich mich auf meine Haustür und wir rodelten ins Tal hinab. Man glaubt gar nicht wie viel Spaß man damit haben kann.
Die anderen Kinder in meiner Altersgruppe machten sich zwar lustig, aber auch nur so lange bis ich meine schwere Tür auf sie fallen lies. Danach war Ruhe, denn die Kritiker verstummten schlagartig. Alles in allem war es doch ein tolles Geschenk und ich freute mich über meinen Schreibfehler.
Auch heute besitze ich meine Haustür noch. Sie schützt mich vor Einbrechern und nervigen Besuchern.
Ach, ich liebe diese Tür!
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Roboter nehmen uns endlich die Arbeit weg
dergeschichtenerzaehler, Dienstag, 19. Januar 2016, 17:52
Ein Glück, dass ich mit Wirtschaft nix am Hut habe. Nicht mal darüber schreiben könnte ich, so absurd ist es doch alles. Ich wünschte man könnte die Wirtschaft vom Menschsein entkoppeln. Sie kann doch ihr eigenes Ding machen. Sollen Sie ihre Banken, Hedgefondues und Altersvorsorgen auf dem Mond ausleben, dort ein Finanzzentrum aufbauen und uns in Ruhe lassen.
Der Mensch wird nicht mehr gebraucht. Zum Glück sag ich. In Zukunft arbeiten dann nur noch die Roboter für die Unternehmer und stellen zum Beispiel Autos her. Irgendwie muss der Roboter ja zur Arbeit kommen. Der Mensch kann sich kein Auto leisten, denn der arbeitet ja nicht, also muss der Roboter auch noch das Konsumverhalten des Menschen ersetzen. Daran hat bis jetzt noch keiner gedacht, aber es wird notwendig sein. Man muss ihm das Verlangen nach goldenen Uhren, dem neusten Smartphone und dem sichersten Auto einprogrammieren, damit der Unternehmer weiterhin Gewinne einfahren kann. Aber das ist kein Problem. Es wird Werberoboter geben, welche die Konsumentenroboter ständig updaten.
Wir haben dann nix mehr damit zu tun. Sind völlig losgelöst und können uns endlich wieder um unsere eigenen Bedürfnisse wie Nahrungsaufnahme usw. kümmern. Das wird großartig. Endlich können wir das mal in Angriff nehmen!
Der Mensch wird nicht mehr gebraucht. Zum Glück sag ich. In Zukunft arbeiten dann nur noch die Roboter für die Unternehmer und stellen zum Beispiel Autos her. Irgendwie muss der Roboter ja zur Arbeit kommen. Der Mensch kann sich kein Auto leisten, denn der arbeitet ja nicht, also muss der Roboter auch noch das Konsumverhalten des Menschen ersetzen. Daran hat bis jetzt noch keiner gedacht, aber es wird notwendig sein. Man muss ihm das Verlangen nach goldenen Uhren, dem neusten Smartphone und dem sichersten Auto einprogrammieren, damit der Unternehmer weiterhin Gewinne einfahren kann. Aber das ist kein Problem. Es wird Werberoboter geben, welche die Konsumentenroboter ständig updaten.
Wir haben dann nix mehr damit zu tun. Sind völlig losgelöst und können uns endlich wieder um unsere eigenen Bedürfnisse wie Nahrungsaufnahme usw. kümmern. Das wird großartig. Endlich können wir das mal in Angriff nehmen!
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Apfelexpertise
dergeschichtenerzaehler, Mittwoch, 13. Januar 2016, 00:43
Äpfel sind großartig. Ich verspeiste mal einen.
Seitdem bin ich Experte auf diesem Gebiet.
Die Usability des Apfels sucht seinesgleichen, jedoch stört mich die oben angebrachte Antenne. Sicher ist das Design timeless und Traditionsapproved, aber hätte man nicht dennoch die Antenne ins Gehäuse integrieren können, wie es bei modernen Devices üblich ist?
Ein weiteres Problem beim Apfel sind die dunklen Druckstellen, die entstehen, wenn man die Touchoberfläche zu ruppig bedient.
Zum Abschluss möchte ich noch festhalten: Der Apfel besticht durch seine coole Awesomenität in puncto Fruitness und Farbdiversity. Auch sein Odor de vivre, den er aktiv aussendet, lockt den Costumer schneller in die Shoppinglokalität als man daran schnuppern kann.
Great product nature inc.!
Seitdem bin ich Experte auf diesem Gebiet.
Die Usability des Apfels sucht seinesgleichen, jedoch stört mich die oben angebrachte Antenne. Sicher ist das Design timeless und Traditionsapproved, aber hätte man nicht dennoch die Antenne ins Gehäuse integrieren können, wie es bei modernen Devices üblich ist?
Ein weiteres Problem beim Apfel sind die dunklen Druckstellen, die entstehen, wenn man die Touchoberfläche zu ruppig bedient.
Zum Abschluss möchte ich noch festhalten: Der Apfel besticht durch seine coole Awesomenität in puncto Fruitness und Farbdiversity. Auch sein Odor de vivre, den er aktiv aussendet, lockt den Costumer schneller in die Shoppinglokalität als man daran schnuppern kann.
Great product nature inc.!
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Warme Weihnachten
dergeschichtenerzaehler, Montag, 28. Dezember 2015, 20:39
Afghanen spielen beim Krippenspiel am Heiligabend mit, ja auch das ist Sachsen. Und dann sind natürlich die Flüchtlinge wieder da, die in den Westen geflohen sind. Meine Generation. Wir überfallen das Land wie die Heuschrecken, essen Gänsebraten und am 28. sind wir alle wieder fort. Vollgefressen!
Auf der langen Hinfahrt habe ich mich mit einer Brasilianerin unterhalten. Auch die feiern Weihnachten, haben aber nur einen „fake tree“, keinen echten Weihnachtsbaum. Aber ansonsten ist alles doch so ziemlich gleich, da auf der anderen Seite der Erde. Das ist so ein versöhnlicher Gedanke, der da in mir aufkeimt, wirkt die Welt doch manchmal so kompliziert. Na gut, Sie mag das Essen hier nicht, aber auch das kann ich verstehen. Immer so viel Fleisch, wofür man Unmengen Soja aus Brasilien benötigt und dort alles kaputt macht.
Vollgefressen!
Und auf der Rückfahrt habe ich mit einem Thüringer unterhalten, der mal für längere Zeit auf Kuba war. Obwohl die Kubaner so wenig haben, sind sie doch viel reicher als wir. Denn sie sind glücklicher. Was für eine platte Weisheit, aber wir werden das trotzdem nie kapieren. Und die verspüren dort nicht mal das gierige Verlangen nach iPhones! Die können sich keine elektronischen Geräte besorgen, wofür arme Menschen ausgebeutet wurden, um sich für einen kurzen Moment ein bisschen Glück zu erkaufen.
Vollelektronisch!
Auf der langen Hinfahrt habe ich mich mit einer Brasilianerin unterhalten. Auch die feiern Weihnachten, haben aber nur einen „fake tree“, keinen echten Weihnachtsbaum. Aber ansonsten ist alles doch so ziemlich gleich, da auf der anderen Seite der Erde. Das ist so ein versöhnlicher Gedanke, der da in mir aufkeimt, wirkt die Welt doch manchmal so kompliziert. Na gut, Sie mag das Essen hier nicht, aber auch das kann ich verstehen. Immer so viel Fleisch, wofür man Unmengen Soja aus Brasilien benötigt und dort alles kaputt macht.
Vollgefressen!
Und auf der Rückfahrt habe ich mit einem Thüringer unterhalten, der mal für längere Zeit auf Kuba war. Obwohl die Kubaner so wenig haben, sind sie doch viel reicher als wir. Denn sie sind glücklicher. Was für eine platte Weisheit, aber wir werden das trotzdem nie kapieren. Und die verspüren dort nicht mal das gierige Verlangen nach iPhones! Die können sich keine elektronischen Geräte besorgen, wofür arme Menschen ausgebeutet wurden, um sich für einen kurzen Moment ein bisschen Glück zu erkaufen.
Vollelektronisch!
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make america great again
dergeschichtenerzaehler, Samstag, 19. Dezember 2015, 19:11
Bis jetzt habe ich mich eigentlich nie mit dem Zirkus der Wahlen in den USA beschäftigt. Man sollte das auch nicht tun, schon gar nicht, wenn man bei gesundem Verstand bleiben will. Es sei denn man hat sowieso schon schlechte Laune, dann kann man sich auch mal die Debatte der Republikaner anschauen. 10 Kandidaten gibt es da momentan, wobei Donald Trump ganz vorn liegt in den Umfragen. Er ist auch der Einzige, der sich von den anderen Kandidaten massiv unterscheidet.
Er wirkt wie ein Achtjähriger im Körper eines alten Mannes. Er pöbelt, er beantwortet Fragen nicht, er versteht Fragen nicht, schneidet Grimassen. Es ist schon beinahe unterhaltsam wie Jeb Bush die Nerven verliert und ihn fast schon wie einen Rotzbengel tadelt. Allein mit Beleidigungen schafft man es nicht ins Weiße Haus, sagte er mit nervöser Stimme. Er war kurz davor ihn ohne Abendessen ins Bett zu schicken.
Ich weiß nicht, ob Trump den Idioten nur spielt, aber er hat definitiv Erfolg damit. Vielen Menschen ist die Welt zu kompliziert, gerade wenn es um Syrien geht und Trumps einfache Parolen kommen gut an. Er wird als derjenige gesehen, der Klartext spricht.
In der Debatte sprechen die Kandidaten von komplizierten Themenfeldern und nur wer wirklich ein bisschen in der Materie drin steckt, kann das verstehen. Und dann ist ein Großteil davon sowieso Quatsch. Da wird von Erhöhung des Militärbudgets gesprochen, noch mehr Bomben gefordert, obwohl das doch die letzten 10 Jahre nicht funktioniert hat. Die einen wollen mit Assad zusammenarbeiten, die anderen faseln irgendetwas von der iranischen Atommacht, obwohl Iran schon seit Jahrzehnten ganz kurz davor ist eine Atombombe zu bauen und den Weltrekord im Ganz-kurz-davor-Sein verteidigt. Man schwafelt von Bombenteppichen, die aber nur präzise Terroristen töten sollen und keine Unschuldigen, weil man anscheinend die Definition von dem Wort Teppich nicht kennt.
Da ist Trumps Blödsinn schon fast erholsam ehrlich, er versteckt die Ignoranz, die Arroganz und auch die unerträgliche Dummheit der Republikaner nicht hinter geschliffenen Wörtern, sondern kackt sie für alle gut sichtbar auf den Tisch.
Und bevor man die Hände über dem Kopf zusammenschlägt, über einen möglichen Gewinn der Präsidentschaftswahlen dieses Mannes. Wir hatten so viel Hoffnung in Obama gesetzt und wir wurden enttäuscht und im Umkehrschluss wird Trump sich auch auf ein Mittelmaß einpendeln müssen.
Er wirkt wie ein Achtjähriger im Körper eines alten Mannes. Er pöbelt, er beantwortet Fragen nicht, er versteht Fragen nicht, schneidet Grimassen. Es ist schon beinahe unterhaltsam wie Jeb Bush die Nerven verliert und ihn fast schon wie einen Rotzbengel tadelt. Allein mit Beleidigungen schafft man es nicht ins Weiße Haus, sagte er mit nervöser Stimme. Er war kurz davor ihn ohne Abendessen ins Bett zu schicken.
Ich weiß nicht, ob Trump den Idioten nur spielt, aber er hat definitiv Erfolg damit. Vielen Menschen ist die Welt zu kompliziert, gerade wenn es um Syrien geht und Trumps einfache Parolen kommen gut an. Er wird als derjenige gesehen, der Klartext spricht.
In der Debatte sprechen die Kandidaten von komplizierten Themenfeldern und nur wer wirklich ein bisschen in der Materie drin steckt, kann das verstehen. Und dann ist ein Großteil davon sowieso Quatsch. Da wird von Erhöhung des Militärbudgets gesprochen, noch mehr Bomben gefordert, obwohl das doch die letzten 10 Jahre nicht funktioniert hat. Die einen wollen mit Assad zusammenarbeiten, die anderen faseln irgendetwas von der iranischen Atommacht, obwohl Iran schon seit Jahrzehnten ganz kurz davor ist eine Atombombe zu bauen und den Weltrekord im Ganz-kurz-davor-Sein verteidigt. Man schwafelt von Bombenteppichen, die aber nur präzise Terroristen töten sollen und keine Unschuldigen, weil man anscheinend die Definition von dem Wort Teppich nicht kennt.
Da ist Trumps Blödsinn schon fast erholsam ehrlich, er versteckt die Ignoranz, die Arroganz und auch die unerträgliche Dummheit der Republikaner nicht hinter geschliffenen Wörtern, sondern kackt sie für alle gut sichtbar auf den Tisch.
Und bevor man die Hände über dem Kopf zusammenschlägt, über einen möglichen Gewinn der Präsidentschaftswahlen dieses Mannes. Wir hatten so viel Hoffnung in Obama gesetzt und wir wurden enttäuscht und im Umkehrschluss wird Trump sich auch auf ein Mittelmaß einpendeln müssen.
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Meine Erfahrungen mit Eiszapfen
dergeschichtenerzaehler, Montag, 14. Dezember 2015, 18:00
Es war Anfang der 90er Jahre, Zeiten des Umbruchs, doch ich war nur 5 Jahre alt und meine größte Sorge galt damals den Eiszapfen.
Sie hingen am Schulgebäude, weit oben und trotzdem waren sie gut sichtbar. Unzählige, riesige Eiszapfensäulen.
Mein Vater sprach mit dem Hausmeister der Schule, der aus dem Fenster sah. Über ihm in luftiger Höhe hingen die Eiszapfen in Reih und Glied.
Mein Vater gab dem Hausmeister den Rat, eher im Spaß, nicht aus dem Fenster zu schauen. So ein Eiszapfen könnte sich ja loseisen und herabstürzen. Sofort entstand ein brachiales Bild in meinem Kopf, wie der eben noch friedliche Eiszapfen herunter saust und mit seiner eisigen Spitze im Nacken des Hausmeister stecken bleibt. Ehrfürchtig schaute ich nach oben, zum Hausmeister hoch und atmete erleichtert aus, als er sich vom Fenster entfernte. Ich konnte die Eiszapfen schon zittern sehen.
Ein paar Jahre später im selben Schulhof ging es wieder um Eiszapfen, aber diesmal um deutlich Kleinere, die man von den niedrigen Garagendächern pflücken konnte. Ein großer Spaß war es, Diese wie ein Eis zu lutschen. Man muss das im historischem Kontext sehen. Es war der Schulhort und es gab den gesamten Nachmittag nur ungesüßten Hagebuttentee zu trinken, da war so ein Eiszapfen vom Garagendach eine erfrischende Abwechslung. Doch der Spaß endete, als uns eine Erzieherin dabei erwischte. Sie lies den Eiszapfen in einer Tasse schmelzen und zeigte uns wie viel Dreck darin herum schwamm. Doch da uns das noch nicht wirklich beeindruckte, gab es noch eine weitere Warnung. Man wird davon krank und dann muss der Magen ausgepumpt werden.
Das verfehlte nicht seine Wirkung, allein schon die Vorstellung des „Auspumpens“, man dachte sofort an dicke Schläuche mit schrecklichen Sauggeräuschen und das in Verbindung mit dem doch eher empfindlichen Magen. Man wusste natürlich nichts über die technischen Details, aber es hörte sich grässlich an. Keiner lies sich auch nur in der Nähe der Eiszapfen blicken, nicht das man auf den bloßen Verdacht des Eiszapfenlutschens prophylaktisch in den Magenauspumpapparat gesteckt werde. Das wollte niemand riskieren.
Sie hingen am Schulgebäude, weit oben und trotzdem waren sie gut sichtbar. Unzählige, riesige Eiszapfensäulen.
Mein Vater sprach mit dem Hausmeister der Schule, der aus dem Fenster sah. Über ihm in luftiger Höhe hingen die Eiszapfen in Reih und Glied.
Mein Vater gab dem Hausmeister den Rat, eher im Spaß, nicht aus dem Fenster zu schauen. So ein Eiszapfen könnte sich ja loseisen und herabstürzen. Sofort entstand ein brachiales Bild in meinem Kopf, wie der eben noch friedliche Eiszapfen herunter saust und mit seiner eisigen Spitze im Nacken des Hausmeister stecken bleibt. Ehrfürchtig schaute ich nach oben, zum Hausmeister hoch und atmete erleichtert aus, als er sich vom Fenster entfernte. Ich konnte die Eiszapfen schon zittern sehen.
Ein paar Jahre später im selben Schulhof ging es wieder um Eiszapfen, aber diesmal um deutlich Kleinere, die man von den niedrigen Garagendächern pflücken konnte. Ein großer Spaß war es, Diese wie ein Eis zu lutschen. Man muss das im historischem Kontext sehen. Es war der Schulhort und es gab den gesamten Nachmittag nur ungesüßten Hagebuttentee zu trinken, da war so ein Eiszapfen vom Garagendach eine erfrischende Abwechslung. Doch der Spaß endete, als uns eine Erzieherin dabei erwischte. Sie lies den Eiszapfen in einer Tasse schmelzen und zeigte uns wie viel Dreck darin herum schwamm. Doch da uns das noch nicht wirklich beeindruckte, gab es noch eine weitere Warnung. Man wird davon krank und dann muss der Magen ausgepumpt werden.
Das verfehlte nicht seine Wirkung, allein schon die Vorstellung des „Auspumpens“, man dachte sofort an dicke Schläuche mit schrecklichen Sauggeräuschen und das in Verbindung mit dem doch eher empfindlichen Magen. Man wusste natürlich nichts über die technischen Details, aber es hörte sich grässlich an. Keiner lies sich auch nur in der Nähe der Eiszapfen blicken, nicht das man auf den bloßen Verdacht des Eiszapfenlutschens prophylaktisch in den Magenauspumpapparat gesteckt werde. Das wollte niemand riskieren.
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Bewerbung zum Arschloch des Jahrtausends
dergeschichtenerzaehler, Donnerstag, 26. November 2015, 22:47
2008 saß ich noch mit Freunden in Homs auf dem Balkon unseres Hotels und wir tranken Bier und wir beobachteten die Menschen. Was für eine schöne Zeit war das und gar nicht so lange her.
Homs ist nicht mehr, zerbombt, völlig zerstört.
Hätte mir damals einer erzählt, dass unser Land 2015 in Syrien Krieg spielen wird, ich hätte nur gelacht. Das war unvorstellbar… Man läuft ja auch nicht durch Köln und denkt sich, dass es dort in ein paar Jahren nur noch Schutt, Asche und Tod geben wird.
Warum gerade Köln? Na, ja weil Köln ungefähr so viele Einwohner hat wie Homs zur damaligen Zeit.
Dann auch noch Palmyra. Ich erinnere mich noch ganz genau an diesen riesigen Tempel, der dort mitten in der einsamen Wüste steht. Die haben das Ding gesprengt, einfach so. Tausende Jahre und es gab in der Zeitgeschichte nie so ein großes Arschloch, der so was abzog. Immer gab es dort Leute, die wenigstens noch einen Funken Respekt hatten.
Und trotzdem, mit dieser Wut im Bauch, sage ich, dass Deutschland nicht gegen diese Arschlöcher kämpfen soll. Wer sich auf dieses Niveau herablässt ist am Ende selbst ein Arschloch, ein Dummes.
Homs ist nicht mehr, zerbombt, völlig zerstört.
Hätte mir damals einer erzählt, dass unser Land 2015 in Syrien Krieg spielen wird, ich hätte nur gelacht. Das war unvorstellbar… Man läuft ja auch nicht durch Köln und denkt sich, dass es dort in ein paar Jahren nur noch Schutt, Asche und Tod geben wird.
Warum gerade Köln? Na, ja weil Köln ungefähr so viele Einwohner hat wie Homs zur damaligen Zeit.
Dann auch noch Palmyra. Ich erinnere mich noch ganz genau an diesen riesigen Tempel, der dort mitten in der einsamen Wüste steht. Die haben das Ding gesprengt, einfach so. Tausende Jahre und es gab in der Zeitgeschichte nie so ein großes Arschloch, der so was abzog. Immer gab es dort Leute, die wenigstens noch einen Funken Respekt hatten.
Und trotzdem, mit dieser Wut im Bauch, sage ich, dass Deutschland nicht gegen diese Arschlöcher kämpfen soll. Wer sich auf dieses Niveau herablässt ist am Ende selbst ein Arschloch, ein Dummes.
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