Mittwoch, 11. November 2009
Ausschnitt aus meinem Buch: Gorillakämpfer - Heriberts Unwissenheit über Achterbahnen und das Internet
Hauptfigur Heribert träumt jede Nacht vom rosa Elefanten und natürlich auch diesmal. Johanna ist seine Freundin. Captain Aldi ist eine Art Mitbewohner und Borsti sein Wildschwein und treuer Begleiter:

Am späten Abend schlief Heribert unruhig und der rosa Elefant war wieder zu Besuch:
„Heribert? Heribert? Aufwachen!“, sagt der rosa Elefant.
„Habe ich geschlafen?“, frage ich.
„Natürlich! Wenn du im realen Leben wach bist, dann schläfst du hier und umgekehrt.“
„Das wusste ich noch nicht. Danke du schlauer Elefant.“
„Stets zu Diensten.“, sagt der Elefant und verbeugt sich, so gut es geht „Was belieben sie heute Nacht zu tun, werter Heribert?“
„Wir könnten eine Revolution starten, die Dinge verändern, verbessern oder einfach nur Spaß haben.“
„Du weißt schon, dass wir hier in einer Traumwelt sind. Hier brauchst du nichts verändern. Hier ist alles perfekt.“, erklärt der rosa Elefant.
„Das ist ja langweilig. Dann müssen wir eben Leid und Elend erschaffen, damit wir es dann später bekämpfen können.“, sage ich.
„Womit habe ich das eigentlich verdient? Andere träumen von großen Brüsten und du willst Leid und Elend?“, fragt der rosa Elefant und stellt sich genervt auf die Hinterbeine.
„Ja und wenn es geht noch heute Nacht!“, sage ich.
„Ich kündige! Ich habe keinen Bock mehr Heribert. Die anderen Traumbegleiter haben es viel einfacher. Nur du bist so kompliziert. Das steht nicht im Vertrag!“, sagt der Elefant und hält ein rosa Papier in den Vorderfüßen.
„Na gut okay, kein Leid und Elend. Wir haben nur noch Spaß und coole Partys. Einverstanden?“
„Das klingt schon ein bisschen besser. Wir können rüber zu den Nymphofrauinnen gehen oder ein bisschen mit der Achterbahn herumfahren.“
„Achterbahn klingt sehr gut. Lass uns das machen.“, sage ich. Der rosa Elefant nimmt mich auf seinen Rücken und läuft los. Doch die Achterbahn war nicht auffindbar.
„Wo ist denn diese verdammte Achterbahn?“, flucht der rosa Elefant.
„Keine Ahnung, wie sieht denn eine Achterbahn aus?“, frage ich den rosa Elefanten.
„Was?“, brüllt der rosa Elefant, „Du weißt nicht wie eine Achterbahn aussieht?“
„Nein! Ich habe noch nie eine gesehen, nur davon gehört.“
„Das kann doch nicht war sein. Wie stellst du dir das hier vor? Wir sind doch kein Schlaraffenland. Man kann nur etwas träumen, wenn man es schon kennt, gesehen oder erlebt hat.“, schimpft der Elefant, „Und langsam frage ich mich, was du überhaupt kennst, gesehen oder erlebt hast. Du wachst jetzt auf okay und bis zum nächsten Traum schaust du dir bitte an, wie eine Achterbahn aussieht, funktioniert und so weiter. Das ist sozusagen eine Hausaufgabe, damit wir mal ein bisschen was haben, womit sich vernünftig Spaß erleben lässt. Sofort nachdem du aufgewacht bist, holst du dir einen Zettel und einen Stift und notierst dir das. Sonst vergisst du das schneller als ich Erdnussbaum sagen kann.“, sagt der rosa Elefant und wirft mich aus meinem Traum.


Heribert wachte auf, er war alleine in seinem Bett, stand auf und holte sich einen Zettel und einen Stift, wie der rosa Elefant ihn geraten hat. ‚Herausfinden was eine Achterbahn ist!‘ , schrieb er auf den Zettel. Als er den Stift absetzte, wusste er schon gar nicht mehr worum es ging. Er schlüpfte in sein hässlichstes Holzfällershirt, ohne zu wissen, dass Johanna sich wieder tierisch aufregen wird, wenn sie ihn so sieht und stieg in seine Jeanshose. Dann ging er auf die Toilette, pinkelte, überprüfte sein Spiegelbild und dann war er fertig. Er lief behäbigen Schrittes in die Küche. Dort saß Captain Aldi und fütterte sein Schwein mit einer Banane. „Weißt du was eine Achterbahn ist?“, fragte Heribert.
„Ja ich bin schon mehrmals mit einer gefahren. Wieso fragst du?“
„Ich muss unbedingt herausfinden, was eine Achterbahn ist.“, erzählte Heribert. Captain Aldi lachte. „Und wieso auf einmal? Geh doch einfach ins Internet, da steht alles über Achterbahnen was du wissen musst.“
„Und wo ist dieses Internet? Ist das dieses große Gebäude an der Maximilian Straße?“, fragte Heribert. Sein Gegenüber lachte schon wieder.
„Willst du mich verarschen? Internet ist im Computer drin. Dort gibst du Achterbahn ein und schon hast du alles.“, sagte Captain Aldi noch leicht verwirrt über Heriberts Unwissenheit.
„Warum sagst du dann gehen? Ein Computer ist doch nicht begehbar. Oder doch?“
„Was ist denn heute los? Hast du zu wenig Sauerstoff abgekriegt in der letzten Nacht? Frag doch deine Freundin ob sie dir das Internet zeigt. Ich versteh nur nicht, wie du davon keine Ahnung haben kannst, immerhin ist das Internet das wichtigste Instrument der Gorillakämpfer.“, sagte Captain Aldi und gab Borsti noch einen Apfel, als Nachschlag.
„Was weiß ich denn? Hab doch keine Ahnung von diesen Kommjudern. Bis jetzt bin ich eigentlich auch ganz gut ohne diese Kiste zurechtgekommen. Aber wenn du meinst ich brauch einen…“, Heribert stockte mitten in seiner Dissertation über sein Offline Leben, weil Borsti einen Furz gelassen hatte. Fluchtartig verließ er die Küche und machte sich auf den Weg in die Uni.

„Ich muss heute noch dringend ins Internet gehen.“, sagte Heribert, während er mit Johanna zu Mittag in der Mensa aß.
„Hier!“, sagte sie und schob ihm ihr Handy an den Möhren vorbei.
„Nein Süße! Ich will doch jetzt nicht telefonieren.“
„Sollst du auch nicht, aber du kannst ins Internet gehen.“, sagte Johanna lächelnd.
„Mit dem Ding?“, Heribert schaute das Handy an, als wäre es gerade von einem anderen Planeten geplumpst.
„Ja mit dem Ding. Soll ich es dir zeigen?“, fragte sie spitzzüngig.
„Nein, nein! Dachte nur man braucht einen Computer dafür. Zumindest hat mir das der Captain heute früh erzählt.“, sagte Heribert beschämt.
„Das ist ja auch ein Computer.“, sagte Johanna belustigt und Heribert schaute nur noch verwirrter aus der Wäsche.
„Was? Aber ich dachte die Kisten mit dem Fernseher dran, sind Computer?“
„Ja das stimmt. Computer gibt es in tausend verschiedenen Formen. Heutzutage haben sogar Kaffeemaschinen eine Computer.“
„Da hauts die Miez den Baum rauf. Das ist ja Wahnsinn! Was die alles erfinden. Und was kommt als nächstes. Vielleicht ein Gerät, was einen im Auto sagt, wo man hin muss. Das wäre doch toll.“
„Sowas gibt es schon lange. Soll ich dir zeigen, wie man ins Internet geht?“, fragte Johanna mit einem zuckersüßen und kariesverursachendem Lächeln.
„Ach Quatsch, ich weiß wie das funktioniert.“, Heribert nahm das Handy und schaute es mit verwunderten Augen an.
„Das hast du bei unserem ersten Sexversuch auch gesagt. Und wir wissen beide, wie das endete.“
„Ja gut. Dann zeig es mir, bitte!“ Johanna kam zu ihm herüber und ging mit ihm das erste Mal in das Wörld Weid Wäb. Nach kurzer Zeit fand er nicht nur heraus, wie das Internet funktionierte, sondern auch was eine Achterbahn ist. Er war nun also optimal präpariert für den nächsten Traum.

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Montag, 9. November 2009
Kreativ Blogger Award 2009
So ich habe es endlich geschafft eine Aufgabe zu erledigen, die mir die werte Frau Sid schon vor ein paar Wochen aufgetragen hatte. Sie ist nämlich ganz offiziell der Meinung ich sei ein Kreativ Blogger.
Schaut euch mal dieses edle Abzeichen an, was Sie mir vermacht hat:


Nun ist diese Auszeichnung an eine Bedingung geknüpft. Und zwar soll ich 7 Dinge über mich verraten, die meinen Lesern noch nicht bekannt sind. Und da habe ich mir natürlich die Peinlichsten und Skurrilsten herausgesucht:

1. Geheimnis: Ich habe mir im Abstand von einem Jahr erst den linken und dann den rechten Arm auf der Wiese vor unserem Haus gebrochen. Dann aber nie wieder!! Toi toi toi!

2. Geheimnis: Ich war mal auf einer Parteiversammlung der Jungen Union und schäme mich bis heute...

3. Geheimnis: Ich habe eine Schnecke vor dem Rathaus in Brüssel gegessen. War sehr lecker!

4. Geheimnis: Ich habe im Schlafsack auf der Wiese vor dem Museo del Prado in Madrid übernachtet. Bin aber nicht darin gewesen…

5. Geheimnis: Ich habe in Dresden einem Punk für 50 Cent eine Klobrille abgekauft.

6. Geheimnis: Ich bin einmal beim Schwarzfahren erwischt worden. Das war in Thessaloniki Griechenland und ich musste 15 Euro bezahlen, dabei hätte die Fahrkarte nur 60 Cents gekostet.

7. Geheimnis: Meine Eltern haben mich im zarten Alter von 4 Jahren (4 oder 5 genau weiß ich es nicht) als Mädchen verkleidet und mich so auf die Faschingsfeier des Kindergartens geschickt. Es gibt sogar ein Video davon. Werde mich aber hüten das zu veröffentlichen.

Das ist übrigens alles hundertprozentig wahr...

Ich danke ihnen Frau Sid, für diesen feinen Award. Eigentlich ist es nun meine Aufgabe 7 weitere Blogger zu nominieren, nur leider sind die, die ich plante zu nominieren, schon längst nominiert, was eine Nomination der Nominierten überflüssig erscheinen lässt.

Ich danke ihnen für ihre ungeteilte Aufmerksamkeit!!

Nachtrag: Der alte Haudegenpädagoge Ora et labora ist hiermit für den Award nominiert und kann ihn sich nun in seinen Blog stellen.

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Samstag, 7. November 2009
Die Schweinegrippe ist da! Endlich kann man die auch in Deutschland erwerben.
Laut den neusten Nachrichten hat fast jeder die Schweinegrippe, nur ich wieder nicht. Das war klar, denn Trends gehen an mir meist vorüber, wie ein Tropensturm in Florida.

Als kleines Kind, wollte ich zum Beispiel unbedingt Schuhe, die an der Ferse blinken, wenn man auftritt. Gefühlte 99% in meiner Altersklasse hatten solche Schuhe und als ich dann endlich welche bekam, waren schon wieder Schuhe mit Luftpolster in der Sohle angesagt. Ich hatte auch nie eine hässliche Zahnspange. Ich bin der absolute Trendverpasser.

Und so auch jetzt! Gefühlte 100% der Bevölkerung tragen laut der Bildzeitung den Schweinegrippevirus in sich (und es werden immer mehr!!) und ich bin mal wieder der einzige Depp, der sich noch nicht angesteckt hat.

Es ist ja nicht so, dass ich mich diesem Trend vollständig verweigere. Im Gegenteil! Ich versuche mich schon seit Tagen aktiv anzustecken.

Am Anfang habe ich mich in einem Schweinehof eingenistet und mich dem Wirtstier des Schweinegrippeerregers genähert. Ich möchte nicht näher darauf eingehen. Nur so viel Grippeerreger! Es war eine riesige Sauerei. Und gebracht hat es Garnichts. Mein Hausarzt erklärte mir, dass ich vor Schweinen keine Angst haben muss, denn die können den Virus nicht übertragen und dann wollte diese Sau mir noch eine Impfung gegen die Schweinegrippe verpassen. Der Arzt hat jetzt ein blaues Auge mehr und einen Patienten weniger. Aber vorher hat er mir noch erzählt, dass man sich nur bei Menschen anstecken kann und zwar am besten per Tröpfcheninfektion.

Am nächsten Tag habe ich auf der Arbeit erfahren, dass Kollege Koslowski krank ist. Er hat die Schweinegrippe und befindet sich in Quarantäne. Ja, ja, der Kollege Koslowski war schon immer ein egoistisches Schwein. Der will die Grippe einfach nicht unter den Kollegen aufteilen, damit jeder was davon hat, dachte ich mir. Der denkt wieder mal nur an sich! Voller Wut fuhr ich zu ihm nach Hause und wollte ihn zur Rede stellen. Doch seine Frau sagte mir, er sei im Krankenhaus und dort unter Quarantäne. Niemand könne zu ihm!

Und so suche ich immer noch nach der geeigneten Ansteckmöglichkeit. Ich laufe durch die Straße, verfolge Menschen die sich frivol an einem Niesen erfreuen und versuche die Tröpfchen zu erhaschen, die sie unachtsam durch die Gegend schleudern.

Ich bin immer noch ohne Schweinegrippe unterwegs. Es ist ein Trauerspiel und langsam frage ich mich, ob das nicht deswegen Schweinegrippe heißt, weil man ein menschliches Schwein sein muss, um diese zu bekommen.

Man muss ein Schwein sein in dieser Welt. Nur dann liegt man voll im Trend.

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Donnerstag, 5. November 2009
In Afrika vergehen jede Minute 60 Sekunden Helfen Sie mit!! (Reloaded)
Ja helfen sie mit. Afrika muss gerettet werden und zwar vor uns allen. Ja sie haben richtig gelesen, nicht von sondern vor uns. Jeden Tag sterben etwa 20000 Menschen an Unterernährung und wir helfen tagtäglich mit, dass diese Zahl weiterhin steigt. Unsere Regierung pumpt ständig Millionen an Euros nach Afrika, mit dem beruhigendem Wissen, dass 50 Prozent davon in den Händen von militanten Rebellen landet. Doch Geld ist doch genau das was diese Menschen da unten am wenigsten brauchen. Ich glaube es würde ihnen schon reichen wenn die EU einfach mal aufhören würde Afrika auszubeuten. Im Großen und Ganzen sind wir nämlich für diese 20000 Toten jeden Tag verantwortlich. Das fünfte Gebot sagt: Du sollst nicht töten! Da frage ich mich doch wie ich mich als guter Christ daran halten soll, wenn ich jeden Tag 20000 Menschen töte. Ich bin heute erst um 12 Uhr aufgestanden und bin schon wieder 10000 Leichen hinter der letzten Beichte zurück. Es ist ja nicht so, dass ich Gewissensbisse habe, da ich diese Menschen nur indirekt töte aber ich bin jetzt 22 Jahre alt und habe jedes Jahr in etwa 8 Millionen Menschen getötet. Das macht insgesamt, nach der Milchmädelschen Rechnung, ungefähr 176 Millionen Tote. Wahnsinn he? Ich bin viel schlimmer als Hitler, Stalin und Mao zusammen und dabei ist das einzige Verbrechen was ich begangen habe, hier geboren zu sein.
Aber was kann ich dagegen tun?

Ich könnte mich den mafiösen Strukturen der Hilfsorganisationen anschließen und Pate werden. Brot für die Welt, Ärzte ohne Grenzen oder das rote Kreuz versprechen mir mit meinem Massenmord Problem zu helfen. Aber wisst ihr was komisch ist? Überall dort in der Welt, wo diese vermeintlichen Hilfsorganisationen ihre Hilfe anbieten wuchert das Elend am schlimmsten. Es ging sogar so weit, dass einige Staatsmänner Afrikas auf dem letzten G8 Gipfel öffentlich darum baten, dass wir endlich damit aufhören sollen ihnen zu helfen.
Diese Afrikaner sind echt undankbar, oder? Da schicken wir ihnen kostenlos Nahrung und Kleidung da runter, zerstören die dort ansässige Nahrungs- und Kleidungsindustrie und die bedanken sich nicht mal dafür, dass sie dann noch mehr hungern müssen.

Vielleicht sollte ich auch einfach aufhören die Umwelt zu retten? Mein neuer BMW X5 frisst soviel Weizen und Mais in Form von Biodiesel, damit könnte man bestimmt ein ganzes Dorf versorgen. Irgendwie ist das doch ungerecht, dass wir die Retter der Umwelt sind und Andere dafür durch gesteigerte Lebensmittelpreise drauf gehen. Natürlich war das nicht so geplant und keiner konnte ahnen, dass die Lebensmittel knapp werden wenn man sie einfach verheizt.

Ich glaube es ist langsam an der Zeit euch ein Geheimnis zu verraten: Je mehr wir retten und helfen umso schlimmer wird es, oder nicht? Vielleicht sollten wir diese armen Leute einfach mal in Ruhe lassen. Die kommen bestimmt auch ganz gut ohne uns aus. In Ruhe lassen heißt aber auch, dass wir sie nicht mehr ausbeuten dürfen. Zurzeit geht es uns ja nur so gut weil es ihnen schlecht geht. Deshalb haben diese tollen Spenden der Hilfsorganisationen auch nur eine lindernde Wirkung. Wenn wir diesen Leuten wirklich helfen wollen, müssen wir unseren Reichtum aufgeben. Das heißt im Klartext: Goodbye X5, goodbye Internet aber wenigstens keine 20000 Morde am Tag. Wir werden erleichtert sein…

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Mittwoch, 4. November 2009
Ein Schwank aus meiner Kindheit
Zeit meines Lebens war ich tierlieb. Nur eben nicht die Tiere zu mir.
Die meisten Leute die mich sehen, sagen mir: „Du siehst aus wie vom Affen gebissen.“ Und da haben die auch vollkommen recht. Ich sehe nicht nur aus wie vom Affen gebissen, ich bin vom Affen gebissen.
So einen Affenbiss bekommt nicht jeder, dass muss ich klipp und klar sagen. Den musste ich mir hart erkämpfen. Es war im Sommer 95. Pavian Kunibert wollte entlaust werden und ich weigerte mich ihm diesen Gefallen zu tun. Er biss mir in den Hintern und ich trage diese Narbe bis heute mit Stolz. Es ist ein Zeichen meiner jugendlichen Auflehnung gegen die Obrigkeit.
Doch gehen wir erst einmal zu den Anfängen zurück: Von 92 bis 96 habe ich auf einem Pavianfelsen mitten in Sibirien gelebt. Das war eine lustige Zeit. Ich habe dort viele wertvolle Erfahrungen gesammelt und getauscht. Spirituelle, sexuelle und natürlich auch Affenduelle.


Pavian Kunibert sah immer aus wie ein nasser Sack.

Alles fing damit an, als meine Eltern mich wieder mal aussetzen wollten. Ich kam gerade aus Bottrop-Kirchhellen zurück, indem ich meiner vorher ausgelegten Brotkrumenspur zurück nach Hause folgte, da nahmen mich meine Eltern mit auf den Flughafen, setzten mich in eine 5 motorige Antonov und ich flog nach Sibirien. Leider hatte ich nicht genug Brot einstecken um eine Brotkrumenspur von Norilsk nach Deutschland zu legen und so musste ich eben ein paar Jahre in Sibirien übernachten.
Deprimiert stieg ich aus der Maschine der So-weit-weg-wies-nur-geht! Ärleins und fand Zuflucht bei der netten Familie Paviansko. Diese bewohnten einen gemütlichen Pavianfelsen im Tierpark der Stadt Norilsk. Es gab nicht viele Attraktionen in Norilsk. Es gab den Mann mit den zwei Penissen, den schiefen Ölbohrturm von Norilsk und es gab den Pavianfelsen.
Mutter Paviansko nahm mich auf und behandelte mich so als ob ich ihr eigener Paviansohn wäre. Sie schrie mich an und kommandierte mich durch die Gegend. Eine der wichtigsten Aufgaben war die Entlausung. Dabei war es wichtig, dass immer ein rangniedrigeres Pavianbandenmitglied das Ranghöhere entlaust. Die Ränge wurden durch Kämpfe geschmiedet und es ging zu wie auf dem Schulhof einer normalen Grundschule. (In dieser Zeit hätte ich ja eigentlich auch auf einer Grundschule sein müssen. Ein Grund warum ich immer noch nicht ordentlich schreiben kann.)

Doch ich bemerkte schnell den Nachteil des Fellpflegesystems, denn ich war der einzige ohne Fell und das nervte mich tierisch. Ich musste entlausen, konnte aber nicht entlaust werden. Das war unfair und auch Teil meiner ewigen Beschwerden.
Aber auch die Kommunikation zwischen mir und den Affen war nicht immer einfach. Paviane kommunizieren fast ausschließlich mit ihrem roten Hinterteil und ich wurde ständig überhört, weil ich keinen Arsch in Signalfarben hatte. (Wenn ich mich beschwere, zieh ich auch heute noch meinen Hintern blank. Was soll ich sagen? Kommt nicht immer gut an.)
Irgendwann hatten die Paviane keine Lust mehr auf mich und so setzte mich Frau Pavianski in einem Zug nach Deutschland aus.
Meine Eltern staunten nicht schlecht, als sie mich wiederhatten. Um mich nun endgültig loszubekommen, entschieden sie, dass ich so schnell wie möglich Abitur mache und dann ein Studium anfange. Irgendwo weit weg.

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Samstag, 31. Oktober 2009
Die lustigen Finanznachrichten
Die neue Regierung ist nun schon seit einigen Tagen im Amt und es wird von Tag zu Tag lustiger.

Vizekanzler Guido Westerwave gibt sich mit seinem Pyrrhuswahlsieg vollkommen zufrieden und grinst sich demenzartig durch die Gegend. Man sei froh, überhaupt an der Regierung teilnehmen zu dürfen und auch sein Name steht höchstwahrscheinlich im Koalitionsvertrag drin, so Schwesterwelle im Interview. Doch wo Gaydo draufsteht ist nicht automatisch Gaydo drin. Die FDP-Wähler (übrigens zum Unwort des Jahres 2009 nominiert) wurden demnach systematisch geprellt, hat man ihnen doch eine satte Steuersenkung versprochen, die aber laut CDU/CSU nicht durchsetzbar ist. Jeder normale Mensch hat diese Sache natürlich schon längst vor der Wahl durchschaut und nicht mal im Traum an eine Steuersenkung gedacht. Nur eben nicht der handelsübliche und vor allem gehirnamputierte FDP-Wähler. Dieser lebt fein verpackt in seiner Schaumstoffwelt aus guten Wirtschaftsnachrichten und dicken Finanzpolstern und freut sich tatsächlich auf seine Steuersenkung, womit er dann ganze 15 Euro im Monat mehr im Portemonnaie hat.
„Wie doof kann man sein?“, fragt sich auch Guido Westerwelle und appelliert an die Vernunft seiner Wähler. „Wir haben kein Geld, Leute! Den letzten Rest haben wir für die Banken aufm Kopp gehauen.“, erklärt der Außenminister und nun ist auch die Frage geklärt warum der FDP Chef auf den Finanzministerposten freiwillig verzichtete. Denn hier im Lande werden ihn bald die geprellten FDP Wähler jagen und ihre 15 Euro fordern und dann ist es vielleicht besser, weit weg im Ausland zu sein.

Der Zweite Witz, den unsere Regierung plant, ist die Schuldenbremse. (Da muss ich euch vorher noch was Lustiges erzählen. Vor ein paar Wochen habe ich im Autoradio gehört, dass die EU einen zu hohen Neuverschuldungswert der Bundesregierung festgestellt hat und dafür eine Strafe plant. Und wisst ihr was für eine Strafe das ist? Eine Geldstrafe!! Ja die Strafe für zu hohe Verschuldung ist noch mehr Schulden. Brüssel das schwarze Intelligenzloch. Ich musste so sehr lachen, dass ich den Wagen an die Seite fahren musste. So jetzt weiter im Text...)

Sobald die Nettokreditaufnahme 0,35 Prozent des Bruttoinlandproduktes übersteigt greift die Schuldenbremse ein. Ab 2016 tritt diese Bremse für den Bund in Kraft aber das heißt noch lange nicht, das Merkel und Konsorten den Gürtel enger schnallen müssen. „Wir haben einen geheimen Schattenhaushalt! Ätsch bätsch!!“, sagte die Kanzlerin auf einer Pressekonferenz, was heißt, dass man jetzt (wo man ja noch kräftig zulangen darf) einfach mehr Schulden aufnehmen wird, weil man ja später keine Schulden mehr machen darf. Lediglich die Frage, wer hier wen verarschen will, bleibt noch ungeklärt. Der neue Finanzminister und Exterrorjäger Wolfgang Schäuble plant die Sache als Investition in die Zukunft zu bezeichnen und beherrscht das sogar ohne rot zu werden. „Ich bin es gewohnt zu lügen und zu tricksen, aus diesem Grund habe ich ja auch das Amt des Finanzministers angenommen.“, erzählt uns der neue Finanzminister und Schwarzgeldexperte Wolfgang Schäuble.

Wir sind gespannt, wie lustig es weiter geht bei Schwarz-Gelb die Comedy Show.

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Freitag, 30. Oktober 2009
Der Geschichtenerzähler und sein Twitter Ich
Ich bin jetzt schon seit einiger Zeit auf diesem Twitter. Es muss Anfang Juni gewesen sein, als ich mir diese Seite anschaute und mir einen treffenden Nickname ausdachte. Erst dachte ich an Twitteratur, war aber schon vergeben. Dann habe ich es mit Zwitscheratur ausprobiert, das war aber zu lang.
Letztendlich landete ich bei dem Nickname Litteratur, was eine Mischung aus Litter (engl. Müll) und Literatur sein soll. Kapiert hat das bis heute wahrscheinlich keiner.

Man hat 140 Zeichen zur Verfügung um seinen Gedanken auszudrücken. Das ist nicht viel mehr als ein Fliegenschiss. Gepresst in so ein enges Korsett, fällt es mir wirklich schwer, etwas Sinnvolles zu schreiben. Ich baue meinen Humor eher langsam auf und kann nicht wie ein Maschinengewehr Pointen herausballern.

Warum ich es dann trotzdem mache? Es ist eine direktere Art miteinander zu kommunizieren. Man schreibt etwas und die Leute reagieren sofort darauf, wenn es gut ist. Man kann aber auch selbst reagieren und so spinnen sich manchmal lustige Sachen zusammen, auf die man alleine wahrscheinlich gar nicht gekommen wäre.

Und jetzt nehme ich auch noch an einer Twitterlesung teil. Na gut es ist natürlich keine richtige Twitterlesung, sondern nur eine Lesung mit bekannten Twitterern, die aus ihrem Blogs oder Büchern vorlesen. Und ich werde natürlich auch aus meinem Buch vorlesen (was bis dahin ja noch fertig werden muss). Hab das ja nicht umsonst geschrieben.
Ich bin zwar kein bekannter Twitterant, aber ich kenne ja den Veranstalter persönlich und nachdem ich ihn monatelang angefleht und angebettelt habe, darf ich nun daran teilnehmen. Manchmal muss man eben in den sauren Apfel beißen, sich bücken und den Hintern küssen. Das Showgeschäft ist eben eine Hure, eine verdammt erfolgreiche Hure. So Spaß beiseite! Hier sind die Daten für euch:


Prenzlauer Berg. Mekka der Internet Snobs und die, die es werden wollen.

Ich hoffe auf zahlreiches Nichterscheinen, denn ehrlich gesagt machen mich viele Leute nervös. Zwei bis drei dürfen kommen, mehr nicht.

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