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Reminder
dergeschichtenerzaehler, Sonntag, 29. November 2009, 13:25

Morgen Abend geht es los. Ich bin schon ganz aufgeregt und renne, wie ein explodiertes Huhn, durch die Gegend. Wer in der Nähe ist, muss vorbeischauen!!
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Interview wider Willen
dergeschichtenerzaehler, Dienstag, 24. November 2009, 15:40
Der Geschichtenerzähler war letztens im Kanzleramt um seine verlorengegangene Moral zu suchen. Doch was er dort fand, waren eher zwei langweilige Interviewpartner:
DGE: Ähm wo geht’s hier auf Toilette?
Merkel: Sind Sie der Journalist vom Spiegel, der uns interviewen sollte?
DGE: Äh ja genau vom Spiegel…
Merkel: Na dann kommen Sie mal mit in mein Büro. Unser Regenbogenminister ist auch schon bereit.
In Merkels Büro:
DGE: Und ich darf ihnen jetzt Fragen stellen, die die Leute da draußen bewegen?
Westerwelle: Nein, Sie sollen die Fragen stellen, die ihnen ihr Chefredakteur vorgegeben hat. Fangen Sie an!
DGE: Okay. Eine ostdeutsche Frau als Kanzlerin, ein schwuler Außenminister und ein kranker Irrer im Rollstuhl als Finanzminister. Wollen Sie damit ein Zeichen setzen? Wollen Sie zeigen, dass es jeder schaffen kann?
Merkel: Nein! Wir wollen eigentlich nur Mitleid erregen. So ein cooler Sonnyboy wie dem Schröder, hat man ja nix durchgehen lassen. Da kennen die Leute nix. Aber ich baue ja mittlerweile permanent Scheiße und trotzdem lieben mich die Leute. Im Westen kennt man ja ostdeutsche Frauen nur aus dem Fernsehen. Fette Mandys die von Hartz 4 leben und keine Perspektive haben. Was soll ich sagen? Die Erwartungen, die man an mich stellt sind geradezu niedrig, ein Rekordtief. Die meisten Bürger sind schon froh, wenn ich Netto vom Aldi unterscheiden kann…
Westerwelle: Brutto, Frau Merkel! Brutto.
DGE: Herr Westerwelle! Nun mal zu ihnen. Sie tragen heute ein Leopardenfell. Was hat es denn damit auf sich?
Westerwelle: Das ist ein synthetisches Leopardenfell von KIK dem Textilausbeuter. Es soll zeigen, dass ich mich mit dem Raubtierkapitalismus identifiziere und außerdem ist der ganz schön sexy, oder?
DGE: KIK produziert Textilien unter menschenunwürdigen Bedingungen. Sowas können Sie doch nicht gut heißen?
Westerwelle: Im Gegenteil! Das ist gelebter Kapitalismus. Damit wir hier in Saus und Braus leben können, müssen auf der anderen Seite der Welt die Menschen im Dreck leben und für uns die Sklavenarbeit verrichten. Wir von der FDP sind die ersten gewesen, die das verinnerlicht und sich von der Sozialromantik verabschiedet haben. Wenn du willst, dass es dir besser geht, dann such dir Jemanden den du ausbeuten kannst. Dieses Prinzip funktioniert schon seit Jahrtausenden und hat sich bewährt. Warum sollen gerade wir das ändern? Schon damals in der Steinzeit gab es Liberale. Homo Sapiens haben die Neandertaler ausgebeutet, bis diese leider ausgestorben sind.
Merkel: Hihi. Ihr ward schon damals Homos!
DGE: Frau Merkel ich bitte Sie! Jetzt bleiben Sie doch mal ernst! Gehen Sie denn mit der Meinung ihres Vizekanzlers konform?
Merkel: Ja aber sicherlich. Im Gegensatz zur FDP dürfen wir bei der CDU, dies aber keinesfalls zugeben. Wir sind Sozialdemokraten und keine Höhlenhomos!! Mein großes und vor allem fettes Vorbild Helmut Kohl hat mir immer gesagt. „Was nicht erstunken und erlogen ist, taugt nix in der Politik!“ und daran halte ich mich bis heute.
DGE:Apropos Lügen! Ihre Regierung plant für die nächsten Jahre großzügige Steuersenkungen. Woher nehmen Sie das Geld? Und bitte erzählen Sie mir nicht das Märchen von Steuern senken und die Wirtschaft steigt dann automatisch. Jedes Milchmädchen kann besser rechnen!!
Westerwelle: Das ist kein Märchen, das ist die…
Merkel: Es kann nix schief gehen und zur Not greifen wir auf unsere Schwarzgeldreserven zurück. Der Herr Schäuble hat einen eigenen Berg in der Schweiz, worin das Geld, gut bewacht von finstren Kobolden, lagert. Ach ja die Spendenaffäre, das waren noch gute Zeiten.
Westerwelle: Oh je ich muss los. Mein Guidomobil steht im Halteverbot…
Merkel: Und ich muss noch Opel retten…
DGE: Und ich wollte ja eigentlich auf die Toilette.
DGE: Ähm wo geht’s hier auf Toilette?
Merkel: Sind Sie der Journalist vom Spiegel, der uns interviewen sollte?
DGE: Äh ja genau vom Spiegel…
Merkel: Na dann kommen Sie mal mit in mein Büro. Unser Regenbogenminister ist auch schon bereit.
In Merkels Büro:
DGE: Und ich darf ihnen jetzt Fragen stellen, die die Leute da draußen bewegen?
Westerwelle: Nein, Sie sollen die Fragen stellen, die ihnen ihr Chefredakteur vorgegeben hat. Fangen Sie an!
DGE: Okay. Eine ostdeutsche Frau als Kanzlerin, ein schwuler Außenminister und ein kranker Irrer im Rollstuhl als Finanzminister. Wollen Sie damit ein Zeichen setzen? Wollen Sie zeigen, dass es jeder schaffen kann?
Merkel: Nein! Wir wollen eigentlich nur Mitleid erregen. So ein cooler Sonnyboy wie dem Schröder, hat man ja nix durchgehen lassen. Da kennen die Leute nix. Aber ich baue ja mittlerweile permanent Scheiße und trotzdem lieben mich die Leute. Im Westen kennt man ja ostdeutsche Frauen nur aus dem Fernsehen. Fette Mandys die von Hartz 4 leben und keine Perspektive haben. Was soll ich sagen? Die Erwartungen, die man an mich stellt sind geradezu niedrig, ein Rekordtief. Die meisten Bürger sind schon froh, wenn ich Netto vom Aldi unterscheiden kann…
Westerwelle: Brutto, Frau Merkel! Brutto.
DGE: Herr Westerwelle! Nun mal zu ihnen. Sie tragen heute ein Leopardenfell. Was hat es denn damit auf sich?
Westerwelle: Das ist ein synthetisches Leopardenfell von KIK dem Textilausbeuter. Es soll zeigen, dass ich mich mit dem Raubtierkapitalismus identifiziere und außerdem ist der ganz schön sexy, oder?
DGE: KIK produziert Textilien unter menschenunwürdigen Bedingungen. Sowas können Sie doch nicht gut heißen?
Westerwelle: Im Gegenteil! Das ist gelebter Kapitalismus. Damit wir hier in Saus und Braus leben können, müssen auf der anderen Seite der Welt die Menschen im Dreck leben und für uns die Sklavenarbeit verrichten. Wir von der FDP sind die ersten gewesen, die das verinnerlicht und sich von der Sozialromantik verabschiedet haben. Wenn du willst, dass es dir besser geht, dann such dir Jemanden den du ausbeuten kannst. Dieses Prinzip funktioniert schon seit Jahrtausenden und hat sich bewährt. Warum sollen gerade wir das ändern? Schon damals in der Steinzeit gab es Liberale. Homo Sapiens haben die Neandertaler ausgebeutet, bis diese leider ausgestorben sind.
Merkel: Hihi. Ihr ward schon damals Homos!
DGE: Frau Merkel ich bitte Sie! Jetzt bleiben Sie doch mal ernst! Gehen Sie denn mit der Meinung ihres Vizekanzlers konform?
Merkel: Ja aber sicherlich. Im Gegensatz zur FDP dürfen wir bei der CDU, dies aber keinesfalls zugeben. Wir sind Sozialdemokraten und keine Höhlenhomos!! Mein großes und vor allem fettes Vorbild Helmut Kohl hat mir immer gesagt. „Was nicht erstunken und erlogen ist, taugt nix in der Politik!“ und daran halte ich mich bis heute.
DGE:Apropos Lügen! Ihre Regierung plant für die nächsten Jahre großzügige Steuersenkungen. Woher nehmen Sie das Geld? Und bitte erzählen Sie mir nicht das Märchen von Steuern senken und die Wirtschaft steigt dann automatisch. Jedes Milchmädchen kann besser rechnen!!
Westerwelle: Das ist kein Märchen, das ist die…
Merkel: Es kann nix schief gehen und zur Not greifen wir auf unsere Schwarzgeldreserven zurück. Der Herr Schäuble hat einen eigenen Berg in der Schweiz, worin das Geld, gut bewacht von finstren Kobolden, lagert. Ach ja die Spendenaffäre, das waren noch gute Zeiten.
Westerwelle: Oh je ich muss los. Mein Guidomobil steht im Halteverbot…
Merkel: Und ich muss noch Opel retten…
DGE: Und ich wollte ja eigentlich auf die Toilette.
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Knochenjob
dergeschichtenerzaehler, Freitag, 20. November 2009, 21:20
Es haben mich schon viele Leute gefragt: Herr Geschichtenerzähler? Womit verdienen Sie eigentlich ihr Geld, weil mit dieser schlechten Schreiberei verdienen Sie ja nur Hohn und Spott?
Verlegen habe ich dann immer um eine Antwort gerungen und schließlich ein arbeitslos heraus gemurmelt. Zu peinlich war es mir, euch meinen wirklichen Job zu verraten.
Ich bin nämlich Einhörnchenpsychologe. Nein natürlich kein Wald und Wiesen Einhörnchenpsychologe, sondern ein Stadteinhörnchenpsychologe.
Ganze drei Minuten musste ich Einhörnchenpsychologie studieren und ich bin wirklich froh, dass die Einhörnchenseele so winzig ist. Gerade mal 4 Kubikzentimeter groß und würfelförmig.
Ich habe meine Praxis in einer alten Eiche untergebracht. Ein freundlicher Kuckuck hat mir den ganzen Baum für drei Paranüsse ausgehöhlt und mit Möbeln aus einer naheliegenden Buche ausgestattet. Die Eiche soll meinen Patienten ein Gefühl von Heimat geben. Sie sollen für kurze Zeit ihren stressigen Alltag in der Stadt hinter sich lassen, ein paar Eicheln sammeln und entspannen.
Die meisten Einhörnchenmänner kommen zu mir, weil sie sexuell frustriert sind. Sie müssen wissen, dass der Geschlechtsverkehr bei Einhörnchen 9 Stunden dauert und äußerst schmerzhaft ist. Ja man muss sich sogar die Frage stellen, wie es den Einhörnchen gelungen ist in den letzten Jahrmillionen, nicht auszusterben. Der Fortpflanzungswille der Einhörnchen ist evolutionär und vielleicht auch ein Wunder. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass Einhörnchen nicht altern und daher nie eines natürlichen Todes sterben können.
Heute hatte ich zum Beispiel eine Patientin, die schon zu Jesus Zeiten im horizontalen Gewerbe als Wasserwaage arbeitete und es auch heute noch tut. Sie fragte mich heute was der Sinn des Lebens sei. Ich muss gestehen diese Frage höre ich beinahe täglich und ich habe immer noch keine passende Antwort darauf. Bei uns Menschen ist es ja relativ einfach. Der Sinn des Lebens ist es, sein Leben von Anfang bis Ende zu leben und ob man was Gutes oder Schlechtes daraus macht ist eigentlich egal. Aber was sage ich einer Einhörnchendame, die kein Ende in Sicht hat? Es hat alles keinen Sinn, da können Sie sich auch getrost vor einen Zug schmeißen? Das sind wirklich schwierige Fragen an denen man da als Nagetier zu nagen hat.
Die Einhörnchen sind ja eher scheue Tiere und kaum ein Mensch bekommt sie je zu Gesicht. Still und leise verrichten sie ihre Arbeit. Dabei sind sie aus dem täglichen Leben schon lange nicht mehr wegzudenken. Wer schaltet zum Beispiel die Ampeln auf Grün, entlaubt die Bäume im Herbst und schneidet Löcher in die Socken? Einstein hätte niemals seine Relativitätstheorie aufstellen können, hätte ihm kein Einhörnchen den Bleistift angespitzt und seine Unterhosen gebügelt. Mozart hätte niemals eine Ouvertüre schreiben können, hätte ihm nicht ein Einhörnchen dabei geholfen das Konfitüreglas zu öffnen. Und Napoleon? Der ist auf einem Einhörnchen bis nach Moskau geritten und hat sich dann seine Eier zerkühlt. (Das ist aber ne andere Geschichte)
Ich könnte noch endlos mehr Beispiele bringen, aber ich habe keine Lust, weil ihr mir ja eh nicht glaubt. Ihr seid nämlich ganz schön ausgebuffte Frechdachse!! Muss doch mal gesagt werden...
Verlegen habe ich dann immer um eine Antwort gerungen und schließlich ein arbeitslos heraus gemurmelt. Zu peinlich war es mir, euch meinen wirklichen Job zu verraten.
Ich bin nämlich Einhörnchenpsychologe. Nein natürlich kein Wald und Wiesen Einhörnchenpsychologe, sondern ein Stadteinhörnchenpsychologe.
Ganze drei Minuten musste ich Einhörnchenpsychologie studieren und ich bin wirklich froh, dass die Einhörnchenseele so winzig ist. Gerade mal 4 Kubikzentimeter groß und würfelförmig.
Ich habe meine Praxis in einer alten Eiche untergebracht. Ein freundlicher Kuckuck hat mir den ganzen Baum für drei Paranüsse ausgehöhlt und mit Möbeln aus einer naheliegenden Buche ausgestattet. Die Eiche soll meinen Patienten ein Gefühl von Heimat geben. Sie sollen für kurze Zeit ihren stressigen Alltag in der Stadt hinter sich lassen, ein paar Eicheln sammeln und entspannen.
Die meisten Einhörnchenmänner kommen zu mir, weil sie sexuell frustriert sind. Sie müssen wissen, dass der Geschlechtsverkehr bei Einhörnchen 9 Stunden dauert und äußerst schmerzhaft ist. Ja man muss sich sogar die Frage stellen, wie es den Einhörnchen gelungen ist in den letzten Jahrmillionen, nicht auszusterben. Der Fortpflanzungswille der Einhörnchen ist evolutionär und vielleicht auch ein Wunder. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass Einhörnchen nicht altern und daher nie eines natürlichen Todes sterben können.
Heute hatte ich zum Beispiel eine Patientin, die schon zu Jesus Zeiten im horizontalen Gewerbe als Wasserwaage arbeitete und es auch heute noch tut. Sie fragte mich heute was der Sinn des Lebens sei. Ich muss gestehen diese Frage höre ich beinahe täglich und ich habe immer noch keine passende Antwort darauf. Bei uns Menschen ist es ja relativ einfach. Der Sinn des Lebens ist es, sein Leben von Anfang bis Ende zu leben und ob man was Gutes oder Schlechtes daraus macht ist eigentlich egal. Aber was sage ich einer Einhörnchendame, die kein Ende in Sicht hat? Es hat alles keinen Sinn, da können Sie sich auch getrost vor einen Zug schmeißen? Das sind wirklich schwierige Fragen an denen man da als Nagetier zu nagen hat.
Die Einhörnchen sind ja eher scheue Tiere und kaum ein Mensch bekommt sie je zu Gesicht. Still und leise verrichten sie ihre Arbeit. Dabei sind sie aus dem täglichen Leben schon lange nicht mehr wegzudenken. Wer schaltet zum Beispiel die Ampeln auf Grün, entlaubt die Bäume im Herbst und schneidet Löcher in die Socken? Einstein hätte niemals seine Relativitätstheorie aufstellen können, hätte ihm kein Einhörnchen den Bleistift angespitzt und seine Unterhosen gebügelt. Mozart hätte niemals eine Ouvertüre schreiben können, hätte ihm nicht ein Einhörnchen dabei geholfen das Konfitüreglas zu öffnen. Und Napoleon? Der ist auf einem Einhörnchen bis nach Moskau geritten und hat sich dann seine Eier zerkühlt. (Das ist aber ne andere Geschichte)
Ich könnte noch endlos mehr Beispiele bringen, aber ich habe keine Lust, weil ihr mir ja eh nicht glaubt. Ihr seid nämlich ganz schön ausgebuffte Frechdachse!! Muss doch mal gesagt werden...
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Buchvorstellung
dergeschichtenerzaehler, Donnerstag, 19. November 2009, 18:42

So soll es aussehen, mein Pestseller. Wir wissen noch nicht genau, ab wann wir es als Buch herausbringen. Ich mach das ja zum ersten Mal... :-) (Angepeilt ist Weihnachten als Veröffentlichungstermin) Und am 30.11. werde ich daraus vorlesen...
Cover von Karsten Bier
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Jerusalem - Eine Stadt der Vergangenheit, Moderne und Zukunft
dergeschichtenerzaehler, Montag, 16. November 2009, 16:10
Wir näherten uns Jerusalem vom Osten. Von Jordanien aus, sind wir mit dem Bus über die Landesgrenze nach Israel gefahren.
4 Stunden haben wir an der Grenze warten müssen. Der Grund dafür war relativ einfacher Natur. Wir hatten einen syrischen Stempel im Pass, kamen also geradewegs aus feindlichem Gebiet.
Und wir waren nicht die einzigen Idioten, die sich diese Freveltat erlaubten und geltende Kriege und Feindschaften partout ignorierten. Zwei deutsche Mädchen warteten mit uns. Sie haben in Syrien Arabistik studiert und wollten nun ein bisschen Urlaub in Jerusalem machen.
Nach einer langen Wartezeit und einem Verhör, konnten wir dann endlich einreisen. Man hat die Staatsfeinde nun doch ins Land gelassen und insgeheim rechnete ich sogar damit, dass wir ab diesem Zeitpunkt unter Beobachtung standen. Zuzutrauen ist diesem paranoiden Land alles.
Wir fuhren mit einem kleinen Bus durch die Westbank, in Deutsch Westjordanland. Ich setzte mich neben einen Mann aus Tennessee, der seine Freundin verloren hatte und sich auf einem Selbstfindungskurs durch die Welt befand. Ursprünglich wollte er nur ein paar Tage nach Madrid, mittlerweile war er schon ein paar Wochen mit seinem schweren Koffer unterwegs und sein Weg hatte immer noch kein Ziel. Ich hatte Schwierigkeiten seinen breiten Südstaaten Akzent zu sezieren und so hingen wir mehrere Minuten an einem Wort. Es ging um Intel und er sprach es wie Intaaaiiil aus, was zu lustigen Missverständnissen meinerseits führte.
Das Westjordanland ist eine steinige Felswüste. Auf einzelnen Hügeln kann man die Siedlungen der Palästinenser entdecken. Eingezäunt und in Sicherheitsverwahrung.
Jerusalem ist eine geteilte Stadt. Wobei geteilt noch untertrieben ist. Es sind zwei Welten, zwei Kulturen oder zwei Völker. Wenn man als Europäer in der Stadt ankommt, dann wird einem die Westseite der Stadt durchaus vertraut vorkommen. Es wirkt wie eine ganz normale europäische Metropole, aber sobald man den jüdisch modernen Part verlässt und sich in die Altstadt begibt, dann geht man ein paar hundert Jahre zurück. Die Altstadt ist von einer großen Stadtmauer vollständig umrundet und man kann diese nur durch eines der 7 Tore betreten.

Stadtmauer
Die Altstadt gehört teilweise den Palästinensern und die Tore bewachen Tag und Nacht schwer bewaffnete, israelische Soldaten.

Tor zur arabischen Welt...
Die arabische Welt ist hektisch, laut und verdreckt und nur selten trauen sich Touristen in dieses Gewimmel. Für einen der diese Kultur nicht gewohnt ist, kann das sehr befremdlich und auch angsteinflößend wirken. Dabei ist der arabische Teil der Altstadt am authentischsten. Man denkt sich sofort: Vor 2000 Jahren kann es auch nicht groß anders gewesen sein.

Die engen Gassen der Altstadt.
Im christlichen Teil der Stadt geht es bedeutend ruhiger zu. Hier trifft man auf eine Menge polnische Katholiken, welche nur allzu gerne den Weg Jesu zur Kreuzigung auf der Via Dolorosa nachgehen. Der erste Mann trägt ein Kreuz und die anderen watscheln hinterher. Eine lächerlich, blasphemische Handlung, aber scheinbar macht es Spaß.

Christliche Kirche und Grabesstätte der Jungfrau Maria
Der jüdische Teil der Altstadt beinhaltet die Klagemauer. Hier kommt man nur hinein, wenn man sich vorher durch einen Metalldetektor gequetscht hat. Wenn man sich vorher die Kippa aufsetzt kann man bis an die Mauer hinan. Dabei sollte man wissen, dass die Klagemauer für Frauen und Männer getrennt ist. Auf der Seite der Männer ist genug Platz, währenddessen sich die Frauen auf der anderen Seite an die Wand drängeln müssen. Im orthodoxen Judentum, hat die Frau noch weniger zu sagen als im Islam. (Im Vatikan ist das ja auch nicht anders, HöHö! )

Wenn man sich nun einen Überblick über die wunderschöne Altstadt verschaffen will, dann sollte man sich auf den Ölberg begeben der im Osten der Stadt liegt. Von dort aus sieht man den Felsendom in seiner vollen Pracht und währenddessen die christlichen Kirchen ihre Glocken erklingen lassen, schreit der Muezzin sein Abendgebet.

Die Stadt ist ein Modell. Ein Modell der Vergangenheit und ein Modell für die Zukunft. Sie ist der Ursprung der drei Weltreligionen und sie zeigt, dass die drei Weltreligionen friedlich innerhalb einer Mauer nebeneinander existieren können. Sie verkörpert Toleranz, Respekt und Hoffnung. Hoffnung auf einen friedlichen Nahen Osten.
4 Stunden haben wir an der Grenze warten müssen. Der Grund dafür war relativ einfacher Natur. Wir hatten einen syrischen Stempel im Pass, kamen also geradewegs aus feindlichem Gebiet.
Und wir waren nicht die einzigen Idioten, die sich diese Freveltat erlaubten und geltende Kriege und Feindschaften partout ignorierten. Zwei deutsche Mädchen warteten mit uns. Sie haben in Syrien Arabistik studiert und wollten nun ein bisschen Urlaub in Jerusalem machen.
Nach einer langen Wartezeit und einem Verhör, konnten wir dann endlich einreisen. Man hat die Staatsfeinde nun doch ins Land gelassen und insgeheim rechnete ich sogar damit, dass wir ab diesem Zeitpunkt unter Beobachtung standen. Zuzutrauen ist diesem paranoiden Land alles.
Wir fuhren mit einem kleinen Bus durch die Westbank, in Deutsch Westjordanland. Ich setzte mich neben einen Mann aus Tennessee, der seine Freundin verloren hatte und sich auf einem Selbstfindungskurs durch die Welt befand. Ursprünglich wollte er nur ein paar Tage nach Madrid, mittlerweile war er schon ein paar Wochen mit seinem schweren Koffer unterwegs und sein Weg hatte immer noch kein Ziel. Ich hatte Schwierigkeiten seinen breiten Südstaaten Akzent zu sezieren und so hingen wir mehrere Minuten an einem Wort. Es ging um Intel und er sprach es wie Intaaaiiil aus, was zu lustigen Missverständnissen meinerseits führte.
Das Westjordanland ist eine steinige Felswüste. Auf einzelnen Hügeln kann man die Siedlungen der Palästinenser entdecken. Eingezäunt und in Sicherheitsverwahrung.
Jerusalem ist eine geteilte Stadt. Wobei geteilt noch untertrieben ist. Es sind zwei Welten, zwei Kulturen oder zwei Völker. Wenn man als Europäer in der Stadt ankommt, dann wird einem die Westseite der Stadt durchaus vertraut vorkommen. Es wirkt wie eine ganz normale europäische Metropole, aber sobald man den jüdisch modernen Part verlässt und sich in die Altstadt begibt, dann geht man ein paar hundert Jahre zurück. Die Altstadt ist von einer großen Stadtmauer vollständig umrundet und man kann diese nur durch eines der 7 Tore betreten.

Stadtmauer
Die Altstadt gehört teilweise den Palästinensern und die Tore bewachen Tag und Nacht schwer bewaffnete, israelische Soldaten.

Tor zur arabischen Welt...
Die arabische Welt ist hektisch, laut und verdreckt und nur selten trauen sich Touristen in dieses Gewimmel. Für einen der diese Kultur nicht gewohnt ist, kann das sehr befremdlich und auch angsteinflößend wirken. Dabei ist der arabische Teil der Altstadt am authentischsten. Man denkt sich sofort: Vor 2000 Jahren kann es auch nicht groß anders gewesen sein.

Die engen Gassen der Altstadt.
Im christlichen Teil der Stadt geht es bedeutend ruhiger zu. Hier trifft man auf eine Menge polnische Katholiken, welche nur allzu gerne den Weg Jesu zur Kreuzigung auf der Via Dolorosa nachgehen. Der erste Mann trägt ein Kreuz und die anderen watscheln hinterher. Eine lächerlich, blasphemische Handlung, aber scheinbar macht es Spaß.

Christliche Kirche und Grabesstätte der Jungfrau Maria
Der jüdische Teil der Altstadt beinhaltet die Klagemauer. Hier kommt man nur hinein, wenn man sich vorher durch einen Metalldetektor gequetscht hat. Wenn man sich vorher die Kippa aufsetzt kann man bis an die Mauer hinan. Dabei sollte man wissen, dass die Klagemauer für Frauen und Männer getrennt ist. Auf der Seite der Männer ist genug Platz, währenddessen sich die Frauen auf der anderen Seite an die Wand drängeln müssen. Im orthodoxen Judentum, hat die Frau noch weniger zu sagen als im Islam. (Im Vatikan ist das ja auch nicht anders, HöHö! )

Wenn man sich nun einen Überblick über die wunderschöne Altstadt verschaffen will, dann sollte man sich auf den Ölberg begeben der im Osten der Stadt liegt. Von dort aus sieht man den Felsendom in seiner vollen Pracht und währenddessen die christlichen Kirchen ihre Glocken erklingen lassen, schreit der Muezzin sein Abendgebet.

Die Stadt ist ein Modell. Ein Modell der Vergangenheit und ein Modell für die Zukunft. Sie ist der Ursprung der drei Weltreligionen und sie zeigt, dass die drei Weltreligionen friedlich innerhalb einer Mauer nebeneinander existieren können. Sie verkörpert Toleranz, Respekt und Hoffnung. Hoffnung auf einen friedlichen Nahen Osten.
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Die Mauer in den Köpfen muss weg!!
dergeschichtenerzaehler, Samstag, 14. November 2009, 12:21
Der Trubel um die deutsche Einheit ist nun endlich vorbei und nun kann der Geschichtenerzähler euch endlich seine 2 Cents zu diesem Thema beisteuern.
Ich bin ein Wendekind, aufgewachsen in hässlichen Betonhochhäusern, die man noch 4 Jahre vor der Wende (also im Jahr meiner Geburt) eilig in die Höhe zog und so Platz für viele junge Eltern schaffte. Mittlerweile hat man fast die gesamte Siedlung wieder abgerissen und wo damals Häuser, Parkplätze, Supermärkte standen, befindet sich jetzt nur noch eine Wiese. Wo damals hunderte von Kindern spielten, steht jetzt nur noch eine dumm glotzende Kuh.
Wenn ich meinen Kindern irgendwann mal die Stätte meiner Kindheit zeigen möchte, dann habe ich nur noch diese Wiese. Ich kann ihnen sagen "da stand die Post", "da gab es die Imbissbude mit den Alkoholikern und da hinten Stand das Altersheim". Aber wahrscheinlich werden auch die Häuser in meinen Erinnerungen Stück für Stück abgerissen, so wie die Originale. Die Siedlung war meine Welt, mein Kosmos und nur selten musste ich den verlassen.
Die Zeit nach der Einheit war für viele Menschen eine schwierige Zeit. Viele Leute in der unmittelbaren Nachbarschaft haben ihren Job verloren und ich habe es mit eigenen kleinen Kinderaugen gesehen, wie die Arbeitslosigkeit Menschen zerstören kann, aber eben nicht gewusst woran es liegt. Die deutsche Einheit war eine so krasse Veränderung für die Menschen, dass viele einfach ein bisschen Zeit brauchten um sich den neuen Verhältnissen anzupassen. Und jeder tat das auf seine Weise. Einfach war es nur für die Wenigsten.
Je weiter die Einheit sich zeitlich entfernte, umso mehr Leute sind aus den grässlichen Wohnblöcken geflohen. Die wilde Zeit der Wende ging so schnell wie sie kam und viele Menschen hatten einen Job gefunden oder einfach mehr Geld verdient, als es vorher möglich war.
Dass heute anstelle der Plattenbauten wieder eine Wiese wie vor 25 Jahren grünt ist also auch ein Zeichen des Erfolgs. Es ist ein Zeichen dafür, dass sich Veränderungen lohnen, egal wie schmerzhaft diese in den Anfangszeiten sind.
Sicherlich ist hier im Osten nicht alles Gold was glänzt, aber wir wissen es zu schätzen, was der „Westen“ für uns getan hat. Denn die Einheit des Landes ist schon längst vollzogen und die beiden Teile des Landes sind so eng zusammen gewachsen wie noch nie. Die einzigen Differenzen die es noch zu bekämpfen gilt, spuken lediglich in den Köpfen der Menschen auf beiden Seiten. Das Bild voneinander ist geprägt von Vorurteilen und Missverständnissen. Im Westen glaubt man, dass man die ganzen Jahre eine Art Entwicklungshilfe betrieben hat. So ähnlich wie bei einem Bananenstaat, nur mit dem Unterschied, dass es in der DDR keine Bananen gab. In Wirklichkeit war es eher eine Investition in die Zukunft. Dass der Westen sich schon seit mehr als 20 Jahren auf einer wirtschaftlichen Talfahrt befindet und sich eigentlich nur durch den Aufschwung im Osten über Wasser halten konnte ist eine Tatsache, die aber noch lange nicht in den Köpfen angekommen ist. Man ist immer noch der Meinung, man habe die 1,5 Billionen Euro dafür verwendet, dass es den Leuten im Osten besser geht. Schließlich hatten die vorher nix zu essen und auch sonst nix, wofür es sich zu Leben lohnt. So konnte im Osten das Bild des arroganten Westdeutschen entstehen, der das Portemonnaie zückt und dem armen Ossi ein bisschen Geld hinwirft, wofür dieser sich dann auch noch rechtfertigen muss. Die Einheit war für den Osten die Chance auf Demokratie, für den Westen war es die Chance ein wirtschaftlich erfolgreiches Land zu bleiben. Und es haben beide Seiten gewonnen!!!
Ich bin ein Wendekind, aufgewachsen in hässlichen Betonhochhäusern, die man noch 4 Jahre vor der Wende (also im Jahr meiner Geburt) eilig in die Höhe zog und so Platz für viele junge Eltern schaffte. Mittlerweile hat man fast die gesamte Siedlung wieder abgerissen und wo damals Häuser, Parkplätze, Supermärkte standen, befindet sich jetzt nur noch eine Wiese. Wo damals hunderte von Kindern spielten, steht jetzt nur noch eine dumm glotzende Kuh.
Wenn ich meinen Kindern irgendwann mal die Stätte meiner Kindheit zeigen möchte, dann habe ich nur noch diese Wiese. Ich kann ihnen sagen "da stand die Post", "da gab es die Imbissbude mit den Alkoholikern und da hinten Stand das Altersheim". Aber wahrscheinlich werden auch die Häuser in meinen Erinnerungen Stück für Stück abgerissen, so wie die Originale. Die Siedlung war meine Welt, mein Kosmos und nur selten musste ich den verlassen.
Die Zeit nach der Einheit war für viele Menschen eine schwierige Zeit. Viele Leute in der unmittelbaren Nachbarschaft haben ihren Job verloren und ich habe es mit eigenen kleinen Kinderaugen gesehen, wie die Arbeitslosigkeit Menschen zerstören kann, aber eben nicht gewusst woran es liegt. Die deutsche Einheit war eine so krasse Veränderung für die Menschen, dass viele einfach ein bisschen Zeit brauchten um sich den neuen Verhältnissen anzupassen. Und jeder tat das auf seine Weise. Einfach war es nur für die Wenigsten.
Je weiter die Einheit sich zeitlich entfernte, umso mehr Leute sind aus den grässlichen Wohnblöcken geflohen. Die wilde Zeit der Wende ging so schnell wie sie kam und viele Menschen hatten einen Job gefunden oder einfach mehr Geld verdient, als es vorher möglich war.
Dass heute anstelle der Plattenbauten wieder eine Wiese wie vor 25 Jahren grünt ist also auch ein Zeichen des Erfolgs. Es ist ein Zeichen dafür, dass sich Veränderungen lohnen, egal wie schmerzhaft diese in den Anfangszeiten sind.
Sicherlich ist hier im Osten nicht alles Gold was glänzt, aber wir wissen es zu schätzen, was der „Westen“ für uns getan hat. Denn die Einheit des Landes ist schon längst vollzogen und die beiden Teile des Landes sind so eng zusammen gewachsen wie noch nie. Die einzigen Differenzen die es noch zu bekämpfen gilt, spuken lediglich in den Köpfen der Menschen auf beiden Seiten. Das Bild voneinander ist geprägt von Vorurteilen und Missverständnissen. Im Westen glaubt man, dass man die ganzen Jahre eine Art Entwicklungshilfe betrieben hat. So ähnlich wie bei einem Bananenstaat, nur mit dem Unterschied, dass es in der DDR keine Bananen gab. In Wirklichkeit war es eher eine Investition in die Zukunft. Dass der Westen sich schon seit mehr als 20 Jahren auf einer wirtschaftlichen Talfahrt befindet und sich eigentlich nur durch den Aufschwung im Osten über Wasser halten konnte ist eine Tatsache, die aber noch lange nicht in den Köpfen angekommen ist. Man ist immer noch der Meinung, man habe die 1,5 Billionen Euro dafür verwendet, dass es den Leuten im Osten besser geht. Schließlich hatten die vorher nix zu essen und auch sonst nix, wofür es sich zu Leben lohnt. So konnte im Osten das Bild des arroganten Westdeutschen entstehen, der das Portemonnaie zückt und dem armen Ossi ein bisschen Geld hinwirft, wofür dieser sich dann auch noch rechtfertigen muss. Die Einheit war für den Osten die Chance auf Demokratie, für den Westen war es die Chance ein wirtschaftlich erfolgreiches Land zu bleiben. Und es haben beide Seiten gewonnen!!!
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Lesebefehl!!
dergeschichtenerzaehler, Freitag, 13. November 2009, 16:36
Heute lässt der Geschichtenerzähler seine Feder ruhen, denn es gibt ja noch andere Blogger in diesem großen, weiten Internet, die es zu lesen wert sind.
Ich habe vorhin einen tollen Text gefunden, den ich einfach nicht ignorieren und euch auch nicht vorenthalten möchte.
Frau Damenwahl beschreibt in einer messerscharfen Analyse die wirtschaftlichen Verhältnisse ihrer Wahlheimat - der Kongo.
Ich habe vorhin einen tollen Text gefunden, den ich einfach nicht ignorieren und euch auch nicht vorenthalten möchte.
Frau Damenwahl beschreibt in einer messerscharfen Analyse die wirtschaftlichen Verhältnisse ihrer Wahlheimat - der Kongo.
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