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Der Telefonkonzern
dergeschichtenerzaehler, Mittwoch, 13. Mai 2015, 16:12
Der Techniker kommt nicht mehr, aber bis man sich das selbst überhaupt eingestehen kann, vergeht schon einige Zeit. Bei mir sind es ganze 3 Tage, die ich in Selbstmitleid verbringe, ob meiner gekappten Internetverbindung. Dann rufe ich den Kundenservice des Telefonanbieters an, der sich um die Aktivierung meines Anschlusses kümmert:
„Hallo! Na endlich, ich warte schon seit Stunden in der Warteschleife.“
„Was ist denn das Problem?“
„Der Techniker war nicht da! Er war mir versprochen, aber er kam nicht.“
„Haben Sie sich nicht vorher informieren können? Man weiß doch, dass der Techniker niemals beim ersten Termin erscheinen wird. Vielleicht und nur wenn man ganz viel Glück hat beim Fünften, aber doch nie und nimmer beim Ersten. Selbst wenn Sie der Internetpapst persönlich wären, geschieht das nicht. Wie kamen Sie denn überhaupt auf die Idee, ihren perfekt funktionierenden Internetanbieter zu wechseln? So unwissend kann man doch wirklich nicht sein.“
„So dann hätte ich gerne einen fünften Termin!“
„Na Sie sind wohl einer von der cleveren Sorte? Sie bekommen jetzt einen zweiten Termin. Seien Sie bitte am 8 Mai rund um die Uhr verfügbar.“
„Da werde ich sicher nicht da sein, der Techniker kommt ja sowieso nicht.“
„Zugegeben, die Chance, dass er bei Ihnen klingelt, mag gering sein, aber eben nur gering und nicht vollständig unmöglich. Es soll schon Leute gegeben haben, die beim zweiten Termin den Techniker antrafen. Zum Beispiel, wenn im selben Treppenhaus ein fünfter Termin dran ist und der Techniker früh fertig geworden ist. Wenn er dann noch etwas Zeit hat und sich in der richtigen Stimmung befindet, dann könnte er womöglich bei Ihnen anschellen. Jetzt wäre es aber fatal, er käme zu Ihnen und träfe Sie nicht an. Dann landen Sie sofort auf der roten Liste und werden wahrscheinlich nie wieder einen Techniker zu Gesicht bekommen. Zumindest nicht in diesem Leben!“
„Ich bin doch Kunde und der Kunde ist König!“
„Aber natürlich, jeder Kunde ist König, aber doch nicht alle gleichzeitig. Warten Sie, bis Sie an der Reihe sind!“
„Das ist doch eine Frechheit. Ich möchte ihren Vorgesetzten sprechen.“
„Aber sicher doch, ich bewundere ihren Eifer. Doch er resultiert ja doch nur aus der Tatsache, dass sie einfach noch nicht so oft mit dem Telefonkonzern in Kontakt getreten und daher noch sehr unerfahren sind. Ich möchte es Ihnen so schonend wie möglich beibringen. Natürlich kann ich Sie mit meinem Vorgesetzten verbinden, doch das wird nicht viel helfen. Denn auch wenn er mein Vorgesetzter ist, ist er dennoch einer der niedrigsten Angestellten im Konzern. Aber selbst das wäre noch übertrieben formuliert, denn er ist gar nicht so richtig im Konzern angestellt, sondern nur in einem Subkonzern. Wir befinden uns nicht mal im selben Gebäude, ja nicht mal in der selben Stadt. In Wirklichkeit treten wir nur sehr wenig mit dem Konzern in Kontakt. Wir können lediglich die Technikertermine vergeben und wütende Anrufer mit fahlen Ausreden beruhigen.“
„Dann macht der Konzern aber einen großen Fehler! Wir als Verbraucher haben Macht! Wir werden uns gemeinsam wehren!“
„Das mag im ersten Augenschein so wirken, als ob der Konzern da einen großen Fehler macht, aber dem ist nicht so. Der Konzern macht nie Fehler. Der einzige Fehler, den er sich vielleicht zuschreiben könnte, ist zu gütig zu sein. Denn er benötigt nur ihr Geld, alles andere, das Anbieten und Unterhalten der Internetverbindung, die Werbung, der Kundenservice unternimmt er doch nur aus reiner Gutmütigkeit Ihnen, dem Verbraucher, zuliebe. Das könnte er auch genauso gut sein lassen, denn Sie sind ihm aufgrund seiner Monopolstellung sowieso hoffnungslos ausgeliefert. Doch zum Abschluss des Gesprächs, hätte ich noch eine persönliche Frage. Wie zufrieden sind Sie mit dem Kundenservice des Telefonkonzerns? Doch bevor Sie antworten, denken Sie lieber noch eine kurze Zeitspanne nach, denn das landet alles in ihrer Kundenakte und obwohl wir eigentlich dazu angehalten sind unsere Kunden in dieser Frage unbeeinflusst zu lassen, will ich Ihnen dennoch eine Hilfestellung geben. Bleiben Sie kooperativ! Versuchen Sie nicht das Unternehmen zu erzürnen, schon gar nicht mit Kritik. Schon dass Sie hier angerufen haben, hat man Oben nicht ohne ein Zähneknirschen registriert. Sie wollen doch Ihren Standpunkt nicht noch weiter verschlechtern.“
„Ich bin äußerst unzufrieden mit dem Kundenservice!“
„Oh je! Das ist quasi Selbstmord, was Sie gerade getan haben. Vergessen Sie ihren Internetanschluss. Warum sind Sie auch so stur? Es wird in den nächsten Minuten ein Techniker zu Ihnen kommen und ihre Telefonkabel restlos entfernen. Seien Sie bitte verfügbar. Danke! Auf Wiederhören!“
„Hallo! Na endlich, ich warte schon seit Stunden in der Warteschleife.“
„Was ist denn das Problem?“
„Der Techniker war nicht da! Er war mir versprochen, aber er kam nicht.“
„Haben Sie sich nicht vorher informieren können? Man weiß doch, dass der Techniker niemals beim ersten Termin erscheinen wird. Vielleicht und nur wenn man ganz viel Glück hat beim Fünften, aber doch nie und nimmer beim Ersten. Selbst wenn Sie der Internetpapst persönlich wären, geschieht das nicht. Wie kamen Sie denn überhaupt auf die Idee, ihren perfekt funktionierenden Internetanbieter zu wechseln? So unwissend kann man doch wirklich nicht sein.“
„So dann hätte ich gerne einen fünften Termin!“
„Na Sie sind wohl einer von der cleveren Sorte? Sie bekommen jetzt einen zweiten Termin. Seien Sie bitte am 8 Mai rund um die Uhr verfügbar.“
„Da werde ich sicher nicht da sein, der Techniker kommt ja sowieso nicht.“
„Zugegeben, die Chance, dass er bei Ihnen klingelt, mag gering sein, aber eben nur gering und nicht vollständig unmöglich. Es soll schon Leute gegeben haben, die beim zweiten Termin den Techniker antrafen. Zum Beispiel, wenn im selben Treppenhaus ein fünfter Termin dran ist und der Techniker früh fertig geworden ist. Wenn er dann noch etwas Zeit hat und sich in der richtigen Stimmung befindet, dann könnte er womöglich bei Ihnen anschellen. Jetzt wäre es aber fatal, er käme zu Ihnen und träfe Sie nicht an. Dann landen Sie sofort auf der roten Liste und werden wahrscheinlich nie wieder einen Techniker zu Gesicht bekommen. Zumindest nicht in diesem Leben!“
„Ich bin doch Kunde und der Kunde ist König!“
„Aber natürlich, jeder Kunde ist König, aber doch nicht alle gleichzeitig. Warten Sie, bis Sie an der Reihe sind!“
„Das ist doch eine Frechheit. Ich möchte ihren Vorgesetzten sprechen.“
„Aber sicher doch, ich bewundere ihren Eifer. Doch er resultiert ja doch nur aus der Tatsache, dass sie einfach noch nicht so oft mit dem Telefonkonzern in Kontakt getreten und daher noch sehr unerfahren sind. Ich möchte es Ihnen so schonend wie möglich beibringen. Natürlich kann ich Sie mit meinem Vorgesetzten verbinden, doch das wird nicht viel helfen. Denn auch wenn er mein Vorgesetzter ist, ist er dennoch einer der niedrigsten Angestellten im Konzern. Aber selbst das wäre noch übertrieben formuliert, denn er ist gar nicht so richtig im Konzern angestellt, sondern nur in einem Subkonzern. Wir befinden uns nicht mal im selben Gebäude, ja nicht mal in der selben Stadt. In Wirklichkeit treten wir nur sehr wenig mit dem Konzern in Kontakt. Wir können lediglich die Technikertermine vergeben und wütende Anrufer mit fahlen Ausreden beruhigen.“
„Dann macht der Konzern aber einen großen Fehler! Wir als Verbraucher haben Macht! Wir werden uns gemeinsam wehren!“
„Das mag im ersten Augenschein so wirken, als ob der Konzern da einen großen Fehler macht, aber dem ist nicht so. Der Konzern macht nie Fehler. Der einzige Fehler, den er sich vielleicht zuschreiben könnte, ist zu gütig zu sein. Denn er benötigt nur ihr Geld, alles andere, das Anbieten und Unterhalten der Internetverbindung, die Werbung, der Kundenservice unternimmt er doch nur aus reiner Gutmütigkeit Ihnen, dem Verbraucher, zuliebe. Das könnte er auch genauso gut sein lassen, denn Sie sind ihm aufgrund seiner Monopolstellung sowieso hoffnungslos ausgeliefert. Doch zum Abschluss des Gesprächs, hätte ich noch eine persönliche Frage. Wie zufrieden sind Sie mit dem Kundenservice des Telefonkonzerns? Doch bevor Sie antworten, denken Sie lieber noch eine kurze Zeitspanne nach, denn das landet alles in ihrer Kundenakte und obwohl wir eigentlich dazu angehalten sind unsere Kunden in dieser Frage unbeeinflusst zu lassen, will ich Ihnen dennoch eine Hilfestellung geben. Bleiben Sie kooperativ! Versuchen Sie nicht das Unternehmen zu erzürnen, schon gar nicht mit Kritik. Schon dass Sie hier angerufen haben, hat man Oben nicht ohne ein Zähneknirschen registriert. Sie wollen doch Ihren Standpunkt nicht noch weiter verschlechtern.“
„Ich bin äußerst unzufrieden mit dem Kundenservice!“
„Oh je! Das ist quasi Selbstmord, was Sie gerade getan haben. Vergessen Sie ihren Internetanschluss. Warum sind Sie auch so stur? Es wird in den nächsten Minuten ein Techniker zu Ihnen kommen und ihre Telefonkabel restlos entfernen. Seien Sie bitte verfügbar. Danke! Auf Wiederhören!“
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Welche Urzeit haben wir?
dergeschichtenerzaehler, Mittwoch, 8. April 2015, 19:17
6145 vor Christus, eine Höhle in einer bewaldeten Schlucht. Ernst G steigt von seinem Mammut, nachdem er es rückwärts in eine Parklücke zwängte.
„Klaus?“, fragt er in die Höhle hinein, die eigentlich ein Atelier ist.
„Klaus? Klaus, bist du da drin?“
Klaus M antwortet: „Ja! Komm herein du alter Urmensch!“
Ernst G schiebt ein paar Äste zur Seite und betritt die Höhle, die nur von einem Spalt, wo die Sonne sich hindurch mogelt, beleuchtet wird.
„Hier drin ist es ja dunkler als in einem Stegosaurierhintern!“, sagt Ernst G und spricht damit die unrühmliche Vergangenheit der Dinosaurier an, die vor kurzem erst ausgestorben sind.
„Man gewöhnt sich an die Dunkelheit und die Farben wirken so viel besser. Intensiver!“, sagt Klaus und malt ein Mammut mit seinen bloßen Fingern an die Wand. Schmierfink!
„Was malst du da, Klaus? Das sieht nicht sehr real aus?“
„Es ist eine Jagdszene!“, sagt Klaus euphorisch.
„Da sind ja nur Männer an der Jagd beteiligt! Was soll das? Jeder weiß doch, dass wir Männer nicht jagen können, sondern nur Beeren sammeln.“
„Das entspringt nur meiner Fantasie, ich würde so gerne jagen gehen wie die Frauen und nicht dauernd doofe Beeren sammeln müssen. Jagen klingt viel aufregender! Meine Kumpels und ich jagen ein Mammut. Da siehst du! Und da drüben jagen wir einen Säbelzahntiger!“
„Deine Fantasie wird dich noch in Schwierigkeiten bringen, wenn die Frauen das erst mal mitbekommen.“
„Deswegen bin ich ja in dieser abgeschiedenen Höhle. Hier kommt nie einer hin! Außerdem gibt es hier Spinnen und Frauen haben Angst vor Spinnen.“
„Ich verstehe immer noch nicht, warum du nicht einfach die Realität zeichnest Klaus. Jagende Männer! Das ist doch irre! Ich mache mir Sorgen um deinen Geisteszustand.“
„Man wird doch wohl noch träumen dürfen, Ernst!“
„Ja aber stell dir doch nur mal vor, das Menschen diese Zeichnung mehrere tausend Jahre später finden und glauben, dass es wirklich so gewesen ist. Ich meine, du betreibst hier offensichtlich Geschichtsfälschung!“
„Niemand ist so blöd und wird mein Kunstwerk als real ansehen...so dumm kann doch keiner wirklich sein, oder Ernst?“
„Klaus?“, fragt er in die Höhle hinein, die eigentlich ein Atelier ist.
„Klaus? Klaus, bist du da drin?“
Klaus M antwortet: „Ja! Komm herein du alter Urmensch!“
Ernst G schiebt ein paar Äste zur Seite und betritt die Höhle, die nur von einem Spalt, wo die Sonne sich hindurch mogelt, beleuchtet wird.
„Hier drin ist es ja dunkler als in einem Stegosaurierhintern!“, sagt Ernst G und spricht damit die unrühmliche Vergangenheit der Dinosaurier an, die vor kurzem erst ausgestorben sind.
„Man gewöhnt sich an die Dunkelheit und die Farben wirken so viel besser. Intensiver!“, sagt Klaus und malt ein Mammut mit seinen bloßen Fingern an die Wand. Schmierfink!
„Was malst du da, Klaus? Das sieht nicht sehr real aus?“
„Es ist eine Jagdszene!“, sagt Klaus euphorisch.
„Da sind ja nur Männer an der Jagd beteiligt! Was soll das? Jeder weiß doch, dass wir Männer nicht jagen können, sondern nur Beeren sammeln.“
„Das entspringt nur meiner Fantasie, ich würde so gerne jagen gehen wie die Frauen und nicht dauernd doofe Beeren sammeln müssen. Jagen klingt viel aufregender! Meine Kumpels und ich jagen ein Mammut. Da siehst du! Und da drüben jagen wir einen Säbelzahntiger!“
„Deine Fantasie wird dich noch in Schwierigkeiten bringen, wenn die Frauen das erst mal mitbekommen.“
„Deswegen bin ich ja in dieser abgeschiedenen Höhle. Hier kommt nie einer hin! Außerdem gibt es hier Spinnen und Frauen haben Angst vor Spinnen.“
„Ich verstehe immer noch nicht, warum du nicht einfach die Realität zeichnest Klaus. Jagende Männer! Das ist doch irre! Ich mache mir Sorgen um deinen Geisteszustand.“
„Man wird doch wohl noch träumen dürfen, Ernst!“
„Ja aber stell dir doch nur mal vor, das Menschen diese Zeichnung mehrere tausend Jahre später finden und glauben, dass es wirklich so gewesen ist. Ich meine, du betreibst hier offensichtlich Geschichtsfälschung!“
„Niemand ist so blöd und wird mein Kunstwerk als real ansehen...so dumm kann doch keiner wirklich sein, oder Ernst?“
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Warum nicht aus Pappe?
dergeschichtenerzaehler, Mittwoch, 28. Januar 2015, 16:33
Der Armee Hubschrauber NH90 muss nach dem Landen mindestens 3 Stunden abkühlen, sonst geht das Triebwerk kaputt. Das heißt, man fliegt irgendwo hin und muss dann einen Kaffee trinken gehen, bis man weiter fliegen kann. Und such mal ein gutes Café in Afghanistan! Das kann schon 3 Stunden dauern! Oder besser noch man landet gar nicht erst! Landen ist eh überschätzt.
Das ist natürlich alles sehr sehr lustig und die Konstrukteure haben echt Mut bewiesen, sich so einen Scherz auszudenken und dann in die Produktion zu übergeben. Da lachen die bestimmt heute noch drüber...
Nur leider hat die Bundeswehr erstens keinen Sinn für Humor und zweitens 82 von diesen Schrotthaufen bestellt. Ich bin natürlich immer für Pazifismus jeglicher Art, aber kann man das nicht auch billiger haben? Ich wäre für Hubschrauber aus Pappe!
Das ist natürlich alles sehr sehr lustig und die Konstrukteure haben echt Mut bewiesen, sich so einen Scherz auszudenken und dann in die Produktion zu übergeben. Da lachen die bestimmt heute noch drüber...
Nur leider hat die Bundeswehr erstens keinen Sinn für Humor und zweitens 82 von diesen Schrotthaufen bestellt. Ich bin natürlich immer für Pazifismus jeglicher Art, aber kann man das nicht auch billiger haben? Ich wäre für Hubschrauber aus Pappe!
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Man kann es kaum glauben, aber auch wir Sachsen sind nicht überall willkommen
dergeschichtenerzaehler, Sonntag, 25. Januar 2015, 16:34
Es ist mir bis jetzt ja nur ein einziges Mal passiert, dass mich jemand aufgrund meiner Herkunft herablassend behandelte.
Es passierte vor ein paar Jahren in Selb, das liegt in Bayern, nicht unweit der sächsischen „Grenze“, auf einem Supermarkt Parkplatz. Mein Kumpel hatte seinen Wagen zu nah an den Wagen eines Rentnerehepaares geparkt. Der Rentner regte sich maßlos auf, beschimpfte uns als Dreackspock und noch andere Wörter, die ich nicht genau verstand, da man dort so eine komische Mischung aus bayrisch und böhmisch spricht. In seinen Augen waren wir dumme Ossis, die den hochwohlgeborenen Bayern die Arbeitsplätze, Frauen und was weiß ich wegnehmen. Das hatte er sofort an dem sächsischen Kennzeichen unseres Autos erkannt, doch lustigerweise ist mein Kumpel gar kein Sachse, sondern in der Nähe von Selb aufgewachsen und dann erst später nach Sachsen gezogen. Und natürlich kennt er diese selbstgerechte Gutsherrenmentalität, die manche Leute in dieser Gegend gerne am Stammtisch heraus posaunen. Mein Kumpel bekam einen hochroten Wutkopf, baute sich vor dem fiesen Rentnermännlein auf und machte ihn, in diesem unverständlichen Dialekt aus bayrisch und böhmisch, einen Kopf kürzer.
Natürlich hätte ich mich von diesen Arschlöchern ungerecht behandelt fühlen und dieses Gefühl dann andere Menschen weitergeben können, die ich dann als Sachse wiederum ungerecht behandeln darf, weil ich mich selbst als was „Besseres“ sehe, weil sie vielleicht Tschechen, Polen oder Muslime sind.
Ich habe aus dieser Situation gelernt, dass ich mich nicht von Arschlöchern infizieren lassen und das man denen ruhig mal, wenn es die Situation erlaubt, ihre eigene Dämlichkeit vor Augen halten sollte.
Es passierte vor ein paar Jahren in Selb, das liegt in Bayern, nicht unweit der sächsischen „Grenze“, auf einem Supermarkt Parkplatz. Mein Kumpel hatte seinen Wagen zu nah an den Wagen eines Rentnerehepaares geparkt. Der Rentner regte sich maßlos auf, beschimpfte uns als Dreackspock und noch andere Wörter, die ich nicht genau verstand, da man dort so eine komische Mischung aus bayrisch und böhmisch spricht. In seinen Augen waren wir dumme Ossis, die den hochwohlgeborenen Bayern die Arbeitsplätze, Frauen und was weiß ich wegnehmen. Das hatte er sofort an dem sächsischen Kennzeichen unseres Autos erkannt, doch lustigerweise ist mein Kumpel gar kein Sachse, sondern in der Nähe von Selb aufgewachsen und dann erst später nach Sachsen gezogen. Und natürlich kennt er diese selbstgerechte Gutsherrenmentalität, die manche Leute in dieser Gegend gerne am Stammtisch heraus posaunen. Mein Kumpel bekam einen hochroten Wutkopf, baute sich vor dem fiesen Rentnermännlein auf und machte ihn, in diesem unverständlichen Dialekt aus bayrisch und böhmisch, einen Kopf kürzer.
Natürlich hätte ich mich von diesen Arschlöchern ungerecht behandelt fühlen und dieses Gefühl dann andere Menschen weitergeben können, die ich dann als Sachse wiederum ungerecht behandeln darf, weil ich mich selbst als was „Besseres“ sehe, weil sie vielleicht Tschechen, Polen oder Muslime sind.
Ich habe aus dieser Situation gelernt, dass ich mich nicht von Arschlöchern infizieren lassen und das man denen ruhig mal, wenn es die Situation erlaubt, ihre eigene Dämlichkeit vor Augen halten sollte.
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Ich will einen Esel
dergeschichtenerzaehler, Sonntag, 18. Januar 2015, 17:40
Ich möchte einen Esel! Je länger ich darüber nachdenke, umso mehr manifestiert sich dieser Wunsch.
Warum möchte er denn einen Esel, wird man mich fragen? ...na gut niemand fragt, aber so rein hypothetisch. Früher als ich mich noch in meiner Kindheit aufhielt, wollte ich keinen Esel. So viel ist sicher. Ich wollte unbedingt ein Huhn, aber das ist eine andere Geschichte.
Einen Esel möchte ich schon allein wegen der tollen Dialoge die sich vielleicht entwickeln können, zum Beispiel in der U-Bahn am Hauptbahnhof gleich neben dem Snackautomat: „Was ist denn das für ein Ding?“ „Das ist Alexander von Graumähne.“
Was für ein toller Dialog und dankbarer Gesprächseinstieg. Das bricht das Eis so schnell...so schnell kann man gar nicht reden. Wenn ich dann noch die Kinder der Mitreisenden auf Alexander von Graumähne reiten lasse, dann bin ich der Star der U-Bahn Station. Das ist sicher!
Oder das Einkaufen! Wie oft stehe ich vor den geparkten Einkaufswagen und habe nicht das passende Geldstück zur Hand, um einen davon aus seinen Ketten zu befreien? In meiner Zukunft mit Esel könnte ich Alexander von Graumähne mit großen Taschen, die ich seitlich anzubringen gedenke, beladen und darin meinen Einkauf verstauen. Esel sind im Supermarkt nicht verboten, das gilt nur für Hunde, die man ja eh nicht sehr gut beladen kann. Natürlich muss ich ihn geschickt um die Gemüseabteilung herum manövrieren und zum Schluss an der Kasse gibt es dann ja nur Süßigkeiten und Zigaretten. Die werden ihn gar nicht interessieren und er wird auch nicht quengeln wie ein kleines Kind. Ich meine, je mehr ich darüber nachdenke...ein Eselchen wäre schon fein.
Warum möchte er denn einen Esel, wird man mich fragen? ...na gut niemand fragt, aber so rein hypothetisch. Früher als ich mich noch in meiner Kindheit aufhielt, wollte ich keinen Esel. So viel ist sicher. Ich wollte unbedingt ein Huhn, aber das ist eine andere Geschichte.
Einen Esel möchte ich schon allein wegen der tollen Dialoge die sich vielleicht entwickeln können, zum Beispiel in der U-Bahn am Hauptbahnhof gleich neben dem Snackautomat: „Was ist denn das für ein Ding?“ „Das ist Alexander von Graumähne.“
Was für ein toller Dialog und dankbarer Gesprächseinstieg. Das bricht das Eis so schnell...so schnell kann man gar nicht reden. Wenn ich dann noch die Kinder der Mitreisenden auf Alexander von Graumähne reiten lasse, dann bin ich der Star der U-Bahn Station. Das ist sicher!
Oder das Einkaufen! Wie oft stehe ich vor den geparkten Einkaufswagen und habe nicht das passende Geldstück zur Hand, um einen davon aus seinen Ketten zu befreien? In meiner Zukunft mit Esel könnte ich Alexander von Graumähne mit großen Taschen, die ich seitlich anzubringen gedenke, beladen und darin meinen Einkauf verstauen. Esel sind im Supermarkt nicht verboten, das gilt nur für Hunde, die man ja eh nicht sehr gut beladen kann. Natürlich muss ich ihn geschickt um die Gemüseabteilung herum manövrieren und zum Schluss an der Kasse gibt es dann ja nur Süßigkeiten und Zigaretten. Die werden ihn gar nicht interessieren und er wird auch nicht quengeln wie ein kleines Kind. Ich meine, je mehr ich darüber nachdenke...ein Eselchen wäre schon fein.
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Wer bin ich? Identitäter analysiert...
dergeschichtenerzaehler, Freitag, 12. Dezember 2014, 19:50
Während die Islamisierung in meiner Heimat Sachsen unaufhaltsam voranschreitet und wahrscheinlich schon in 100 Jahren 1% der Bevölkerung Muslime sein werden, wohne ich schon seit einiger Zeit im Duisburger Norden, ein Ort, wo der Islam keine Randerscheinung ist. Das, wovor ein paar dumme Nazis und der berühmte „besorgte“ Bürger in Dresden höllisch Angst haben, ist hier schon längst Realität.
Mein Leben hat sich natürlich geändert. Zum Beispiel hat mir mal der Kosovo-Albaner, der im Nachbarhinterhof eine Moschee unterhielt, mir stolz gezeigt, wie toll und gerade er seine Hecke geschnitten hatte. Dabei habe ich in meinem Leben noch nie eine Hecke geschnitten, obwohl mir das doch eigentlich im Blut liegen müsste. So leicht bringt man mich in Verlegenheit. Und dann mag ich auch noch keine Weihnachtsmärkte und diese ganze mystische Tradition aus ekligem Glühwein und LED Lichterketten Las Vegas Style, das so gar nichts mit Jesus und seiner Geburt zu tun hat. Aber auch das gibt es, denn hier haben türkische Muslime den Stadtteil in Lichterketten gehüllt und einen Weihnachtsmarkt veranstaltet. Mit Glühwein und Bratwurst! Es wird immer schlimmer! Einige Leute wissen schon gar nicht mehr wohin mit ihren Vorurteilen!
Vielleicht bin ich auch gar kein echter Deutscher, dieser Gedanke geht mir schon länger im Kopf herum. Ich bin ja sogar laut Geburtsurkunde gar nicht in der BRD geboren, sondern Ausländer. 4 Jahre DDR, 4 Jahre war ich dem sozialistischem Kulturkreis ausgesetzt. Trotzdem werde ich hier in Duisburg bevorzugt behandelt. Ich komme ohne Probleme in die Diskothek, darf mir eine Wohnung in einem Mietshaus nehmen, wo man nur Deutsche wohnen lässt und bekomme auch einfacher einen Job, weil ich keinen ausländisch klingenden Namen habe. Ein Mensch, der hier in Duisburg geboren ist, aber türkische Eltern hat, besitzt nicht diese tollen Privilegien. Dabei bin ich doch der Ausländer aus dem nahen Osten!
Und wenn man sich jetzt fragt, warum diese Generation wieder vermehrt türkisch spricht und sich auch stärker dem Islam zuwendet, dann ist die Antwort ja ganz einfach: Identität! Sie fühlen sich nicht als Deutsche, weil man sie aussperrt und diskriminiert. Die Ersatzidentität ist der Islam und die türkische Sprache. Die Flucht in eine Parallelgesellschaft. Und obwohl viele, ja besonders Intellektuelle das Kopftuch als Unterdrückung sehen, ist es vielleicht auch einfach der Versuch öffentlich zu zeigen, dass man eine Identität hat, dass man stolz zeigt, wer man ist und dass man irgendwo dazu gehört. Kein Niemand ist!
Und dann kommt der CSU Mann aus dem kulturell fernem Bayern und will ihnen vorschreiben, dass sie zu Hause Deutsch sprechen und somit ihre Identität wieder aufgeben sollen. Die Methode Holzhammer war schon immer einfacher, als sich wirklich mal ernsthaft in die Lage anderer Menschen zu versetzen.
Und natürlich spreche auch ich kein Deutsch zu Hause, sondern murmle ganz heimlich sächsisch vor mich hin. Aber pssst! Das darf der böse CSU Mann nie erfahren.
Mein Leben hat sich natürlich geändert. Zum Beispiel hat mir mal der Kosovo-Albaner, der im Nachbarhinterhof eine Moschee unterhielt, mir stolz gezeigt, wie toll und gerade er seine Hecke geschnitten hatte. Dabei habe ich in meinem Leben noch nie eine Hecke geschnitten, obwohl mir das doch eigentlich im Blut liegen müsste. So leicht bringt man mich in Verlegenheit. Und dann mag ich auch noch keine Weihnachtsmärkte und diese ganze mystische Tradition aus ekligem Glühwein und LED Lichterketten Las Vegas Style, das so gar nichts mit Jesus und seiner Geburt zu tun hat. Aber auch das gibt es, denn hier haben türkische Muslime den Stadtteil in Lichterketten gehüllt und einen Weihnachtsmarkt veranstaltet. Mit Glühwein und Bratwurst! Es wird immer schlimmer! Einige Leute wissen schon gar nicht mehr wohin mit ihren Vorurteilen!
Vielleicht bin ich auch gar kein echter Deutscher, dieser Gedanke geht mir schon länger im Kopf herum. Ich bin ja sogar laut Geburtsurkunde gar nicht in der BRD geboren, sondern Ausländer. 4 Jahre DDR, 4 Jahre war ich dem sozialistischem Kulturkreis ausgesetzt. Trotzdem werde ich hier in Duisburg bevorzugt behandelt. Ich komme ohne Probleme in die Diskothek, darf mir eine Wohnung in einem Mietshaus nehmen, wo man nur Deutsche wohnen lässt und bekomme auch einfacher einen Job, weil ich keinen ausländisch klingenden Namen habe. Ein Mensch, der hier in Duisburg geboren ist, aber türkische Eltern hat, besitzt nicht diese tollen Privilegien. Dabei bin ich doch der Ausländer aus dem nahen Osten!
Und wenn man sich jetzt fragt, warum diese Generation wieder vermehrt türkisch spricht und sich auch stärker dem Islam zuwendet, dann ist die Antwort ja ganz einfach: Identität! Sie fühlen sich nicht als Deutsche, weil man sie aussperrt und diskriminiert. Die Ersatzidentität ist der Islam und die türkische Sprache. Die Flucht in eine Parallelgesellschaft. Und obwohl viele, ja besonders Intellektuelle das Kopftuch als Unterdrückung sehen, ist es vielleicht auch einfach der Versuch öffentlich zu zeigen, dass man eine Identität hat, dass man stolz zeigt, wer man ist und dass man irgendwo dazu gehört. Kein Niemand ist!
Und dann kommt der CSU Mann aus dem kulturell fernem Bayern und will ihnen vorschreiben, dass sie zu Hause Deutsch sprechen und somit ihre Identität wieder aufgeben sollen. Die Methode Holzhammer war schon immer einfacher, als sich wirklich mal ernsthaft in die Lage anderer Menschen zu versetzen.
Und natürlich spreche auch ich kein Deutsch zu Hause, sondern murmle ganz heimlich sächsisch vor mich hin. Aber pssst! Das darf der böse CSU Mann nie erfahren.
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Das Amt
dergeschichtenerzaehler, Sonntag, 3. August 2014, 16:56
Gestern im Amt. Ein ledriger Geruch hängt in der Luft fest. Eine ältere Frau sitzt an einem Schreibtisch, winkt mich mit ihren speckigen Armen heran.
Ich setze mich auf den billigen Plastikstuhl, der vor ihrem Schreibtisch meine Niederkunft erwartet.
„Sie wünschen?“
„Wie bitte? Sie haben mich doch heran gewunken, also wollen Sie doch was von mir.“
„Ich dachte, Sie sind ein Kunde oder besser gesagt ein Bürger dieses Stadtteils.“
„Sehe ich so aus?“
Die Frau vom Amt mustert mich von oben bis unten, vergleicht mein Aussehen anhand von Tabellen und Niederschriften. Dann legt Sie ein Maßband an, vermisst meine Stirn, meine Arme.
„Und?“
„Ich kann Sie nicht genau kategorisieren und verorten. Es wäre besser wenn Sie mir entgegen kommen.“
„Bin ich ja schon. Bin ihrem Wink gefolgt und jetzt sitze ich hier im Morast.“
„Was wollen Sie denn?“
„Eine Banane!“
„Wir bieten hier keine Bananen feil. Da müssen Sie in einen Supermarkt.“
„War ich schon. Dort wollte ich ein Bündel Personalausweise kaufen, die hatte man aber nicht da. Man hat mich zu ihnen verwiesen.“
„Wir haben hier tatsächlich Personalausweise. Sie können einen bestellen.“
„Haben Sie Keine vorrätig? Was ist denn das hier für ein Sauladen?“
„Nicht ausfällig werden, der Herr! Der Personalausweis muss erst angefertigt werden, dafür ist er dann auf Sie persönlich zugeschnitten.“
„Ich will meinen aber sofort! Das muss doch möglich sein.“
„Wir haben hier ein Musterexemplar, wenn ihnen das genügt. Den können Sie sofort mitnehmen.“
„Zeigen Sie her!“
Die Frau vom Amt gibt mir den Personalausweis. Ich nehme ihr ihn schnippisch aus der Hand. Gierig wende ich ihn umher.
„Da steht ja ein anderer Name drauf. Max Mustermann! Das bin nicht ich!“
„Sie können ihren Namen in Max Mustermann ändern. Da müssen Sie nur dieses Formular ausfüllen.“
„Das mache ich doch glatt. Ich wollte immer schon Max heißen.“
Ich setze mich auf den billigen Plastikstuhl, der vor ihrem Schreibtisch meine Niederkunft erwartet.
„Sie wünschen?“
„Wie bitte? Sie haben mich doch heran gewunken, also wollen Sie doch was von mir.“
„Ich dachte, Sie sind ein Kunde oder besser gesagt ein Bürger dieses Stadtteils.“
„Sehe ich so aus?“
Die Frau vom Amt mustert mich von oben bis unten, vergleicht mein Aussehen anhand von Tabellen und Niederschriften. Dann legt Sie ein Maßband an, vermisst meine Stirn, meine Arme.
„Und?“
„Ich kann Sie nicht genau kategorisieren und verorten. Es wäre besser wenn Sie mir entgegen kommen.“
„Bin ich ja schon. Bin ihrem Wink gefolgt und jetzt sitze ich hier im Morast.“
„Was wollen Sie denn?“
„Eine Banane!“
„Wir bieten hier keine Bananen feil. Da müssen Sie in einen Supermarkt.“
„War ich schon. Dort wollte ich ein Bündel Personalausweise kaufen, die hatte man aber nicht da. Man hat mich zu ihnen verwiesen.“
„Wir haben hier tatsächlich Personalausweise. Sie können einen bestellen.“
„Haben Sie Keine vorrätig? Was ist denn das hier für ein Sauladen?“
„Nicht ausfällig werden, der Herr! Der Personalausweis muss erst angefertigt werden, dafür ist er dann auf Sie persönlich zugeschnitten.“
„Ich will meinen aber sofort! Das muss doch möglich sein.“
„Wir haben hier ein Musterexemplar, wenn ihnen das genügt. Den können Sie sofort mitnehmen.“
„Zeigen Sie her!“
Die Frau vom Amt gibt mir den Personalausweis. Ich nehme ihr ihn schnippisch aus der Hand. Gierig wende ich ihn umher.
„Da steht ja ein anderer Name drauf. Max Mustermann! Das bin nicht ich!“
„Sie können ihren Namen in Max Mustermann ändern. Da müssen Sie nur dieses Formular ausfüllen.“
„Das mache ich doch glatt. Ich wollte immer schon Max heißen.“
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